Ist Grie­chen­land zu ret­ten?

Finanz und Wirtschaft - - PODIUM - HF

Grie­chen­land sei zu ret­ten, sagt das In­sti­tut für Welt­wirt­schaft in Kiel (IfW), ver­langt da­für aber ei­ne Nach­bes­se­rung des Ret­tungs­pa­kets für Hel­las. Für al­le Eu­ro­län­der sei ei­ne strik­te­re Re­gel­bin­dung der Fi­nanz­po­li­tik nö­tig, for­dert IfW-Öko­nom Jens Boy­sen-Ho­g­re­fe in sei­nem Kie­ler «Po­li­cy Brief». Sie müs­se deut­lich über die bis­he­ri­ge An­wen­dung des Sta­bi­li­täts-und Wachs­tums­pakts hin­aus­ge­hen.

Der Eu­ro­raum ste­cke in ei­nem Di­lem­ma: auf der ei­nen Sei­te die ord­nungs­po­li­ti­schen An­for­de­run­gen an ei­ne lang­fris­tig sta­bi­le Wäh­rung, auf der an­de­ren die sys­te­mi­schen Ri­si­ken, wenn in der ak­tu­ell an­ge­spann­ten Wirt­schafts­la­ge die Be­din­gun­gen ein­ge­hal­ten wer­den müs­sen. Mit struk­tu­rel­len Um­bau­ten und ei­ner rea­lis­ti­schen Fest­le­gung des Zeit­plans sei­en die Pro­ble­me zu lö­sen.

Grie­chen­land steht vor er­heb­li­chen Re­for­men mit gros­sen kon­junk­tu­rel­len Ge­fah­ren. Die Lauf­zeit des Pro­gramms könn­te da­her un­ge­nü­gend sein, meint Boy­sen-Ho­g­re­fe. Zu­dem sei­en neue in­sti­tu­tio­nel­le Re­geln er­for­der­lich, wenn 2013 das Pa­ket aus­lau­fe und der IWF Grie­chen­land ver­las­se. Ei­ne un­ab­hän­gi­ge Schul­den­kom­mis­si­on – ei­ne Ex­per­ten­kom­mis­si­on oh­ne po­li­ti­schen Druck – könn­te hier hilf­reich sein, glaubt der Öko­nom. Das Po­ten­zi­al aus tie­fer Steu­er­quo­te und ho­hem Aus­mass der Schat­ten­wirt­schaft spre­che grund­sätz­lich da­für, dass Grie­chen­land in ei­ni­gen Jah­ren wie­der sol­vent sei.

©Horsch

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