Staats­ver­trag in der Schwe­be

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - PM

Das Hick­hack um den Staats­ver­trag mit den USA in Sa­chen UBS setzt sich fort – par­al­lel da­zu steigt die Ner­vo­si­tät, ob SP oder SVP in letz­ter Mi­nu­te doch noch ein­len­ken wer­den. Nach­dem der Stän­de­rat zum zwei­ten Mal deut­lich Ja zum Staats­ver­trag ge­sagt hat und ihn auch nicht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum un­ter­stel­len will, wird der Na­tio­nal­rat zu Be­ginn der kom­men­den Wo­che den de­fi­ni­ti­ven Ent­scheid zu fäl­len ha­ben. Lehnt er den Staats­ver­trag er­neut ab, ist das Ge­schäft er­le­digt. Ei­ne Ei­ni­gungs­kon­fe­renz zwi­schen den bei­den Rä­ten gibt es in die­sem Fall nicht. Ein Nein des Na­tio­nal­rats wird wie ein Nicht­ein­tre­ten be­han­delt – der Rat will das Ge­schäft nicht.

Schliesst er sich hin­ge­gen dem Stän­de­rat an und sagt Ja zum Staats­ver­trag und Nein zur Un­ter­stel­lung un­ter das fa­kul­ta­ti­ve Re­fe­ren­dum, so ist das Ge­schäft an­ge­nom­men, und der Ver­tag kann um­ge­setzt wer­den. Stimmt er hin­ge­gen dem Ver­trag zu und un­ter­stellt ihn je­doch dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum, wird es nur in die­ser in­halt­li­chen Dif­fe­renz ei­ne Ei­ni­gungs­kon­fe­renz ge­ben.

Über den Aus­gang der Ab­stim­mung im Na­tio­nal­rat kann der­zeit nur spe­ku­liert wer­den. Die zu­stän­di­ge Kom­mis­si­on für Wirt­schaft und Ab­ga­ben des Na­tio­nal­rats hat den Ver­trag er­neut ab­ge­lehnt, wenn auch we­ni­ger deut­lich als zu­vor. Wäh­rend FDP und CVP rich­ti­ger­wei­se hart blei­ben und wei­ter­hin nicht be­reit sind, auf die Er­pres­sungs­ver­su­che der zwei gros­sen Par­tei­en ein­zu­tre­ten, sucht die SVP of­fen­bar nach We­gen, wie sie aus dem selbst ver­ur­sach­ten Di­lem­ma her­aus­kom­men und dem Staats­ver­trag oh­ne Ge­sichts­ver­lust zu­stim­men kann. Die Chan­cen für ei­ne An­nah­me des Ver­trags sind so ge­se­hen ge­stie­gen.

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