An­lei­tung für Mes­se­gän­ger

Finanz und Wirtschaft - - KUNSTMARKT - CFC

Gross­kunst­an­läs­se wie die Art Ba­sel, aber auch an­de­re Kunst­mes­sen und Mu­se­ums­aus­stel­lun­gen be­rei­ten vie­len Be­su­chern oft mehr Frust und Stress als Kunst­ge­nuss. Wer am En­de ei­nes Rund­gangs durch das rie­si­ge An­ge­bot ei­ner sol­chen Ver­an­stal­tung nicht mehr weiss, was er am An­fang ge­se­hen hat, ist je­den­falls über­for­dert und hat we­nig von sei­nem Be­such.

Ge­gen die­se Reiz­über­flu­tung gibt es ein Re­zept, das er­fah­re­ne Mes­se­gän­ger schon lan­ge er­folg­reich an­wen­den, näm­lich das des dop­pel­ten Durch­gangs. Statt sich ge­wis­sen­haft vom An­fang bis zum Schluss mit an­ge­spann­ter Auf­merk­sam­keit von Kunst­werk zu Kunst­werk, von Mes­se­stand zu Mes­se­stand zu kämp­fen, geht man auf dem ers­ten Durch­gang zü­gig und oh­ne län­ge­re Auf­ent­hal­te durch die gan­ze Mes­se oder Aus­stel­lung. Da­bei merkt oder no­tiert man sich le­dig­lich die Ob­jek­te oder Stän­de, die ei­nem auf die­sem Schnell­durch­gang spon­tan ins Au­ge fal­len.

Auf dem zwei­ten Durch­gang kon­zen­triert man sich dann al­lein auf die­se per­sön­li­chen Fa­vo­ri­ten der Schau. Zwar mag man auf die­se Art die ei­ne oder an­de­re loh­nen­de Ent­de­ckung ver­pas­sen. Da­für aber blei­ben die so se­lek­tiv auf­ge­nom­me­nen Ein­drü­cke und vor al­lem der Ge­nuss an ih­nen er­hal­ten, und dies ist doch schliess­lich das vor­ran­gi­ge Ziel solch pri­va­ter Aus­stel­lungs-und Mes­se­be­su­che.

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