Ame­ri­can Air­lines hält noch Trümp­fe in der Hand

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - JS

Als ein­zi­ge der gros­sen US-Flug­ge­sell­schaf­ten hat­te es Ame­ri­can Air­lines bzw. de­ren Mut­ter­ge­sell­schaft AMR nicht nö­tig, Gläu­bi­ger­schutz un­ter Ch­ap­ter 11 an­zu­mel­den. Den­noch geht es dem Kon­zern al­les an­de­re als blen­dend. Al­lein im ers­ten Quar­tal wies das Un­ter­neh­men ei­nen Ver­lust von über 500 Mio. $ aus. Zu­dem muss Ame­ri­can Air­lines da­mit le­ben, durch die Fu­sio­nen von Del­ta und Nor­thwest so­wie United und Con­ti­nen­tal in den USA von Rang eins auf drei ab­ge­rutscht zu sein. In den letz­ten drei Jah­ren ha­ben die Ti­tel denn auch über 70% ein­ge­büsst. Ame­ri­can Air­lines des­halb ab­zu­schrei­ben, wä­re je­doch ein Feh­ler.

Die Air­line hat ei­ni­ge Trümp­fe in der Hand. Die Ko­ope­ra­tio­nen mit Bri­tish Air­ways und Ibe­ria (kurz vor der Be­wil­li­gung) so­wie mit Ja­pan Air­lines, die auf ei­ner Um­satz­tei­lung auf Über­see­flü­gen ba­sie­ren, könn­ten im End­ef­fekt gar bes­ser funk­tio­nie­ren als voll­um­fäng­li­che Fu­sio­nen. Jähr­lich dürf­ten dank der Zu­sam­men­ar­beit min­des­tens 500 Mio. $ ein­ge­spart wer­den. Zu­dem ist die Air­line­al­li­anz One­world, in der Ame­ri­can Air­lines den Ton an­gibt, in der Bran­che füh­rend und der Kon­kur­renz be­son­ders im Pre­mi­um­seg­ment ei­nen Schritt vor­aus.

Grenz­über­schrei­ten­de Über­nah­men wird Ame­ri­can Air­lines in den kom­men­den Jah­ren schon we­gen des schwie­ri­gen recht­li­chen Um­felds kaum ein­fä­deln. Im Heim­markt ist das Un­ter­neh­men je­doch un­ter Zug­zwang. Die Ko­ope­ra­ti­on mit Jet Blue ist ein Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung. Ei­ne voll­stän­di­ge In­te­gra­ti­on wür­de nicht über­ra­schen. Vor­aus­ge­setzt, der Ke­ro­sin­preis steigt nicht über­mäs­sig stark, ist es AMR zu­zu­trau­en, in­nert Jah­res­frist wie­der pro­fi­ta­bel zu wer­den. Dar­auf, dass die Bran­che lang­sam wie­der in Schwung kommt, deu­ten auch die jüngs­ten Zah­len der Bran­chen­ver­ei­ni­gung Ia­ta hin. Trotz der gu­ten An­sät­ze sind die Ak­ti­en von AMR nur ri­si­ko­freu­di­gen An­le­gern zu emp­feh­len.

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