Ver­dor­ren «grü­ne Knos­pen»?

WAR­RANTS

Finanz und Wirtschaft - - WARRANTS/EUREX -

Vor ei­nem Jahr wa­ren die «grü­nen Knos­pen» ei­ner sich ab­zeich­nen­den Er­ho­lung der Welt­kon­junk­tur an der Früh­lings­ta­gung des IWF ei­ner der meist­zi­tier­ten Aus­sprü­chen. Doch nun dro­hen die Knos­pen zu ver­dor­ren, zu­min­dest ge­mes­sen am Sen­ti­ment der Bör­se: Un­ge­ach­tet der vor­wie­gend gu­ten Kon­junk­tur­da­ten – die nen­nens­wer­te und wich­ti­ge Aus­nah­me ist der US-Ar­beits­markt – neh­men die Fi­nanz­märk­te ge­gen­wär­tig düs­te­re Wachs­tums­pro­gno­sen vor­weg. Be­las­te­ten vor we­ni­gen Ta­gen noch Sor­gen über die ma­ro­den Staats­haus­hal­te die Bör­se, be­rei­ten mitt­ler­wei­le die Fol­gen des Schul­den­ab­baus Kum­mer. Wenn die Ab­bau­mass­nah­men um­ge­setzt wer­den, dann ist wohl auch die Par­ty in ei­ni­gen zy­kli­schen Wer­ten vor­bei – weil auch auf Kos­ten der In­fra­struk­tur ge­spart wer­den muss und noch of­fen ist, ob und wie stark die eu­ro­päi­schen Zy­kli­ker die Schwä­che im Heim­markt mit Pro­jek­ten in Asi­en kom­pen­sie­ren kön­nen.

De­fen­si­ve Phar­ma­wer­te wie No­var­tis oder Ro­che sind eben­falls kei­ne «si­che­ren Hä­fen» mehr, denn sie pro­fi­tie­ren von staat­li­chen Sub­ven­tio­nen in Form, dass Kran­ken­kas­sen­zah­lun­gen et­wa ein Drit­tel des Um­sat­zes bei­steu­ern. In ge­wis­sen Med­tech-Un­ter­neh­men, et­wa Syn­thes, ist es so­gar die Hälf­te. Im Vor­mit­tags­han­del blieb es in De­ri­va­ten auf Pa­nal­pi­na – der Ba­sis­wert ver­lor rund dop­pelt so viel wie der Ge­samt­markt – ru­hig. Un­gleich ner­vö­ser be­weg­ten sich War­rants auf Ro­che, Pa­pie­re wie BAER/ROGJL, BKB/BKROGY und BAER/ROGJK ver­zeich­ne­ten bei brö­ckeln­den No­tie­run­gen ho­hen Um­satz. Der De­ri­va­te­han­del auf No­var­tis war we­sent­lich ru­hi­ger als der auf Ro­che. Ein­zig ZKB/NOVZA fiel mit nen­nens­wer­tem Vo­lu­men auf. Auch hier wur­de nicht mit Blick auf die Um­satz­an­tei­le im Me­di­ka­men­ten­ge­schäft mit staat­li­chen «Ge­gen­par­tei­en» mit Puts à la Baisse ge­spielt.

Sol­che Ope­ra­tio­nen wä­ren eher in Tran­so­ce­an zu er­war­ten ge­we­sen. Die Um­welt­ka­ta­stro­phe im Golf von Me­xi­ko scheint weit ent­fernt von ei­ner Lö­sung. Doch es ver­lo­ren le­dig­lich die Calls Ter­rain, wo­bei der Ba­sis­wert deut­lich nach­gab. In den Puts blieb es ru­hig.

War­rants ha­ben sich in­des ge­ne­rell ver­teu­ert, weil die Vo­la­ti­li­tät ge­stie­gen ist. Der VSMI, der die Vo­la­ti­li­tät der SMI-Op­tio­nen ab­bil­det, rück­te in zwei Ta­gen von 21% auf 26% vor. Vor dem Hin­ter­grund gu­ter Fun­da­men­tal­da­ten und Be­fürch­tun­gen ei­ner an­hal­ten­den De­bat­te um die ma­ro­den Staats­fi­nan­zen in Eu­ro­pa rät Im­ma­nu­el Wal­ter, De­ri­vat­ex­per­te BNP Pa­ri­bas in Frank­furt, zu ei­ner Über­prü­fung des Ri­si­ko­pro­fils: In ge­he­bel­ten Po­si­tio­nen auf bei­de Rich­tun­gen kön­nen Ge­win­ne mit­ge­nom­men und Stop-Loss Le­vels nach­ge­zo­gen wer­den.

Die hö­he­re Vo­la­ti­li­tät macht in ein­zel­nen Fäl­len Mi­ni-Fu­tures wie­der at­trak­ti­ver als klas­si­sche War­rants bzw. Op­ti­ons­schei­ne. De­fen­si­ve­ren An­le­gern rät Wal­ter zu Tra­cker-Zer­ti­fi­ka­ten auf In­di­zes, de­fen­si­ven Ein­zel­ak­ti­en oder Roh­stof­fen.

BNP Pa­ri­bas,

Meist­ge­han­del­te War­rants und Zer­ti­fi­ka­te

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.