Nor­ma­li­sie­rung im Au­to­markt

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An den eu­ro­päi­schen Bör­sen setz­te sich am Mon­tag dank gu­ter US-Vor­ga­ben der Auf­wärts­trend der Vor­wo­che fort. Am Di­ens­tag kam der Sto­xx 50 trotz der Rück­stu­fung der Kre­dit­wür­dig­keit durch die Ra­ting­agen­tur Moo­dy’s wei­ter vor­an; im Ver­gleich zum Frei­tags­schluss ge­wann er 1,5% auf 2458,3. Dem Ge­samt­markt hin­ter­her hink­te da­ge­gen der Sek­tor­index Sto­xx Au­to­mo­bil (+0,6% auf 252,9), nach­dem der eu­ro­päi­sche Bran­chen­ver­band der Au­to­bau­er Acea die Mai-Ab­satz­zah­len be­kannt­ge­ge­ben hat­te. We­gen der Ein­stel­lung der staat­li­chen Ab­wrack­prä­mi­en und der an­hal­ten­den wirt­schaft­li­chen Un­si­cher­heit sank die Zahl der Per­so­nen­wa­gen-Neu­zu­las­sun­gen ver­gli­chen zum Vor­jahr im Mai 9% auf 1,16 Mio. Fahr­zeu­ge.

Re­nault (Ak­ti­en +4,6% auf 32.03 €) ver­zeich­ne­te als ein­zi­ger eu­ro­päi­scher Au­to­bau­er im Mai ein Ab­satz­plus von 6,8%. CEO Car­los Ghosn er­freu­te zu­dem die An­le­ger mit der An­kün­di­gung, dass sein Kon­zern bis En­de Jahr min­des­tens 500 Mio. € der staat­lich ge­währ­ten Dar­le­hen zu­rück­zah­len will. Re­nault hat­te eben­so wie der Wett­be­wer­ber Peu­geot (+3,3% auf 22.13€) An­fang 2009 im Stru­del der Fi­nanz­kri­se 3 Mrd.€ Staats­hil­fe er­hal­ten. Peu­geot hat­te be­reits letz­te Wo­che ge­mel­det, mit der fran­zö­si­schen Re­gie­rung über ei­ne vor­zei­ti­ge Rück­zah­lung zu spre­chen. Nach Aus­sa­ge von Ghosn ko­or­di­nie­ren die bei­den Au­to­bau­er die Schul­den­ab­zah­lung.

Fi­at (+4,4% auf 9.32 €) avan­cier­ten kräf­tig, nach­dem vier Ge­werk­schaf­ten ei­ner Ver­ein­ba­rung über fle­xi­ble­re Ar­beits­be­din­gun­gen im Werk Po­miglia­no zu­ge­stimmt und da­mit den Weg für In­ves­ti­tio­nen in Hö­he von 700 Mio. € in Po­miglia­no ge­eb­net hat­ten. Die Wei­ge­rung der fünf­ten be­trof­fe­nen Ge­werk­schaft am Mon­tag­abend so­wie das Ab­satz­mi­nus von 22,3% im Mai lies­sen die Ak­ti­en des ita­lie­ni­schen Au­to­bau­ers am Di­ens­tag zwi­schen­zeit­lich noch tau­chen.

Auch die Ak­ti­en der deut­schen Bran­chen­ver­tre­ter Daim­ler (–1% auf 42.33 €), BMW (–0,6% auf 39.85 €) und Volks­wa­gen (+0,1% auf 72.27€) lit­ten un­ter den sin­ken­den Ab­satz­zah­len. Im Heim­markt bra­chen die Mai-Ver­käu­fe 35% ein. Der nie­der­län­di­sche Lu­xus-Sport­wa­gen­her­stel­ler Spy­ker Cars (+0,7% auf 2.77 €), der im Ja­nu­ar den ser­beln­den Kon­zern Sa­ab über­nom­men hat, will den Ab­satz bis 2012 auf 250 Fahr­zeu­ge ver­sie­ben­fa­chen und dann auch erst­mals ei­nen Ge­winn er­zie­len.

Un­ter den Zu­lie­fe­rern er­freu­te Fau­re­cia (+4,8% auf 14.80 €) mit am­bi­tio­nier­ten Wachs­tums­zie­len: Bis 2014 soll der Um­satz auf 16,5 Mrd.€ stei­gen, von 9,3 Mrd.€ 2009 (+77%). Zwei Drit­tel des Wachs­tums sol­len aus ei­ge­ner Kraft er­fol­gen, der Rest aus Über­nah­men. Eben­so wie die Kon­kur­ren­ten Valéo (–1% auf 24.95 €) und Rhein­me­tall (+4,4% auf 46.03 €) hat Fau­re­cia die Wirt­schafts­kri­se ver­gleichs­wei­se gut über­stan­den und kann sich nun un­ter den an­ge­schla­ge­nen Bran­chen­nach­barn nach Kauf­mög­lich­kei­ten um­se­hen. Die Be­ra­tungs­ge­sell­schaft Alix Part­ners er­war­tet da­her ei­ne Kon­so­li­die­rungs­wel­le im Sek­tor der Au­to­zu­lie­fe­rer. Die Ak­ti­en der Rei­fen­her­stel­ler Pi­rel­li (+3,9% auf 0.49 €), Con­ti­nen­tal (+2,2% auf 43.35 €), Mi­che­lin (+2,6% auf 60.13 €) und No­ki­an Ren­k­aat (+2,4% auf 20.93 €) pro­fi­tier­ten von güns­ti­gen Emp­feh­lun­gen der Bank HSBC.

Sto­xx-50-Ge­win­ner/-Ver­lie­rer

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