Bra­si­li­en straft die Schweiz

Finanz und Wirtschaft - - IN KÜRZE -

Vor we­ni­gen Ta­gen hat Bra­si­li­en die Schweiz auf ei­ne schwar­ze Lis­te von Steu­er­oa­sen ge­setzt. «Die Mass­nah­me war nicht an­ge­kün­digt und für al­le über­ra­schend», er­klär­te Jan At­tes­lan­der von Eco­no­mie­su­is­se. Sie be­deu­tet ei­ne merk­li­che Ver­schlech­te­rung der Rah­men­be­din­gun­gen in der wich­tigs­ten Des­ti­na­ti­on für Ex­por­te und Di­rekt­in­ves­ti­tio­nen in Latein­ame­ri­ka, die Er­hö­hung der Qu­el­len-und Ka­pi­tal­ge­winn­steu­ern und ei­ne Ver­schlech­te­rung der Trans­fer­re­geln, wo­bei die Be­trof­fen­heit von Un­ter­neh­men zu Un­ter­neh­men un­ter­schied­lich ist. Ein Hol­cim-Spre­cher sprach von «re­la­tiv be­schränk­ten Aus­wir­kun­gen». Die Wirt­schaft hof­fe auf ei­ne ra­sche Ber­ei­ni­gung des Pro­blems, heisst es von Eco­no­mie­su­is­se. «Bra­si­li­en muss zur Kennt­nis neh­men, dass sich die Schweiz an die in­ter­na­tio­na­len Re­geln im Steu­er­be­reich hält.» Auf der Lis­te sind auch die USA und die Nie­der­lan­de. «Es stellt sich die Fra­ge, in­wie­weit die Mass­nah­me Bra­si­li­ens mit in­ter­na­tio­na­len Stan­dards kom­pa­ti­bel ist», mo­niert Eco­no­mie­su­is­se. Idea­ler­wei­se könn­ten sol­che Pro­ble­me durch ein gu­tes Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men ver­hin­dert wer­den. Ein sol­ches wur­de vor Jah­ren aus­ge­han­delt, von Bra­si­li­en aber nicht ra­ti­fi­ziert. Mög­li­cher­wei­se peilt Bra­si­li­en die Neu­ver­hand­lung des DBA an. ten­zen hät­te und nicht mehr un­ter­su­chen könn­te, als die GPK in ih­rem kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten Be­richt (vgl. FuW Nr. 42 vom 2. Ju­ni). In der Tat wä­ren von ei­ner GPK kaum zu­sätz­li­che Er­kennt­nis­se zu er­war­ten ge­we­sen. Ei­ni­ge Po­li­ti­ker dürf­ten je­doch frus­triert sein, weil ih­nen so ei­ne ver­meint­li­che Ge­le­gen­heit zur Pro­fi­lie­rung ih­rer selbst als PUK-Mit­glie­der ent­geht. Ob ei­ne un­ab­hän­gi­ge Ex­per­ten­kom­mis­si­on zur Un­ter­su­chung der Vor­gän­ge in­ner­halb der UBS ein­ge­setzt wird, wie vom Stän­de­rat an­ge­regt, ist noch of­fen.

Por­trät

ver­kör­pert die Kul­tur des schot­ti­schen Na­tio­nal­ge­tränks.

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