Chi­le

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND -

Kaum ein Staat in Latein­ame­ri­ka hat sich in der Welt­wirt­schafts­kri­se so gut ge­schla­gen wie Chi­le – ob­wohl das An­den­land im Sü­den des Kon­ti­nents ei­gent­lich höchst ver­letz­lich ist: Der Bin­nen­markt mit sei­nen 17 Mio. Ein­woh­nern ist ver­hält­nis­mäs­sig klein, die Hälf­te der Aus­fuh­ren be­steht aus Kup­fer. Auch die rest­li­chen Ex­por­troh­stof­fe Chi­les wie Zel­lu­lo­se, Sal­pe­ter, Land­wirt­schafts-und Fi­sche­rei­pro­duk­te un­ter­lie­gen kräf­ti­gen Preis­schwan­kun­gen auf den Welt­märk­ten. Da­zu kam En­de März noch das stärks­te Erd­be­ben der jün­ge­ren Ge­schich­te, wel­ches ein Fünf­tel der In­dus­trie des Lan­des lahm­leg­te. Doch der kurz da­nach als Prä­si­dent an­ge­tre­te­ne Un­ter­neh­mer Se­bas­tián Pi­ñe­ra or­ga­ni­sier­te ein ef­fi­zi­en­tes Kri­sen­ma­nage­ment: Be­reits im April hat sich die Volks­wirt­schaft wie­der sta­bi­li­siert. Die In­dus­trie­pro­duk­ti­on ist kaum ein­ge­bro­chen, ob­wohl Zel­lu­lo­se, Stahl und Che­mie noch nicht mit vol­len Ka­pa­zi­tä­ten ar­bei­ten. Der Kon­sum hat an­ge­zo­gen. Die In­ves­ti­tio­nen stei­gen im Re­kord­tem­po, der Leis­tungs­bi­lanz­über­schuss wächst, und Chi­le ist ei­ner der we­ni­gen Staa­ten, die in­mit­ten der Kri­se ihr Haus­halts­de­fi­zit re­du­zie­ren. Fa­zit: Auch im Fall ei­ner er­neu­ten Schwä­che­pha­se in der Welt­wirt­schaft wä­re Chi­le bes­ser vor­be­rei­tet als die meis­ten Öko­no­mi­en welt­weit.

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