Der Aus­blick nach der Kor­rek­tur

EDEL­ME­TAL­LE Pla­tin und Pal­la­di­um dürf­ten den län­ger­fris­ti­gen Auf­wärts­trend bald wie­der auf­neh­men

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - TO­BI­AS MERATH,

Ab De­zem­ber 2008 sind die Prei­se für Pla­tin und Pal­la­di­um be­stän­dig ge­stie­gen. Seit dem Tief En­de 2008 ver­dop­pel­te sich der Pla­tin­preis bei­na­he. Im glei­chen Zei­t­raum sind die Prei­se für Pal­la­di­um so­gar mehr als 180% ge­stie­gen (vgl. Gra­fik). Im Mai 2010 sind die Prei­se dann deut­lich un­ter Druck ge­ra­ten. So hat Pla­tin zwi­schen­zeit­lich mehr als 15% ver- lo­ren. Im Fall von Pal­la­di­um be­trug der Ver­lust zeit­wei­se so­gar mehr als 25%. Seit An­fang Ju­ni hat sich die Si­tua­ti­on an bei­den Märk­ten et­was sta­bi­li­siert. Trotz­dem stellt sich die Fra­ge, ob der Preis­rück­gang ei­ne Kauf­ge­le­gen­heit oder doch der An­fang ei­ner grös­se­ren Kor­rek­tur ist.

Um die­se Fra­ge zu be­ant­wor­ten muss zu­nächst ein­mal der Grund für die Kor- rek­tur er­mit­telt wer­den. Am phy­si­schen Markt fin­det sich kein of­fen­sicht­li­cher Aus­lö­ser; im Ge­gen­teil – die Fun­da­men­tal­da­ten ha­ben sich im Mai so­gar wei­ter ver­bes­sert. Die neu­es­ten An­ga­ben zu An­ge­bot und Nach­fra­ge zei­gen, dass sich das Markt­gleich­ge­wicht so­wohl für Pla­tin als auch für Pal­la­di­um wei­ter ein­engt. Bei­de Me­tal­le wer­den haupt­säch­lich für die Her-

Die wich­tigs­ten Fu­tures auf Roh­stof­fe und Edel­me­tal­le stel­lung von Ka­ta­ly­sa­to­ren ver­wen­det. Die wirt­schaft­li­che Er­ho­lung und die stei­gen­den Au­to­ver­käu­fe ha­ben zu ei­nem deut­li­chen An­stieg der Nach­fra­ge ge­führt. Die An­ge­bots­sei­te hat Schwie­rig­kei­ten, mit der Nach­fra­ge Schritt zu hal­ten. Pla­tin wird vor al­lem in Süd­afri­ka pro­du­ziert. Stei­gen­de Kos­ten und der star­ke Rand be­gren­zen die Pro­duk­ti­ons­aus­wei­tung. Pal­la­di­um kommt vor al­lem aus Russ­land, wo­bei ein Gross­teil des An­ge­bots auf den Ver­kauf staat­li­cher La­ger zu­rück­geht. No­rilsk Ni­ckel – der gröss­te Pro­du­zent – geht da­von aus, dass die rus­si­schen La­ger lang­sam zur Nei­ge ge­hen. Dies soll­te Aus­wir­kun­gen auf das An­ge­bot ha­ben.

Der Grund für die Kor­rek­tur dürf­te an den Fi­nanz­märk­ten zu fin­den sein. Auf­grund der po­si­ti­ven Fun­da­men­tal­da­ten ist das In­ves­to­ren­in­ter­es­se an bei­den Märk­ten deut­lich ge­stie­gen. Po­si­tio­nie­rungs­da­ten vom Fu­tures-Markt zei­gen, dass der An­teil von Long-Po­si­tio­nen, die von Fi­nanz­in­ves­to­ren ge­hal­ten wur­den, im Mai für bei­de Me­tal­le neue Hochs er­reicht hat. Im Zu­ge des fal­len­den Ri­si­ko­ap­pe­tits sind auch Po­si­tio­nen im Pla­ti­n­und Pal­la­dium­markt ab­ge­baut wor­den; mög­li­cher­wei­se um an­der­wei­tig an­ge­fal­le­ne Ver­lus­te de­cken zu kön­nen. Die Da­ten zei­gen an, dass im Pla­tin­markt bin­nen we­ni­ger Ta­ge mehr als ein Drit­tel al­ler Long-Po­si­tio­nen li­qui­diert wur­den.

Die Kor­rek­tur an den bei­den Märk­ten geht al­so nicht auf ei­ne Ver­schlech­te­rung der Fun­da­men­tal­da­ten zu­rück, son­dern auf Po­si­tio­nie­rungs­an­pas­sun­gen. Mit Blick auf die Tat­sa­che, dass die­se nun deut­lich ge­rin­ger sind, und we­gen der sich ver­bes­sern­den Si­tua­ti­on am phy­si­schen Markt ist da­von aus­zu­ge­hen, dass die Prei­se für Pla­tin und Pal­la­di­um den Auf­wärts­trend bald wie­der auf­neh­men.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.