«Hy­drau­lik bleibt stark»

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - PHI­LIP MO­SI­MANN IN­TER­VIEW: ANDRE­AS MEI­ER

Herr Mo­si­mann, wie ent­wi­ckeln sich die ver­schie­de­nen Spar­ten von Bu­cher? Un­ter­schied­lich. In un­se­rer gröss­ten Spar­te, Kuhn Land­ma­schi­nen, setzt sich die Er­ho­lung in den USA fort, wäh­rend sich für die Märk­te in Eu­ro­pa ab­zeich­net, dass der Tief­punkt im Som­mer über­wun­den wer­den könn­te. In Eu­ro­pa ist das In­ves­ti­ti­ons­ver­hal­ten noch im­mer zu­rück­hal­tend. In der stark auf Eu­ro­pa aus­ge­rich­te­ten Spar­te Mu­ni­ci­pal mit den Stras­sen­kehr­fahr­zeu­gen spü­ren wir die Staats­schul­den­kri­se nicht – oder noch nicht.

Selbst in Sü­d­eu­ro­pa nicht? In Spa­ni­en et­wa läuft das Ge­schäft noch gut. Mit Span­nung und et­was Sor­ge be­trach­ten wir Gross­bri­tan­ni­en, des­sen Staats­haus­halt struk­tu­rell schwach ist, doch auch hier spü­ren wir mo­men­tan kei­ne wei­te­re Ab­schwä­chung. Ost­eu­ro­pa ist nach wie vor schwach.

Wie läuft’s im Hy­drau­lik-Ge­schäft? Hier setzt sich der über­aus star­ke Trend des ers­ten Quar­tals mit 44% Be­stel­lungs­zu­nah­me er­freu­li­cher­wei­se fort. Im Ver­lauf des Jah­res wird die Wachs­tums­ra­te aber nur schon we­gen des Ba­sis­ef­fekts sin­ken. Ein Zu­wachs von 10 bis 20% En­de Jahr wä­re im­mer noch schön. Die Spar­te Glas­be­häl­ter­an­la­gen zeigt sich noch im­mer ver­hal­ten. Das Ge­schäft ist spät­zy­klisch, doch wir stel­len fest, dass auf Kun­den­sei­te die Pro­jekt­tä­tig­keit für neue Glas­pro­duk­ti­ons­an­la­gen wie­der zu­nimmt.

Hat sich der Nach­fra­ge­schub im Be­reich Wein­pro­duk­ti­ons­an­la­gen in der Spar­te Specials be­stä­tigt? Ja, dank des neu­en Sub­ven­ti­ons­zy­klus’ in der EU neh­men die Be­stel­lun­gen um rund 20% zu. Schwie­rig ist da­ge­gen das Ge­schäft mit Ap­fel­saft­an­la­gen. Da wur­de in den letz­ten Jah­ren von un­se­ren Kun­den wohl über­in­ves­tiert. Für Ent­wäs­se­rungs­sys­te­me von Klär­an­la­gen ha­ben wir ei­ne ers­te Be­stel­lung aus der Pri­vat­wirt­schaft er­hal­ten. Im Land­ma­schi­nen­ver­trieb Schweiz, der eben­falls zur Specials-Spar­te zählt, läuft das Ge­schäft wei­ter­hin rund.

Wie ist Bu­cher be­trof­fen von der Eu­ro-Schwä­che? Wir ver­fü­gen über di­ver­se Pro­duk­ti­ons­stät­ten im Eu­ro­raum und ex­por­tie­ren teils in Dol­lar-Län­der, was uns Vor­tei­le ver­schafft. In un­se­ren Schwei­zer Wer­ken ver­su­chen wir, mehr Kom­po­nen­ten aus dem Eu­ro­raum zu be­zie­hen. Weil Bu­cher in Fran­ken bi­lan­ziert, ent­steht aber den­noch ein ne­ga­ti­ver Trans­la­ti­ons­ef­fekt. Doch struk­tu­rell pro­fi­tie­ren wir eher vom tie­fen Eu­ro. Wir ha­ben zu­dem ei­nen Teil un­se­res Eu­ro-Ex­po­sures knapp un­ter 1.50 Fr. ab­ge­si­chert.

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