Ös­ter­reichs Ban­ken im Sog Un­garns

Ho­he Ver­pflich­tun­gen – Ak­ti­en­kur­se sa­cken ab – Ban­ken ste­hen zu Un­garn

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - EMB,

Die Sor­gen um den un­ga­ri­schen Staats­haus­halt schick­ten auch die Kur­se ös­ter­rei­chi­scher Fi­nanz­ti­tel in den Kel­ler. Ers­te Group Bank und Raiff­ei­sen In­ter­na­tio­nal (RI) ver­lo­ren seit dem State­ment des Spre­chers des un­ga­ri­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Vik­tor Or­ban vom ver­gan­ge­nen Frei­tag bei­de über 10%. Die Cre­dit De­fault Swaps (CDS), der Grad­mes­ser für das ­Aus­fall­ri­si­ko fünf­jäh­ri­ger Staats­an­lei­hen, schnell­ten je­weils rund 25% auf 410 Ba­sis­punk­te für Un­garn und 106 Ba­sis­punk­te für Ös­ter­reich in die Hö­he. Be­fürch­tun­gen, der un­ga­ri­sche Staat könn­te bank­rott wer­den und ös­ter­rei­chi­sche Ban­ken in die Tie­fe reis­sen, sind vor­han­den.

In­zwi­schen re­la­ti­viert die neue un­ga­ri­sche Re­gie­rung die Aus­sa­gen zum Bud­get­loch. Die ös­ter­rei­chi­schen Ban­ken zei­gen sich ge­las­sen: Die Aus­schlä­ge sei­en über­trie­ben und aus­ser­dem nur ei­ne Mo­ment­auf­nah­me. Un­garn sei mit ih­rem Wirt­schafts­kurs auf dem rich­ti­gen Weg. Die an­ge­kün­dig­te Ban­ken­steu­er wird je­doch in den Ge­win­nen der Ban­ken ih­re Spu­ren hin­ter­las­sen.

Ers­te Group Bank be­treut über ih­re Toch­ter Ers­te Bank Hun­ga­ry knapp 900 000 Pri­vat­kun­den so­wie Klein-und Mit­tel­ be­trie­be (KMU) und hält mit knapp 9% Markt­an­teil Rang fünf im lo­ka­len Ban­ken­markt. Ge­mes­sen an den ri­si­ko­ge­wich­te­ten Ak­ti­va des Kon­zerns ent­fällt auf Un­garn ein An­teil von 4,5%. Rund 13 Mrd. € wa­ren per Jah­res­en­de an Un­garn aus­ste­hend. Der Gross­teil des Kre­dit­buchs ist be­si­chert. Ers­te Bank Hun­ga­ry ge­hört zu den wich­tigs­ten An­bie­tern von Hy­po­the­kar­dar­le­hen. Der An­teil der not­lei­den­den Kre­di­te lag mit 6% über dem Durch­schnitt des Ge­samt­kon­zerns (4,1%).

Raiff­ei­sen In­ter­na­tio­nal (RI) be­treut über die un­ga­ri­sche Toch­ter Raiff­ei­sen Bank Zrt. ne­ben Pri­vat-und KMU-Kun­den auch Fir­men­kun­den. Ge­mes­sen an der Bi­lanz­sum­me ent­fällt mit 9 Mrd. € ein An­teil von 12% auf das Un­garnge­schäft. Die­ses Ge­wicht wird sich nach der be­vor­ste­hen­den Fu­si­on mit Tei­len der Raiff­ei­sen Zen­tral­bank (RZB) al­ler­dings auf 6% hal­bie­ren (vgl. FuW Nr. 43 vom 2. Ju­ni).

Im Ver­gleich zu den so­ge­nann­ten PIGSStaa­ten hat Un­garn ein weit grös­se­res ­Ge­wicht für Ös­ter­reichs Ban­ken. Ers­te Group Bank hat ins­ge­samt 4,4 Mrd. € an Grie­chen­land (1 Mrd. €), Por­tu­gal, ­Spa­ni­en (je­weils (700 Mio. €) und Ita­li­en (2 Mrd. €) aus­ge­lie­hen. RI ist in die­sen ­Märk­ten über­haupt nicht tä­tig. Die PIGS-Ver­pflich­tung ih­res Mehr­heits­ak­tio­närs RZB (68,5%) be­trägt 4,37 Mrd. €, wo­bei der ­Lö­wen­an­teil auf Ita­li­en (2,5 Mrd. €) und Spa­ni­en (1,2 Mrd. €) ent­fällt.

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