Ri­si­ko­freu­dig

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - DM

Die Schweiz tut sich schwer, im ei­ge­nen Land Wind-und So­lar­an­la­gen zu in­stal­lie­ren. Um­so be­herz­ter ge­hen Schwei­zer In­ves­to­ren im Aus­land vor; ein Fai­b­le für ris­kan­te En­ga­ge­ments wird er­kenn­bar. Die Stimm­bür­ger der Stadt Win­ter­thur ha­ben et­wa An­fang März 4,5 Mio. Fr. für ei­ne Be­tei­li­gung am Off­s­horewind­park Bard Off­s­hore 1 (Oce­an Bree­ze) ab­ge­seg­net (sie­he links). Eben­falls in ei­nen Off­s­hore­park in­ves­tiert die Ax­po-Toch­ter EGL, und zwar in den 400-MW-Park Glo­bal­tech One, 110 Ki­lo­me­ter nord­west­lich von Cux­ha­ven. Für ei­nen un­ge­nann­ten Kauf­preis ha­ben sich die Aar­gau­er mit 24,1% am Pro­jek­tie­rer Wet­feet Off­s­hore Win­de­ner­gy be­tei­ligt.

Wei­te­re 8,1% hält die Hol­ding Wind­reich, ge­grün­det vom um­trie­bi­gen ba­den­würt­tem­ber­gi­schen Im­mo­bi­li­en­fi­nan­zie­rer, Fi­nanz­be­ra­ter und Wind­park­pro­mo­ter Wil­li Balz. Die üb­ri­gen An­tei­le an Wet­feet hal­ten die Süd­hes­si­sche Ener­gie und die Stadt­wer­ke München. Ab 2013 soll die An­la­ge in Be­trieb sein. Wet­feet schätzt die Bau­kos­ten auf 1,3 Mrd. €. Die Um­richt­er­sta­ti­on auf See soll mit dem Bard-Park Ve­ja Ma­te zu­sam­men ge­nutzt wer­den, die Tur­bi­nen kom­men von Are­va Mul­ti­brid. In­no­va­tiv ist der Ein­satz von Schwer­kraft­fun­da­men­ten. Die An­la­gen sol­len von Be­ton­fun­da­men­ten (Her­stel­ler: Züb­lin) ge­hal­ten wer­den, die auf den Mee­res­bo­den ge­legt wer­den. Das Bun­des­amt für See­schiff­fahrt und Hy­dro­gra­fie, das auch die Zu­stim­mung des Bun­des­amt für Na­tur­schutz ein­ho­len muss, hat für den Ein­satz der Fun­da­men­te bis­her noch kei­ne Ge­neh­mi­gung er­teilt.

Auf Pio­nier­pfa­den wan­delt auch Ba­sel. Der Ver­sor­ger Elek­tra Ba­sel­land (EBL) zahlt 36 Mio. Fr. für ei­nen Ei­gen­ka­pi­tal­an­teil am 30-MW-Solar­ther­mie­kraft­werk Pu­er­to Er­ra­do II in An­da­lu­si­en; die In­dus­tri­el­len Wer­ke Ba­sel (IWB) stei­gen mit dem Se­gen des Gros­sen Ra­tes von Ba­sel mit 21 Mio. Fr. ein. Zu­sam­men kom­men EBL und IWB auf 85%; den Rest hält No­va­tec Bio­sol, der Her­stel­ler des Kraft­werks. No­va­tec Bio­sol baut An­la­gen nach der Fres­nel-Tech­no­lo­gie. Da­bei wird Son­nen­licht über fla­che Spie­gel re­flek­tiert und auf ei­nen Strah­lungs­emp­fän­ger ge­lei­tet, in dem Was­ser ver­dampft.

Das 120-Mio.-€-Pro­jekt muss in­ner­halb zwei­er Jah­re fer­tig ge­baut sein, da­mit es be­stimm­te staat­lich ga­ran­tier­te Ein­spei­se­ver­gü­tun­gen er­hält. Soll­te es zur Kür­zung der spa­ni­schen Ver­gü­tun­gen kom­men, dürf­te dies auf die Fi­nan­zie­rung von No­va­tec Bio­sol zu­rück­schla­gen. No­va­tec woll­te sich auf An­fra­ge nicht da­zu äus­sern, ob der In­ves­to­ren­kreis – die aus­tra­li­sche Trans­field Hol­dings hält die Mehr­heit – ver­brei­tert wer­den soll. Vor kur­zem erst be­gab No­va­tec ei­ne 7,25%-An­lei­he für Re­tail­an­le­ger (ge­plant 10 Mio. € Vo­lu­men).

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