Ver­trau­en in Gold

Russ­land macht Ernst mit der Di­ver­si­fi­ka­ti­on der Wäh­rungs­re­ser­ven

Finanz und Wirtschaft - - PODIUM -

Durch­schnitt­lich hal­ten al­le No­ten­ban­ken der Welt 10% ih­rer Wäh­rungs­re­ser­ven in Gold. Zwi­schen den ein­zel­nen Län­dern tre­ten in­des frap­pan­te Un­ter­schie­de auf. So hal­ten west­li­che In­dus­trie­län­der wie die USA, Deutsch­land, Ita­li­en und Frank­reich ge­mäss World Gold Coun­cil ei­nen Gold­an­teil von über 60%. In der Schweiz sind es nur 23%, da die De­vi­sen­re­ser­ven we­gen In­ter­ven­tio­nen mar­kant ge­wach­sen sind. In Asi­en do­mi­niert der Dol­lar. Auf Gold ent­fal­len in Chi­na nur 1,6, in Ja­pan 2,5, in Tai­wan 4,1 und in In­di­en 6,9%.

Ten­den­zi­ell bau­en die­se Län­der ih­re tie­fe Gold­quo­te zur bes­se­ren Re­ser­ve­di­ver­si­fi­ka­ti­on aus, ge­nau­so wie Russ­land. Seit Mit­te April 2007 stockt Russ­lands No­ten­bank ih­ren Gold­be­stand ste­tig auf. Im April ka­men 200 000 Un­zen auf 21,5 Mio. Un­zen da­zu. In ei­nem Jahr stieg der Wert der rus­si­schen Gold­re­ser­ven von 16 auf über 25 Mrd.$. Weil das noch im­mer re­la­tiv be­schei­de­ne 5,5% des To­tals sind, ist Eber­hardt Un­ger vom un­ab­hän­gi­gen Ana­lys­e­in­sti­tut Fai­re­se­arch in Frank­furt über­zeugt, dass Russ­land in den nächs­ten Mo­na­ten wei­ter Gold kau­fen wird.

Glei­ches er­war­tet er von asia­ti­schen No­ten­ban­ken. Dem Gold­preis kann das wei­te­re Im­pul­se ge­ben. Die sich auf­tür­men­den Schul­den­ber­ge schü­ren Miss­trau­en. Eu­ro und Dol­lar wür­den nicht un­ter­ge­hen, meint Un­ger. Doch für ei­ne No­ten­bank ist ei­ne Di­ver­si­fi­zie­rung ih­rer Re­ser­ven zur Vor­sor­ge und län­ger­fris­ti­gen Ab­si­che­rung der Wirt­schaft zen­tral. HF

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