Fie­ber­kur­ven stei­gen

Finanz und Wirtschaft - - DERIVATE - BEG

Ban­ken wer­den kri­tisch be­ur­teilt

Die Ab­si­che­rung von An­lei­hen eu­ro­päi­scher Un­ter­neh­men ist er­neut teu­rer ge­wor­den, und die Schuld­ti­tel der Fi­nanz­in­sti­tu­te wer­den be­son­ders kri­tisch be­ur­teilt. Das zei­gen die Kre­dit­de­ri­vat­in­di­zes der Itra­xx-Fa­mi­lie: So­wohl der Itra­xx Eu­ro­pe auf 125 Schuld­ner mit An­la­ge­qua­li­tät (In­vest­ment Gra­de) als auch der Su­bin­dex Itra­xx Fi­nan­ci­als auf Ban­ken und Ver­si­che­run­gen ha­ben am Mon­tag ein Hoch er­reicht. Für Fi­nanz­in­sti­tu­te ist die Prä­mie der Kre­dit­ver­si­che­run­gen (Cre­dit De­fault Swaps, CDS) mitt­ler­wei­le fast so teu­er wie auf dem Re­kord­ni­veau vom März 2009. Für die üb­ri­gen Bran­chen ist sie trotz des An­stiegs weit da­von ent­fernt.

Be­son­ders deut­lich zeigt sich die Ein­schät­zung der Markt­teil­neh­mer am Ver­hält­nis der CDS-Prä­mi­en von Fi­nanz­in­sti­tu­ten zu den üb­ri­gen Bran­chen. Je hö­her die­se Ra­tio steht, des­to kri­ti­scher wer­den Ban­ken und Ver­si­che­run­gen im Ver­gleich zu an­de­ren Schuld­nern ein­ge­stuft. Die Kenn­zahl ist ge­stie­gen (vgl. Gra­fik).

Ge­mäss ei­ner Aus­wer­tung der Öko­no­men von Uni­credit steht die Ra­tio so­gar knapp hö­her als der Re­kord vom Herbst 2008 nach der Leh­manp­lei­te so­wie über der Spit­ze vom Früh­ling 2009. Zu­dem hat sich die Beur­tei­lung im Lauf der Zeit um­ge­kehrt. Bis 2007 be­trug das Ver­hält­nis et­wa 0,3, die Ab­si­che­rung von Schuld­ti­teln der Fi­nanz­in­sti­tu­te kos­te­te al­so nur ein Drit­tel so viel wie für die an­de­ren Bran­chen. Da­nach stieg die Ra­tio bis 2008 auf 1,5 und in die­sem Früh­ling über 1,6.

Neu­er Dol­lar­index lan­ciert

Die Un­si­cher­heit der In­ves­to­ren ist auch am De­vi­sen­markt sicht­bar. Der In­dex Eu­ro Vix, der die im­pli­zi­te Vo­la­ti­li­tät (er­war­te­te Schwan­kungs­brei­te) für den Dol­lar-Eu­ro­Wech­sel­kurs misst, ist die­se Wo­che ge­stie­gen und steht auf dem Ni­veau von April 2009. Ab­si­chern kön­nen sich Ex­por­teu­re, Im­por­teu­re und An­le­ger z. B. mit un­be­ding­ten Ter­min­ge­schäf­ten. Da­von will die welt­gröss­te Ter­min­bör­se CME Group aus Chi­ca­go im drit­ten Quar­tal ei­ne neue Va­ri­an­te de­fi­nie­ren: Der Fu­tures soll sich auf den am Di­ens­tag lan­cier­ten Dow Jo­nes CME FX In­dex be­zie­hen.

Der neue In­dex zeigt den Aus­sen­wert des Dol­lars ge­gen­über sechs Wäh­run­gen: Eu­ro, Yen, Pfund, aus­tra­li­scher so­wie ka­na­di­scher Dol­lar und Fran­ken. Aus­wahl­kri­te­ri­um für den Korb war das Han­dels­vo­lu­men in Wäh­rungs-Fu­tures an der CME. Er­starkt der Dol­lar, fällt der In­dex, und vice ver­sa.

Er­folg­rei­che Ter­min­bör­sen

CME Group ver­zeich­ne­te im Mai ein re­kord­ho­hes Han­dels­vo­lu­men. Im Durch­schnitt wur­den täg­lich 16,8 Mio. Kon­trak­te ge­han­delt, das sind 58% mehr als ein Jahr zu­vor. Re­kor­de er­ziel­ten die Fu­tures und Op­tio­nen auf De­vi­sen, Me­tal­le und Roh­öl. Das gröss­te Wachs­tum zeig­ten Kon­trak­te auf Zins­in­stru­men­te mit 72%.

Er­folg­reich war auch die Ter­min­bör­se Eur­ex. Im Mai wur­den täg­lich 16,2 Mio. Kon­trak­te ge­han­delt (vgl. Sei­te 40).

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.