La­ger­lo­gis­ti­ker har­ren aus

Auf­schwung ist noch nicht in Sicht – Kur­se von In­ter­roll, Kar­dex und Swiss­log brö­ckeln

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - FRP

Der Markt für La­ger­lo­gis­tik bleibt schwach: Bloss ein Drit­tel der Sek­tor­ver­tre­ter be­ur­teilt den Ge­schäfts­gang im lau­fen­den zwei­ten Quar­tal als gut. Die Auf­trags­la­ge stuft gar nur ein Vier­tel als zu­frie­den­stel­lend ein, wie ei­ne Um­fra­ge des deut­schen Bran­chen­ver­bands BVL er­gab. Gröss­te Pro­ble­me blei­ben brach lie­gen­de Ka­pa­zi­tä­ten und sin­ken­de Prei­se. Lo­gis­tik ist ein spät­zy­kli­sches Ge­schäft; bis sie von ei­nem Auf­schwung pro­fi­tiert, dau­ert es re­la­tiv lan­ge. Zu lan­ge für man­che An­le­ger. Sie schei­nen die Ge­duld zu ver­lie­ren: Die Ak­ti­en­kur­se brö­ckeln.

Die Va­lo­ren In­ter­roll, Swiss­log und Kar­dex ha­ben sich seit Jah­res­be­ginn par­al­lel zum Ge­samt­markt ent­wi­ckelt: ins­ge­samt sta­gnie­rend. Über ei­nen län­ge­ren Zei­t­raum schnei­den sie in­des klar schwä­cher ab. Dar­an än­dern auch jüngs­te Avan­cen nichts. Un­wirt­li­che Rah­men­be­din­gun­gen und haus­ge­mach­te Schwie­rig­kei­ten führ­ten da­zu, dass die In­ves­to­ren an­de­re Bran­chen vor­zo­gen. Durch Kos­ten­sen­kun­gen ge­lan­gen den Ge­sell­schaf­ten zwar ope­ra­ti­ve Fort­schrit­te, doch struk­tu­rel­le Wid­rig­kei­ten blei­ben. So ha­ben denn auch al­le drei Ti­tel zum Jah­res­höchst et­wa ein Fünf­tel des Werts ab­ge­ge­ben.

In­ter­roll ist am stärks­ten

Das fi­nanz­stärks­te und am bes­ten po­si­tio­nier­te Un­ter­neh­men der drei ist In­ter­roll. För­der­tech­nik ist zu­dem wohl das at­trak­tivs­te der Tä­tig­keits­fel­der. Der Au­to­ma­ti­sie­rungs­trend ver­heisst Wachs­tum, dem Margendruck weicht In­ter­roll durch den Fo­kus auf an­spruchs­vol­le Pro­duk­te aus. Der ho­he Ei­gen­fi­nan­zie­rungs­grad von 62% schafft Spiel­raum für die ge­plan­te Ex­pan­si­on in auf­stre­ben­de Märk­te. In der Füh­rung herrscht Kon­stanz, stra­te­gi­sche Schlen­ker blie­ben aus und die in­ter­nen Ab­läu­fe wur­den ge­strafft. Zie­hen die Vo­lu­men an, wird das Be­triebs­er­geb­nis über­pro­por­tio­nal stei­gen.

We­nig über­ra­schend ist In­ter­roll von den drei Ge­sell­schaf­ten mit Ab­stand am höchs­ten be­wer­tet. Ge­mes­sen an Um­satz und Buch­wert no­tie­ren die Ti­tel na­he am SPI-Schnitt. Das ho­he KGV von 24 für 2010 li­mi­tiert den Raum nach oben. Mit wei­te­ren Avan­cen ist erst zu rech­nen, wenn sich das ope­ra­ti­ve Ge­schäft spür­bar be­lebt.

Am kräf­tigs­ten ver­teu­ert ha­ben sich die Va­lo­ren Swiss­log. Das kon­tras­tiert mit der ent­täu­schen­den län­ger­fris­ti­gen Ent­wick­lung. Seit An­fang 2009 hat sich der Kurs zwar bei­na­he ver­dop­pelt, doch no­tiert er auf dem Ni­veau von An­fang 2005. Swiss­log lei­det un­ter Auf­trags­flau­te und här­te­rem Wett­be­werb. Trotz ei­nes Spar­pro­gramms wer­den Um­satz und Ebit ge­mäss An­ga­ben der Füh­rung 2010 leicht schrump­fen. An­ge­sichts die­ser Per­spek­ti­ven er­lahm­te das In­ter­es­se der An­le­ger, was sich in ge­rin­ge­ren Han­dels­vo­lu­men spie­gelt. Die Luft scheint raus zu sein, An­la­gen drän­gen sich zum ak­tu­el­len KGV von 14 nicht auf.

Hö­he­res mit­tel­fris­ti­ges Wachs­tums­po­ten­zi­al ber­gen Kar­dex. Mit der Über­nah­me von Mlog glück­te der Ge­sell­schaft stra­te­gisch ein Sprung nach vor­ne. Die Ge­schäf­te über­schnei­den sich nicht, sind bes­ser plan­bar und der Zu­kauf trägt ab so­fort zum Er­geb­nis bei. Der Markt für au­to­ma­ti­sier­te Aus­lie­fe­rungs­la­ger ist aber um­kämpft und es be­ste­hen Über­ka­pa­zi­tä­ten. Die Her­aus­for­de­run­gen schla­gen sich in ei­ner ge­drück­ten Be­wer­tung nie­der: Ver­gli­chen mit Mit­te 2008 hat sich der Kurs na­he­zu hal­biert. Die Small Caps eig­nen sich als Port­fo­li­o­er­gän­zung für ri­si­ko­fä­hi­ge An­le­ger mit ei­nem lan­gen Atem.

Kon­junk­tu­rel­le Ri­si­ken

Das gröss­te Ri­si­ko für den Sek­tor bil­det die Kon­junk­tur. Die Er­war­tun­gen der Un­ter­neh­men ver­bes­sern sich zwar seit drei Quar­ta­len kon­ti­nu­ier­lich, doch die Furcht geht um, die staat­li­chen Spar­ef­forts di­ver­ser EU-Län­der zwecks Schul­den­ab­bau könn­ten die auf­kei­men­de Nach­fra­ge ab­wür­gen. Eu­ro­pa ist der Haupt­ab­satz­markt der drei Ge­sell­schaf­ten.

In der För­der­tech­nik bie­ten sich für In­ter­roll Chan­cen durch neue An­wen­dun­gen (Bild: Post-Ver­teil­zen­trum Mül­li­gen).

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