«Chi­na hat auf­ge­holt»

Finanz und Wirtschaft - - VORDERSEITE - THO­MAS DRES­SEN­DÖR­FER IN­TER­VIEW: ERICH BÜRGLER

Herr Dres­sen­dör­fer, die Si­gna­le aus der Tex­til­in­dus­trie wa­ren zu­letzt sehr po­si­tiv. Wie hat das Us­ter Tech­no­lo­gies in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten ge­spürt? Der Auf­wärts­trend ist vor al­lem im OEMGe­schäft, wo Us­ter Garn­rei­ni­ger an Tex­til­ma­schi­nen­her­stel­ler lie­fert, aus­ge­prägt. Trei­ben­de Kraft ist Chi­na. Dort wächst der Bin­nen­markt stark. Die Um­stel­lung von ar­beits­in­ten­si­ver auf au­to­ma­ti­sche Pro­duk­ti­on ist in vol­lem Gang. Ne­ben chi­ne­si­schen Her­stel­lern pro­fi­tie­ren da­von vor al­lem eta­blier­te Ma­schi­nen­bau­er, die in Chi­na gut auf­ge­stellt sind, wie Mu­ra­ta, Schlaf­horst oder Sa­vio.

Wie ent­wi­ckeln sich an­de­re Märk­te? In­di­en wächst nach dem Ein­bruch der­zeit wie­der recht stark, wenn auch lang­sa­mer als Chi­na. Län­der wie die Tür­kei, Ban­gla­desch und Pa­kis­tan er­ho­len sich auch. Bis die Be­stel­lun­gen dort wie­der deut­lich an­zie­hen, dürf­te es je­doch noch bis En­de Jahr oder An­fang 2011 dau­ern.

Wie sta­bil ist der Auf­schwung? Sol­che Pro­gno­sen sind na­tür­lich im­mer schwie­rig. Wir er­war­ten aber, dass der Auf­wärts­trend län­ger an­hält, und rech­nen nicht mit ei­nem Dou­ble Dip. Der Be­darf in Chi­na und In­di­en ist da und muss auch ge­deckt wer­den.

Der Weg zu den Re­kord­ni­veaus von 2007 ist für Us­ter aber wohl noch lang. 2007 war ein aus­ser­ge­wöhn­li­ches Jahr, weil fast je­de Re­gi­on boom­te. Wir sind mo­men­tan je­doch auf dem bes­ten Weg, mit­tel­fris­tig wie­der die Ni­veaus von 2006 zu er­rei­chen. Im lau­fen­den Jahr wird Us­ter zwei­stel­lig wach­sen und ei­ne Ebita-Mar­ge von rund 25% er­rei­chen.

Die Bran­chen­mes­se It­ma in Schang­hai steht vor der Tür. Was er­war­ten Sie? Ich er­war­te, al­le wich­ti­gen Bran­chen­ver­tre­ter mit Ma­schi­nen vor Ort an­zu­tref­fen. Das war zu­letzt nicht so. Es wird wohl auch er­sicht­lich, wie stark die chi­ne­si­schen Tex­til­ma­schi­nen­bau­er auf­ge­holt ha­ben. Die­se Her­stel­ler lie­fern mitt­ler­wei­le gu­te Qua­li­tät und ge­win­nen an Be­deu­tung. Pro­du­zen­ten, die vor drei Jah­ren noch un­be­deu­tend wa­ren, sind deut­lich ge­wach­sen und ei­ne ernst­zu­neh­men­de Kon­kur­renz für west­li­che Her­stel­ler ge­wor­den.

Wie kann Us­ter ope­ra­tiv vom Gross­ak­tio­när To­yo­ta In­dus­tries pro­fi­tie­ren? To­yo­ta ist im Web­ma­schi­nen­be­reich tä­tig, Us­ter noch nicht. Es gibt vie­le Tech­no­lo­gi­en von Us­ter, die dort an­ge­wen­det wer­den kön­nen. Pro­jek­te für neue Pro­duk­te sind am Lau­fen. Die Neu­hei­ten dürf­ten 2011 oder 2012 auf den Markt kom­men.

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