Ban­ken sto­cken Bud­gets auf

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - DM

Die Fi­nan­zie­rung von Off­s­hore-Wind­parks ist und bleibt schwie­rig. Die Kos­ten für den Bau lie­gen bei rund 1 bis 1,5 Mrd.€. Im Prin­zip bie­tet sich ein gros­ses Markt­po­ten­zi­al. Doch die Fi­nanz­kri­se und die Ri­si­ko­aver­si­on der Ban­ken ver­zö­gern die Um­set­zung. Der­zeit be­vor­zu­gen Kre­dit­häu­ser eher so­ge­nann­te Club-Deals, in de­nen je­de Bank bloss ei­ne klei­ne Dar­le­hen­stran­che ge­währt.

Für die Bank ri­si­ko­rei­cher, da­her teu­rer sind Non-Re­cour­se-Fi­nan­zie­run­gen, in de­nen der Kre­dit­ge­ber auf das Pro­jekt selbst, nicht aber auf die Pro­jek­t­ei­gen­tü­mer Rück­griff­mög­lich­keit hat. Die Gross­bank Uni­credit, die das Pro­jekt Bard Off­s­hore 1 mit bis 1 Mrd.€ fi­nan­ziert, be­kun­det Mü­he, ih­re Fi­nan­zie­rung im Markt zu pla­zie­ren. Oh­ne Un­ter­stüt­zung der Eu­ro­päi­schen In­ves­ti­ti­ons­bank (EIB) – ei­ner zen­tra­len Kre­dit­ge­be­rin für Off­s­hore-Pro­jek­te al­ler Art – wä­re nichts ge­gan­gen, heisst es, und das Ri­si­ko für Uni­credit wird ver­schie­de­ner­seits als er­heb­lich be­zeich­net. Ei­ne Ver­si­che­rungs­lö­sung soll die Ri­si­ken min­dern hel­fen.

Die meis­ten Fi­nan­zie­run­gen in Deutsch­land lau­fen, so­weit kein Un­ter­neh­men mit öf­fent­li­chem An­teils­eig­ner (wie bei Ver­sor­gern oft der Fall) be­tei­ligt ist, mit Un­ter­stüt­zung der staat­li­chen KfW-Grup­pe, oder Lan­des­ban­ken wie der LBBW. Prin­zi­pi­ell lockt das Ge­schäft: «Die Off­s­hore-Fi­nan­zie­rung bie­tet sehr lu­kra­ti­ve Mög­lich­kei­ten», sagt Jan-Phil­ipp Gill­mann vom Be­reich Re­ne­wa­ble Ener­gies der Com­merz­bank. In der Fi­nan­zie­rung von Land­wind­parks er­fah­re­ne Markt­teil­neh­mer ha­ben da­her kon­kre­te Plä­ne, ihr Off­s­hore-Port­fo­lio aus­zu­bau­en. Die Com­merz­bank will das Ge­schäft ak­tiv vor­an­trei­ben. Auch die HSH Nord­bank will im ver­blei­ben­den Kern­ge­schäft in Eu­ro­pa auf die So­lar-und Wind­kraft­pro­jekt­fi­nan­zie­rung set­zen. «Die Off­s­hore-Stra­te­gie ist ab­ge­seg­net», sagt Jür­gen Lan­ge, He­ad of Re­ne­wa­ble Ener­gy Eu­ro­pe der HSH. Bis En­de 2014 soll das Port­fo­lio auf 6 Mrd. € wach­sen. Al­lein für 2010 sei ein Bud­get von 700 Mio. € Neu­ge­schäft ge­plant. Die HSH bie­tet Pro­jekt­fi­nan­zie­run­gen an, «ty­pi­scher­wei­se mit 20 bis 30% Ei­gen­ka­pi­tal­an­teil». Die Bank ist be­reits an der Fi­nan­zie­rung von Q7 (Prin­cess Ama­lia) vor der hol­län­di­schen Küs­te be­tei­ligt, hat Be­ra­tungs­man­da­te und ar­bei­tet in ei­nem Ban­ken­club an der Pro­jekt­fi­nan­zie­rung ei­nes deut­schen Off­s­hore-Parks.

Gros­se Spie­ler sind auch die bi­lanz­star­ken Ener­gie­ver­sor­ger. Die Fi­nan­zie­rung über die ei­ge­ne Bi­lanz, oft mit Un­ter­stüt­zung der EIB, ist güns­ti­ger als die Pro­jekt­fi­nan­zie­rung. Erst wenn der Off­s­hore-Park ein­mal rei­bungs­los läuft, könn­te ei­ne ex­ter­ne Re­fi­nan­zie­rung ei­ne prü­fens­wer­te Op­ti­on sein.

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