Auf Wachs­tums­kurs

Ak­ti­en der füh­ren­den Braue­rei­en fa­vo­ri­sie­ren

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - OP

Die füh­ren­den Braue­rei­en ha­ben im ver­gan­ge­nen Jahr ih­re de­fen­si­ven Qua­li­tä­ten un­ter Be­weis ge­stellt und sich bes­ser be­haup­tet als er­war­tet. Trotz der schwie­ri­gen Markt­be­din­gun­gen in wei­ten Tei­len der Welt ver­moch­ten An­heu­ser-Busch In­bev (AB In­bev), SAB Mil­ler, Hei­ne­ken und Carls­berg den Ge­winn zu stei­gern. Kos­ten­ein­spa­run­gen und Preis­er­hö­hun­gen gli­chen den Ver­kaufs­rück­gang aus.

An der Bör­se wur­de die so­li­de Ge­schäfts­ent­wick­lung früh­zei­tig ein­ge­preist. Die Ak­ti­en der vier Ge­sell­schaf­ten er­hol­ten sich schnell von den En­de 2008 und An­fang 2009 er­lit­te­nen Kurs­rück­schlä­gen (vgl. Kurs­gra­fik) und ge­hö­ren auch im lau­fen­den Jahr zu den An­le­ger­lieb­lin­gen.

Kos­ten­ein­spa­run­gen

Das In­ter­es­se an den Bier­wer­ten hängt we­ni­ger mit der Freu­de über die dies­jäh­ri­ge Fussball-WM zu­sam­men (vgl. ne­ben­ste­hen­den Ar­ti­kel), son­dern grün­det in der so­li­den Ge­schäfts­ent­wick­lung der glo­bal aus­ge­rich­te­ten Un­ter­neh­men, die die Markt­kon­so­li­die­rung vor­an­trei­ben und von den da­mit ver­bun­de­nen Grös­sen­vor­tei­len und Sy­ner­gi­en pro­fi­tie­ren. Die vier gröss­ten Braue­rei­en kon­trol­lie­ren mitt­ler­wei­le über die Hälf­te des glo­ba­len Bier­aus­stos­ses und er­wirt­schaf­ten drei Vier­tel des ge­sam­ten Bran­chen­ge­winns (vgl. Ku­chen­gra­fi­ken).

Der Pri­mus AB In­bev, der 2008 aus der 52 Mrd.$ teu­ren Über­nah­me des ame­ri­ka­ni­schen Mark­füh­rers An­heu­ser-Busch durch den bel­gisch-bra­si­lia­ni­schen Kon­kur­ren­ten In­bev her­vor­ge­gan­gen war, stei­ger­te im ers­ten ge­mein­sa­men Jahr mit ei­nem auf ver­gleich­ba­rer Ba­sis kaum ver­än­der­ten Um­satz von 36,8 Mrd. $ den Ge­winn vor ein­ma­li­gen Son­der­pos­ten um 56% auf 3,93 Mrd.$. 2009 wur­den be­reits Ein­spa­run­gen durch Sy­ner­gi­en von über 1,1 Mrd.$ rea­li­siert. Ins­ge­samt strebt das Ma­nage­ment bis 2011 Kos­ten­sen­kun­gen von 2,25 Mrd.$ an.

Die zweit­gröss­te Braue­rei­grup­pe, SAB Mil­ler aus Süd­afri­ka, stei­ger­te den Um­satz im Ge­schäfts­jahr 2009/10 (per En­de März) 4% auf 26,4 Mrd. $ und den Be­triebs­ge­winn auf Ebita-Ba­sis 6% auf 4,4 Mrd.$ (vgl. FuW Nr. 39 vom 22. Mai). Gut un­ter­wegs sind auch Hei­ne­ken aus den Nie­der­lan­den und Carls­berg aus Dä­ne­mark, die vor zwei Jah­ren ge­mein­sam den bri­ti­schen Kon­kur­ren­ten Scot­tish & New­cast­le für 7,8 Mrd.£ über­nom­men ha­ben. Die Nie­der­län­der stei­ger­ten im ver­gan­ge­nen Jahr dank Preis­er­hö­hun­gen und Kos­ten­ein­spa­run­gen das ope­ra­ti­ve Er­geb­nis (Ebit) 63% auf 1,8 Mrd.€. Mit der An­fang

Ge­winn­aus­sich­ten sind in­takt Jahr ver­ein­bar­ten Über­nah­me des Braue­r­ei­ge­schäfts der me­xi­ka­ni­schen FemsaG­rup­pe er­hält Hei­ne­ken die Chan­ce, in der Wachs­tums­re­gi­on Latein­ame­ri­ka Fuss zu fas­sen. Aus­ser­halb Chi­les ist das Hei­ne­ken bis­lang nicht ge­lun­gen.

Über­gangs­jahr

Carls­berg hat 2009 wie der nie­der­län­di­sche Kon­kur­rent dank Kos­ten­ein­spa­run­gen und Preis­er­hö­hun­gen mehr ver­dient als im Jahr zu­vor. Das Be­triebs­er­geb­nis vor Son­der­pos­ten stieg 18% auf 9,4 Mrd. dKr. (1,7 Mrd. Fr.). Die­ses Jahr sind wei­te­re Kos­ten­sen­kun­gen ge­plant.

Trotz der ra­schen Kurs­er­ho­lung sind die Ak­ti­en der füh­ren­den Braue­rei­en mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis 2010 von 15 bis 16 nicht über­teu­ert. Ein En­ga­ge­ment er­for­dert aber we­gen der un­kla­ren Kon­junk­tur­aus­sich­ten Ge­duld und gu­te Ner­ven. Der Hö­hen­flug der Va­lo­ren kann we­gen kurz­fris­ti­ger Ent­täu­schun­gen ab­rupt en­den. Die lang­fris­ti­gen Ge­winn­per­spek­ti­ven sind in­takt. Ers­te Wahl blei­ben die Ti­tel von An­heu­ser-Busch In­bev und SAB Mil­ler, die stark in den Schwel­len­län­dern ver­an­kert sind.

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