«Ein gros­ser Whis­ky-Mann»

Finanz und Wirtschaft - - IN KÜRZE - US,

Die Welt des Scotch Whis­ky ist in­spi­rie­rend und er­fül­lend zu­gleich. Die­sen Ein­druck ver­mit­telt Den­nis Mal­colm, Mas­ter Di­stil­ler des schot­ti­schen SingleMalt-Pro­du­zen­ten Glen Grant. Er ver­mag of­fen­kun­dig zu fas­zi­nie­ren – wenn er Zu­hö­rern, Whis­ky-Lieb­ha­bern und an­de­ren, die Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se im Haus Glen Grant er­läu­tert, die Aben­teu­er und Es­ka­pa­den der Grün­der­fa­mi­lie Grant hu­mor­voll wie­der­er­weckt oder en­ga­giert das An­la­ge­po­ten­zi­al von gu­tem Whis­ky um­schreibt.

Mal­colm hat sei­ne ge­sam­te be­ruf­li­che Lauf­bahn von mitt­ler­wei­le ei­nem hal­ben Jahr­hun­dert in die­sem Wirt­schafts­zweig ge­macht. Sein Hand­werk lern­te er von der Pi­ke auf, zu­nächst als Fass­bin­der. Als Ma­na­ger von Glen Grant, Glen­li­vet und an­de­ren Whis­kyB­ren­ne­rei­en eig­ne­te er sich über die Jahr­zehn­te hin­weg brei­tes Wis­sen und Er­fah­rung an. Für Jim Mur­ray, Au­tor der «Whis­ky Bi­b­le» und Ken­ner des schot­ti­schen No­bel­ge­tränks, ist Den­nis Mal­colm ein «wahr­haft gros­ser Whis­kyMann» – ei­ne An­er­ken­nung, die er vor ge­la­de­nen Jour­na­lis­ten aus­sprach, als der neu­es­te Edel­trop­fen zum 170. Ju­bi­lä­um des Hau­ses de­gus­tiert wur­de. Mal­colm lebt und ze­le­briert die Kul­tur der schot­ti­schen Whis­ky-Welt – und ein Le­ben oh­ne die­se Kul­tur kann und will sich der heu­te 64-Jäh­ri­ge nicht vor­stel­len. Vor­stel­len kann er sich hin­ge­gen, dass er «Va­ter Zeit bit­tet, die Uhr für ei­ni­ge Jah­re zu stop­pen», denn es sei «so span­nend in die­ser In­dus­trie».

Mal­colm kehr­te als Mas­ter Di­stil­ler und Ma­na­ger an die Spit­ze von Glen Grant zu­rück, nach­dem der ita­lie­ni­sche Ge­trän­ke­her­stel­ler Cam­pa­ri das Un­ter­neh­men, das zu den drei be­deu­tends­ten Sing­le-Malt-Her­stel­lern ge­hört, 2006 für 115 Mio. € von der fran­zö­si­schen Per­nod-Grup­pe über­nom­men hat­te. Mal­colm ist des Lo­bes voll über die Ita­lie­ner, die in die Zu­kunft des Un­ter­neh­mens in­ves­tier­ten und da­bei ei­ni­ges zur Pro­mo­ti­on der Mar­ke leis­te­ten. Er­freut zeigt sich der Mas­ter Di­stil­ler auch, dass Cam­pa­ri nach Glen Grant auch die ame­ri­ka­ni­sche Bour­bonMar­ke Wild Tur­key über­nahm – ein En­ga­ge­ment, das Sy­ner­gi­en zwi­schen den bei­den Häu­sern er­mög­li­che. Der Mas­ter Di­stil­ler persönlich ver­mag dem An­la­ge­ve­hi­kel Whis­ky, na­tür­lich vor al­lem im Be­reich Sing­le-Malt-Pro­duk­te, ei­ni­ges ab­zu­ge­win­nen. Lang­fris­tig sei das ein «sehr gu­tes In­vest­ment», be­tont er de­zi­diert und fügt schmun­zelnd an, dass er Geld für sei­ne En­kel in zwei Fäs­sern des schot­ti­schen Na­tio­nal­ge­tränks an­ge­legt ha­be. Den­nis Mal­colm ist in­des zu sehr der Es­senz des Pro­dukts ver­bun­den, als dass er sich mit spe­ku­la­ti­ven Ent­wick­lun­gen an­freun­den könn­te. Prei­sen von meh­re­ren tau­send Dol­lar je Fla­sche des No­bel­ge­tränks be­geg­net er mit spür­ba­rem Miss­be­ha­gen.

«Whis­ky soll zu ver­nünf­ti­gen Prei­sen brei­ten Be­völ­ke­rungs­schich­ten und nicht vor al­lem Eli­ten zu­gäng­lich sein», be­tont er un­miss­ver­ständ­lich im Ge­spräch mit «Fi­nanz und Wirt­schaft». Whis­ky sei da, um ge­trun­ken zu wer­den, nicht, um in Samm­lun­gen zu ver­schwin­den. Er glaubt im Üb­ri­gen nicht, dass sich die Whis­ky-Lieb­ha­ber in ih­ren Vor­lie­ben wäh­rend der letz­ten Jahr­zehn­te gross ver­än­dert ha­ben. Doch sie sei­en sich heu­te der Un­ter­schie­de zwi­schen Sing­le Malt und Blen­ded Whis­kies in Sa­chen Cha­rak­ter, Aro­men und Ge­schmack be­wuss­ter. Tra­di­ti­on wird of­fen­kun­dig gross­ge­schrie­ben.

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