«Pru» be­hält AIA im Au­ge

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - CP

Üb­li­cher­wei­se sind Ak­tio­närs­tref­fen in Gross­bri­tan­ni­en ei­ne kur­ze An­ge­le­gen­heit. Die Ge­ne­ral­ver­samm­lung der bri­ti­schen Le­bens­ver­si­che­rung Pru­den­ti­al war je­doch ei­ne Aus­nah­me. Vor al­lem Pri­vat­an­le­ger kri­ti­sier­ten die Füh­rung von Pru­den­ti­al, CEO Tid­ja­ne Thi­am und Chair­man Har­vey McG­rath, und for­der­ten sie teils zum Rück­tritt auf. Die Ak­tio­nä­re stö­ren sich an den ho­hen Kos­ten, die der ge­schei­ter­te Kauf von AIA – ei­nem Kon­kur­ren­ten mit füh­ren­der Wett­be­werbs­po­si­ti­on in meh­re­ren asia­ti­schen Län­dern – ver­ur­sacht hat. Die Rech­nung be­trägt stol­ze 450 Mio.£ (750 Mio. Fr.). Bei­de Chefs ent­schul­dig­ten sich zwar höf­lich, den Rück­tritt schlos­sen sie aber aus.

Ge­mäss McG­rath wird Pru­den­ti­al AIA im Au­ge be­hal­ten. Der Be­sit­zer AIG, zur Mehr­heit in Be­sitz des ame­ri­ka­ni­schen Staats, will die Ein­heit ver­kau­fen und hat­te im Herbst al­les be­reit für den Bör­sen­gang. Zu­guns­ten des Ver­kaufs an Pru­den­ti­al zu ei­nem gu­ten Preis und ver­meint­lich we­ni­ger Ri­si­kos wur­de dar­auf ver­zich­tet. Ver­mu­tet wird, dass der Bör­sen­gang er­neut auf den Tisch kommt. Weil die Ak­ti­en­märk­te der­zeit schwä­cheln, ist mo­men­tan je­doch kaum der rich­ti­ge Zeit­punkt. Soll­te ein Bör­sen­gang schei­tern, wä­re Pru­den­ti­al mit Si­cher­heit auf der Lis­te der po­ten­zi­el­len In­ter­es­sen­ten an AIA.

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