Un­ser All-Star-Team

Die Spie­ler der Start­auf­stel­lung sind in Top­form – Gu­te Mi­schung aus De­fen­si­ve und Of­fen­si­ve – Fi­nanz­häu­ser sa­gen den Welt­meis­ter vor­aus – Oft sim­ple Me­tho­dik

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - JAN SCHWAL­BE

Die bes­ten Ak­ti­en der WM-Teil­neh­mer. Ih­nen ist 2010 ei­ne Top­leis­tung zu­zu­trau­en.

Das All-Star-Team der bes­ten Ak­ti­en aus den WM-Teil­neh­mer­staa­ten steht. Die Ti­tel, die es aus der Fussball-WM-Se­rie der «Fi­nanz und Wirt­schaft» in die Stamm­elf ge­schafft ha­ben, sind in Top­form. Auch die Che­mie stimmt. De­fen­siv aus­ge­rich­te­te Pa­pie­re wie Nest­lé, Co­ca-Co­la und Tes­co spie­len hin­ter so­li­den Wer­ten mit Of­fen­siv­drang wie Phi­lips, BASF und Te­le­fó­ni­ca. Auf Tref­fer­jagd ge­hen Va­lo­ren wie BHP Bil­li­ton und Samsung. Das Port­fo­lio ist mehr als nur ei­ne Spie­le­rei und bie­tet sich durch­aus als In­vest­ment­vor­la­ge an. Die Ti­tel auf der Er­satz­bank hin­ge­gen soll­ten zum jet­zi­gen Zeit­punkt nicht ein­ge­setzt wer­den, ha­ben je­doch durch­aus das Zeug, ins Team nach­zu­rü­cken. Ob sich das All-Star-Team gut ent­wi­ckelt und gar bes­ser als der Ge­samt­markt ab­schnei­det, wird «Fi­nanz und Wirt­schaft» An­fang Sep­tem­ber in ei­ner de­tail­lier­ten Aus­wer­tung tes­ten.

In den letz­ten Ta­gen und Wo­chen hat so gut wie je­de Bank ei­ne Stu­die zur Fussball-WM ver­öf­fent­licht. Von ein­fa­chen Vor­her­sa­gen des Welt­meis­ters über den aus ma­the­ma­ti­schen Über­le­gun­gen her­ge­lei­te­ten Tur­nier­ver­lauf bis hin zum mit dem FuW-All-Star-Team kon­kur­rie­ren­den WM-Port­fo­lio ist al­les da­bei.

Stär­ker als die UBS-Aus­wahl?

Die UBS lässt in ih­rer Start­elf mit Co­caCo­la und Samsung zwei Spie­ler, die es auch ins FuW-Team ge­schafft ha­ben, auf­lau­fen. Da­ne­ben spie­len die Brau­er SAB Mil­ler, Hei­ne­ken und Am­bev, die US-Kon­zer­ne Ni­ke, McDo­nald’s und Elec­tro­nic Arts so­wie die bri­ti­schen Un­ter­neh­men Smiths Group und Rex­am. Mu­tig ist die Wahl des chi­ne­si­schen Sport­schuh­her­stel­lers Yue Yu­en In­dus­tri­al. Ei­ne ver­blüf­fend ähn­li­che Auf­stel­lung wählt auch die Cre­dit Suis­se (vgl. Sei­te 31).

Wenn es um den Ge­win­ner des Tur­niers geht, rech­net UBS We­alth Ma­nage­ment für Bra­si­li­en mit 22% die gröss­te Wahr­schein­lich­keit aus. Deutsch­land hat 18% Chan­cen, Ita­li­en 13%, den Po­kal in die Hö­he zu stem­men. Tur­nier­fa­vo­rit Spa­ni­en kommt ge­ra­de mal auf 4%. Auf ei­nen Welt­meis­ter fest­le­gen will sich die UBS je­doch nicht. Gold­man Sachs ist et­was mu­ti­ger. Der US-Bro­ker pro­gnos­ti­ziert, dass sich Ar­gen­ti­ni­en, Bra­si­li­en, En­g­land und Spa­ni­en für den Halb­fi­nal qua­li­fi­zie­ren.

Ei­ne kla­re Mei­nung hat Stan­dard & Poor’s (S&P). Der Welt­meis­ter der Ra­ting­agen­tur ist Gha­na. Ein Blick auf die Me­tho­dik stellt den Wert der Pro­gno­se je­doch in Fra­ge. S&P stützt sich auf ei­ne spie­le­ri­sche Si­mu­la­ti­on des Tur­nier­ver­laufs an­hand der Bör­sen­leis­tung der Län­der seit An­fang Jahr. Dar­an ge­mes­sen setzt sich Gha­na mit ei­ner Per­for­mance von +50,7% im Fi­nal ge­gen Ja­pan (–3,3%) durch.

En­g­land per Elf­me­ter

J. P. Mor­gan nimmt die Sa­che erns­ter und wen­det zur Er­mitt­lung des Cham­pi­ons gar quan­ti­ta­ti­ve Ana­ly­se an. Auf sieb­zig Sei­ten er­läu­tert der Bro­ker sein Mo­dell, das sich un­ter an­de­rem aus frü­he­ren WM-Er­geb­nis­sen, der Stär­ke der Geg­ner und der Rang­lis­te der Fi­fa zu­sam­men­setzt. Doch we­der die Form­kur­ve noch die Ver­let­zun­gen von Stamm­spie­lern spie­len ei­ne Rol­le. Im Fi­nal soll En­g­land ge­gen Spa­ni­en Welt­meis­ter wer­den – und das im Elf­me­ter­schies­sen.

Um ei­nen rea­lis­ti­sche­ren Blick auf die Chan­cen der Teams zu ha­ben, ge­nügt ein Blick auf die Quo­ten des Buch­ma­chers Bwin. Top­fa­vo­rit ist mit ei­ner Quo­te von 4,75:1, was mit ei­nem Ein­satz von 10 Fr. 47.50 Fr. ein­brin­gen wür­de, Spa­ni­en. Da­nach fol­gen Bra­si­li­en (5,75:1), Ar­gen­ti­ni­en (7,5:1) und En­g­land (8,5:1). Wird die Schweiz Welt­meis­ter, wür­den mit ei­nem Ein­satz von 10 Fr. sat­te 2010 Fran­ken aus­ge­zahlt. Die Chan­cen, dass sich der Schwei­zer Grup­pen­geg­ner Chi­le für den Ach­tel­fi­nal qua­li­fi­ziert, wer­den hö­her ein­ge­stuft als die­je­ni­gen der Eid­ge­nos­sen.

Im End­ef­fekt sind sol­che Pro­gno­sen oh­ne­hin bald Ma­ku­la­tur. Ab­ge­rech­net wird auf dem Fuss­ball­platz. Ge­nau­so wird das All-Star-Team der FuW in drei Mo­na­ten be­wei­sen müs­sen, ob die Vor­schuss­lor­bee­ren ge­recht­fer­tigt wa­ren.

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