Ter­min­bör­sen er­zie­len Re­kord­um­satz

EUR­EX Ho­he Vo­la­ti­li­tät prägt den Markt – ISE büsst an Um­satz ein – Op­tio­nen auf ETF

Finanz und Wirtschaft - - WARRANTS/EUREX -

Die Ter­min­bör­sen sind auf Er­folgs­kurs. An der Eur­ex wur­den im Mai 256,5 Mio. Kon­trak­te ge­han­delt, das ist ein Re­kord und über­trifft das bis­he­ri­ge Höchst von 229 Mio. im Sep­tem­ber 2008, als Leh­man Bro­ther kol­la­bier­te. Pro Tag wur­den im Mai durch­schnitt­lich 16,2 Mio. Fu­tures und Op­tio­nen um­ge­setzt, das sind fast so vie­le wie der Re­kord der Chi­ca­go­er Kon­kur­ren­tin CME Group (vgl. Sei­te 37). Die­se han­delt im Ge­gen­satz zur Eur­ex nicht nur elek­tro­nisch, son­dern nach wie vor zu 16% auf dem Par­kett. Im Ver­gleich zum Mai 2009 er­ziel­te Eur­ex ei­ne Stei­ge­rung von gut 37% und blieb da­mit hin­ter den 58% von CME Group zu­rück.

Der zwei­te Blick zeigt al­ler­dings, dass Eur­ex in Frank­furt das Vo­lu­men 65% er­höh­te, wo­ge­gen die Toch­ter In­ter­na­tio­nal Se­cu­ri­ties Ex­ch­an­ge (ISE) in New York ei­ne Ein­bus­se von 9% er­litt. Dort wer­den Op­tio­nen ge­han­delt, die im Ver­gleich zu Fu­tures ei­nen viel ge­rin­ge­ren No­mi­nal­wert auf­wei­sen und des­halb je­weils in der Sta­tis­tik der ge­han­del­ten Kon­trak­te ei­ne – ge­mes­sen an ih­rem Ge­wicht – über­mäs­si­ge Rol­le spie­len.

Eur­ex er­klärt, Grund für den Er­folg in Frank­furt sei die ver­mehr­te Ver­wen­dung bör­sen­ge­han­del­ter De­ri­va­te an­ge­sichts ho­her Vo­la­ti­li­tät und Un­si­cher­heit. Für den Rück­gang an der ISE dürf­te der har­te Kon­kur­renz­kampf un­ter den sie­ben US-Op­ti­ons­bör­sen ver­ant­wort­lich sein. Dort gibt es Un­klar­hei­ten, ob der Um­satz ge­zählt wer­den soll­te, den Mar­ket Ma­ker un­ter­ein­an­der mit Di­vi­den­den­stra­te­gi­en er­zeu­gen. Die­ses Vo­lu­men stei­gert die für In­ves­to­ren zu­gäng­li­che Li­qui­di­tät nicht und wird des­halb von ISE im Un­ter­schied zu an­de­ren Bör­sen nicht ein­ge­rech­net.

Eur­ex führt seit Mit­te Mai er­neut Op­tio­nen auf ko­tier­te In­dex­fonds (Ex­ch­an­ge Tra­ded Funds, ETF) im An­ge­bot. Be­reits 2002 wur­de ein sol­ches Seg­ment lan­ciert. Da­mals war das In­ter­es­se al­ler­dings be­schei­den, doch mit dem zu­neh­men­den Er­folg der An­la­ge­klas­se wagt Eur­ex die­sen Schritt er­neut. Op­tio­nen auf ETF bie­ten An­le­gern, be­son­ders de­nen, die be­reits in ent­spre­chen­de ETF in­ves­tiert sind, die Mög­lich­keit, In­vest­ments ab­zu­si­chern oder auch an­de­re Han­dels­stra­te­gi­en um­zu­set­zen. Op­tio­nen auf ETF der An­bie­ter Isha­res, Deut­sche Bank, Cre­dit Suis­se und Sour­ce ste­hen zur Ver­fü­gung.

Des Wei­tern wur­de per En­de Mai die Pa­let­te der Agrar­de­ri­va­te um Fu­tures auf But­ter und Ma­ger­milch­pul­ver er­wei­tert. Bei­de Pro­duk­te ba­sie­ren auf Re­fe­renz­prei-

Im­pli­zi­te Vo­la­ti­li­tät sen der je­wei­li­gen Spot­märk­te. Agrar­de­ri­va­te wur­den an der Eur­ex 2009 lan­ciert – mit­un­ter han­delt es sich um Fu­tures auf Schwei­ne (Hogs), Fer­kel (Piglets), Kar­tof­feln für den bri­ti­schen Markt (London Po­ta­toes) so­wie eu­ro­päi­sche Ve­re­de­lungs­kar­tof­feln (Eu­ro­pean Pro­ces­sing Po­ta­toes). Zu­vor wa­ren die Kon­trak­te an der RMX ge­han­delt wor­den, die­se ging aus der Ter­min­bör­se Hannover und der Kre­dit­bör­se Deutsch­land her­vor. BEG/MP

Eur­ex-Um­satz auf Schwei­zer Ba­sis­wer­te

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