Grü­nes Licht für Pe­tro­bras

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - SB,

Der bra­si­lia­ni­sche Se­nat hat dem staat­lich kon­trol­lier­ten Öl­kon­zern Pe­tro­bras den Weg für ei­ne seit Mo­na­ten ge­plan­te Ka­pi­tal­er­hö­hung ge­eb­net: Die Kam­mer ge­neh­mig­te, dass Pe­tro­bras vom Staat die För­der­rech­te für bis zu 5 Mrd. Fass Öl in der Tief­see vor der bra­si­lia­ni­schen Küs­te er­hält. Der Kon­zern be­zahlt die­se Über­schrei­bung der Li­zenz­rech­te mit Ka­pi­tal, wel­ches er durch ei­ne Neu­emis­si­on von Ak­ti­en ein­neh­men will. Im güns­tigs­ten Fall könn­te die Ka­pi­tal­er­hö­hung von Pe­tro­bras be­reits En­de Ju­li statt­fin­den. Ins­ge­samt könn­te es da­bei zu ei­ner Emis­si­on im Wert von 50 Mrd.$ kom­men – die mit Ab­stand gröss­te Ka­pi­tal­er­hö­hung des Jah­res.

Pe­tro­bras’ Ak­ti­en­kurs re­agier­te al­ler­dings kaum auf den Se­nats­be­schluss. Der Grund für das man­geln­de In­ter­es­se der In­ves­to­ren sind die im­mer noch zahl­rei­chen un­ge­klär­ten Fra­gen im Zu­sam­men­hang mit der Ka­pi­tal­er­hö­hung. So ist noch nicht be­kannt, wel­chen Preis der Staat pro Bar­rel Öl ver­an­schla­gen wird. Das un­ab­hän­gi­ge Gut­ach­ten ist noch nicht ver­öf­fent­licht. Von der Preis­vor­ga­be hängt je­doch ab, wie sich das Ver­hält­nis zwi­schen Staat und Pri­vat­ak­tio­nä­ren in der Kon­trol­le von Pe­tro­bras ver­än­dern wird. Ge­gen­wär­tig hält der bra­si­lia­ni­sche Staat 32% an Pe­tro­bras. Auch ist noch nicht klar, wie viel Ka­pi­tal der Kon­zern für sei­ne ehr­gei­zi­gen In­ves­ti­ti­ons­vor­ha­ben von 200 bis 220 Mrd.$ im Zei­t­raum von 2010 bis 2014 tat­säch­lich auf­neh­men will. Der Ver­wal­tungs­rat hat bis­her kei­nen Plan ab­ge­seg­net. Den­noch dürf­te sich der Kurs der Pe­tro­bras-Ak­tie lang­sam wie­der nach oben be­we­gen, nach­dem die Un­si­cher­hei­ten über die Ka­pi­tal­er­hö­hung und die neu­en För­der­ge­set­ze all­mäh­lich aus dem Weg ge­räumt wer­den. Po­si­tiv ist, dass sich mit der Über­schrei­bung Pe­tro­bras’ Ver­schul­dungs­si­tua­ti­on ver­bes­sert. Zur­zeit kann der Kon­zern kei­ne neu­en Kre­di­te auf­neh­men, oh­ne sein Ra­ting zu ge­fähr­den.

Auf je­den Fall ein gu­tes Ge­schäft dürf­te die Ak­ti­en­aus­ga­be für die be­tei­lig­ten Ban­ken wer­den: Der staat­li­che Ban­co do Bra­sil wur­de an­ge­wie­sen, die Emis­si­on fe­der­füh­rend vor­zu­be­rei­ten. Mit der glo­ba­len Ko­or­di­nie­rung wur­den zu­dem die In­vest­ment­ban­ken der bra­si­lia­ni­schen In­sti­tu­te Itaú Uni­ban­co und Bra­des­co be­auf­tragt. Bank of Ame­ri­ca, Ci­ti, Mor­gan St­an­ley und Santan­der wer­den die Emis­si­on welt­weit ko­or­di­nie­ren.

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