Su­va hat die Ver­hü­tung von Un­fäl­len im Griff

Er­folg­rei­ches Ge­schäfts­jahr – Er­freu­li­che Prä­mi­en­ent­wick­lung

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - GER­TRUD BOLLIER,

Die Su­va konn­te an der Bi­lanz­me­di­en­kon­fe­renz vom 11. Ju­ni auf ein er­folg­rei­ches Ge­schäfts­jahr 2009 zu­rück­bli­cken. Es schloss mit ei­nem po­si­ti­ven Jah­res­er­geb­nis von 188 Mio. Fr. ( Vor­jahr –149 Mio. Fr.) und ei­ner Ren­di­te von 12,6% auf dem Ren­ten­de­ckungs­ka­pi­tal. Die ver­si­cher­te Lohn­sum­me er­höh­te sich in­ner­halb Jah­res­frist 0,7% auf 128 Mrd. Fr. Da­mit wur­de das Lohn­ni­veau des sehr gu­ten Rech­nungs­jah­res 2008 sta­bi­li­siert. Mit 4,23 Mrd. fie­len die Brut­to­prä­mi­en­ein­nah­men 4% tie­fer aus, was auf Prä­mi­en­sen­kun­gen zu­rück­zu­füh­ren ist.

2009 ver­zeich­ne­te die Su­va 448 820 Scha­den­fäl­le (0,4% we­ni­ger als 2008). Sie lös­ten Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen von ins­ge­samt 3,9 Mrd. Fr. (+3,5%) aus, was auf ge­stie­ge­ne Hei­lungs­kos­ten und Mehr­auf­wen­dun­gen für Tag­gel­der zu­rück­zu­füh­ren ist. Al­le Per­so­nen, die Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung be­zie­hen, sind über die Su­va un­fall­ver­si­chert. Durch die schlech­te Wirt­schafts­la­ge im Jahr 2009 ist ih­re Zahl, und da­mit auch die der Un­fäl­le, knapp ein Drit­tel auf 15427 ge­stie­gen.

Wir­kungs­vol­le Prä­ven­ti­on

Die 117 Mio. Fr. (3,5% mehr als 2008) für Prä­ven­ti­on loh­nen sich: Die Zahl der Be­rufs­un­fäl­le sank ge­gen­über dem Vor­jahr 4%, die Be­rufs­krank­hei­ten gar 10%. Die Nicht­be­rufs­un­fäl­le stie­gen je­doch 0,9% auf 254 176.

Auch das 2003 ein­ge­führ­te Ca­sema­nage­ment zeigt Wir­kung. Noch nie seit Ein­füh­rung des UVG im Jahr 1984 war die An­zahl Neu­ren­ten so nied­rig wie 2009. Sie ist in­zwi­schen 45% von 3350 auf 2050 ge­sun­ken, oh­ne den Ver­si­cher­ten Leis­tun­gen vor­zu­ent­hal­ten. Die Neu­ren­ten konn­ten 2009 im Ver­gleich zum Vor­jahr 7,3% und die Kos­ten 9,8% oder 62 Mio. Fr. ge­senkt wer­den. Dar­an wird mit der «Vi­si­on 250 Le­ben» wei­ter ge­ar­bei­tet: In­ner­halb von fünf Jah­ren sol­len je fünf­zig schwe­re Un­fäl­le oder To­des­fäl­le ver­mie­den wer­den.

Das tech­ni­sche Er­geb­nis (Ri­si­ko­rech­nung) schliesst mit ei­nem Plus von 122 ( Vor­jahr 1260) Mio. Fr. Der Scha­den­auf­wand stieg 2009 um 27,3% auf 4,67 Mrd. Fr., was pri­mär auf ei­ne Er­hö­hung der Rück­stel­lun­gen für un­er­le­dig­te Un­fäl­le zu­rück­zu­füh­ren ist. Für Hei­lungs­kos­ten und Tag­gel­der wur­den 2,21 Mrd. Fr. aus­ge­zahlt (+3,8%). Die Be­triebs­kos­ten, inkl. Prä­ven­ti­on und ei­ner Rück­stel­lung von 25 Mio. Fr. für künf­ti­ge In­for­ma­tik­pro­jek­te, be­tra­gen 520 Mio. Fr.(+4,4%).

So­li­der De­ckungs­grad

Die ra­sche Er­ho­lung an den Fi­nanz-und Ka­pi­tal­märk­ten ab dem zwei­ten Quar­tal 2009 führ­te zu ho­hen Ka­pi­tal­er­trä­gen von 1,99 Mrd. Fr. Die Wert­schwan­kungs­re­ser­ven konn­ten dank der gu­ten An­la­ge­ren­di­te von 12,6% auf 844 Mio. Fr. er­höht wer­den. Der Ver­gleich mit Pen­si­ons­kas­sen, wo der De­ckungs­grad ge­mes­sen wird, zeigt für die Su­va per 31. De­zem­ber 2009 so­li­de 117,6%.

Fi­nanz­chef Ernst Mä­der geht für das lau­fen­de Jahr von ei­nem An­stieg der Ver­si­che­rungs­kos­ten von 3% aus. An­ge­spro­chen auf die Fi­nan­zent­wick­lung, sieht er als obers­tes Ziel die Er­hal­tung der fi­nan­zi­el­len Sta­bi­li­tät und Ri­si­ko­fä­hig­keit. Zum Er­rei­chen der durch­schnitt­li­chen Per­for­mance von 5% über fünf­zehn Jah­re müs­se in Ak­ti­en, al­ter­na­ti­ve An­la­gen und Im­mo­bi­li­en in­ves­tiert wer­den. In der Su­va fi­nan­ziert der drit­te Bei­trags­zah­ler (das De­ckungs­ka­pi­tal) lang­fris­tig rund 30% der Ver­si­che­rungs­leis­tung.

Das er­freu­li­che Jah­res­er­geb­nis und ein gu­ter Ri­si­ko­ver­lauf er­lau­ben zum vier­ten Mal in Fol­ge ei­ne durch­schnitt­li­che Prä­mi­en­sen­kung von 3% in der Be­rufs­un­fall­ver­si­che­rung. In der Nicht­be­rufs­un­fall­ver­si­che­rung kön­nen die Net­to­prä­mi­en ge­hal­ten wer­den. Die ef­fek­ti­ve Prä­mi­en­ent­wick­lung hängt vom Ri­si­ko­ver­lauf der Bran­che und der Be­trie­be ab, des­halb dürf­ten die Prä­mi­en für gut 20% der Un­ter­neh­men un­ver­än­dert blei­ben und für 10% stei­gen.

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