Pre­mier Kan deu­tet Steu­er­er­hö­hung an

TOKIO Auf­wärts mit tie­fem Vo­lu­men – Soft­bank in­ves­tiert in On­line-Spie­le – Fu­ji Pho­tos neue Zie­le

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN ÜBERSEE - FuW

Es mag an der ge­ra­de be­gon­ne­nen Re­gen­zeit, an den Fei­er­ta­gen in Chi­na, am Fussball oder an man­geln­den Un­ter­neh­mens­be­rich­ten lie­gen, dass das Vo­lu­men an der To­kio­ter Bör­se am Mon­tag mit 990 Mrd. Yen (12,4 Mrd. Fr.) auf das tiefs­te seit dem 3. Ja­nu­ar war und auch am Di­ens­tag mit 1,062 Bio Yen noch 25% un­ter dem Jah­res­durch­schnitt lag. Das In­ter­es­se der An­le­ger hält sich zur­zeit in Gren­zen. Das soll­te sich aber än­dern, falls der Markt wei­ter­hin zu­le­gen kann (vgl. Sei­te 37). Die Haupt­in­di­zes Nik­kei 225 und To­pix ver­buch­ten vier Ta­ge in Fol­ge Ge­win­ne und gin­gen im Ver­gleich zum Frei­tag mit +1,9% auf 9887,89 bzw. +1,4% auf 878,83 aus dem Han­del.

Am bes­ten schnit­ten die Ti­tel aus dem Sek­tor Schiffs­ver­kehr mit ei­ner Stei­ge­rung von 3,8% ab, ge­folgt von Au­to­mo­bil (+3,2%) und Glas/Ke­ra­mik (+3,1%). Nur drei der 33 Su­bin­di­zes la­gen im ne­ga­ti­ven Be­reich: Kon­sum­kre­dit­wer­te mit –0,9%, Ver­si­che­run­gen mit –0,8% und Pa­pier­ak­ti­en mit –0,2%.

Der neue Pre­mier­mi­nis­ter Nao­to Kan hat in ei­ner Fra­ge­stun­de im Par­la­ment ei­ne Er­hö­hung der Um­satz­steu­er an­ge­deu­tet. Sei­ne Re­gie­rung wol­le in na­her Zu­kunft ei­ne kon­kre­te Rich­tung für die Sa­nie­rung der Staats­fi­nan­zen vor­ge­ben. Die noch vor der Wahl ver­spro­che­ne mo­nat­li­che Kin­der­geld­zah­lung von 26 000 Yen (325 Fr.) pro Kind wur­de auf die Hälf­te ge­stri­chen, weil sie die Staats­schul­den zu sehr auf­blä­hen wür­de. Statt­des­sen sol­len mehr Kin­der­ta­ges­stät­ten ge­baut wer­den.

Die viel be­ach­te­ten Mo­nats­zah­len der Ap­par­te­ment­ver­käu­fe in Tokio wa­ren im Mai mit 3779 Ein­hei­ten 7,1% hö­her als im Vor­jah­res­mo­nat. 77% der Woh­nun­gen, die im Mai zum ers­ten Mal auf den Markt ka­men, konn­ten auch ab­ge­setzt wer­den. Die Zahl über­stieg den Wert aus dem Vor­mo­nat um 6,4%. Die Va­lo­ren der Im­mo­bi­li­en­un­ter­neh­men, die in den ver­gan­ge­nen Wo­chen stark un­ter Druck ge­kom­men wa­ren, zei­gen ei­nen Hauch von Er­ho­lungs­ten­denz.

Soft­bank wird 13,5 Mrd. Yen in den Spiel­soft­ware­her­stel­ler Zyn­ga in­ves­tie­ren, der als gröss­ter An­bie­ter von Spie­len auf Face­book gilt. Der Auf­bau von so­zia­len Netz­wer­ken on­line wird im­mer pro­fi­ta­bler. Zyn­ga er­war­tet im lau­fen­den Ge­schäfts­jahr ei­nen Um­satz von 450 Mio. $. Soft­bank hält 38,6% der An­tei­le von Yahoo Ja­pan, der meist­be­such­ten Web­site in Ja­pan. Über sie könn­ten Zyn­ga-Spie­le an­ge­bo­ten wer­den.

Un­ab­hän­gig von die­ser In­ves­ti­ti­on hat Soft­bank am Di­ens­tag be­gon­nen, Kauf­auf­trä­ge für die neue Ver­si­on des i-Pho­nes auf­zu­neh­men; die 16-Gi­ga­byte-Ver­si­on des i-Pho­ne 4 wird in Ja­pan mit 46080 Yen (580 Fr.) an­fäng­lich deut­lich mehr kos­ten als in den USA.

Der ehe­ma­li­ge Prä­si­dent von Fu­jit­su, Ku­n­ia­ki No­zoe, hat sei­ne Kla­ge auf Wie­der­ein­stel­lung vor dem Be­zirks­ge­richt Yo­ko­ha­ma ver­lo­ren. Er war zu­nächst frei­wil­lig zu­rück­ge­tre­ten, hat­te aber dann ver­sucht, ins Un­ter­neh­men zu­rück­zu­ge­lan­gen. Ihm wur­den en­ge Be­zie­hun­gen zum or­ga­ni­sier­ten Ver­bre­chen vor­ge­wor­fen, die er strikt be­strei­tet (vgl. FuW Nr. 31 vom 21. April 2010).

Fu­ji Photo, der welt­weit zweit­gröss­te Her­stel­ler von Fo­to­pro­duk­ten, plant ge­mäss «Nik­kei News» ei­ne Re­struk­tu­rie­rung mit dem Ziel, die Ka­pi­tal­ren­di­te auf min­des­tens 5% bis zum Jahr 2012 zu er­hö­hen. Im ope­ra­ti­ven Be­reich sol­len im lau­fen­den Ge­schäfts­jahr (En­de März 2011) 140 Mrd. Yen Ge­winn und im Jahr dar­auf so­gar ein Re­kord­über­schuss von 230 Mrd. Yen er­zielt wer­den. Be­trach­tet man das Er­geb­nis vom ver­gan­ge­nen Ge­schäfts­jahr, als ein Ver­lust von 59,88 Mrd. Yen ver­bucht wor­den war, dür­fen die­se Zie­le durch­aus als am­bi­tio­niert be­trach­tet wer­den. Für die Märk­te in In­di­en und Chi­na strebt Fu­ji Photo äh­lich wie die Kon­kur­ren­ten Ni­kon und Canon im Be­reich der hö­her­wer­ti­gen Ka­me­ras zwei­stel­li­ge Zu­wachs­ra­ten an.

Der Yen leg­te leicht zu und no­tier­te mit 91.27 Yen pro Dol­lar re­spek­ti­ve mit 111.30 Yen pro Eu­ro 0,3% fes­ter als zu Wo­chen­schluss.

Zehn­jäh­ri­ge Staats­an­lei­hen ren­tier­ten mit 1,225% un­ver­än­dert zum Frei­tag. Als Nächs­tes wird ei­ne Auk­ti­on von 1,1 Bio. Yen (13,75 Mrd. Fr.) an zwan­zig­jäh­ri­gen Pa­pie­ren er­war­tet.

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