«Kein Ablass für Treib­haus­gas»

Finanz und Wirtschaft - - PODIUM - MAX MATT,

FuW Nr. 43 vom 2. Ju­ni Dank ei­ner gu­ten Ge­setz­ge­bung vor Jahr­zehn­ten mach­te die Schweiz in den ver­gan­ge­nen zwan­zig Jah­ren in Sa­chen Um­welt­schutz bei­spiel­haf­te Fort­schrit­te. Ver­schie­de­ne Schad­stof­fe in der Luft sind teil­wei­se bis 90%, an­de­re ums Zehn­fa­che zu­rück­ge­gan­gen, und wie­der an­de­re sind mit Deut­lich­keit un­ter dem Grenz­wert.

Die Fe­in­staub­be­las­tung hat sich hal­biert und liegt nur noch in Städ­ten knapp über dem (tie­fen) Grenz­wert. Das Ozon ist et­was dar­über, aber nur, weil die Schweiz den welt­weit tiefs­ten Grenz­wert kennt. Mit der Wir­kung der Um­welt­schutz­ge­setz­ge­bung darf sich die Schweiz se­hen las­sen.

An­ders wer­den CO2-Sor­gen ge­se­hen, die im Grun­de kei­ne sind. Zum Glück ste­hen aus­sa­ge­kräf­ti­ge Ver­glei­che zur Ver­fü­gung. Ein schwei­ze­ri­scher Welt­kon­zern pflanz­te in Ar­gen­ti­ni­en auf 34 km2 Wei­de­land rund 3 Mio. Bäu­me zur CO2 Kom­pen­sa­ti­on. Die­se Bäu­me wer­den bis 2040 bis zu 3 Mio. t CO2-Äqui­va­lent ein­spa­ren. Was heisst das für die Schweiz mit ei­ner Wald­flä­che von 12800 km2 und den er­heb­lich gros­sen Grün­be­stän­den? Es wer­den meh­re­re hun­dert Mil­lio­nen Ton­nen CO2-Äqui­va­lent ein­ge­spart. Da­mit könn­te die Schweiz al­lein ei­nen CO2-Zer­ti­fi­ka­than­del be­trei­ben.

Die Po­li­tik dürf­te die Zah­len ken­nen. War­um wird trotz­dem so über CO2 ge­run­gen? Es geht längst nicht mehr um das CO2. Die 12800 km2 Wald und die grü­nen Land­schaf­ten sind der Be­weis da­für. Es geht um viel mehr: um knall­har­tes Ener­gie­spa­ren, um viel Geld, zur For­schung für neue, ener­gie­spa­ren­de Tech­ni­ken. Die Schweiz muss mas­siv weg von erd­öl­ab­hän­gi­gen Ener­gie­trä­gern. Was Jahr­mil­lio­nen ge­wach­sen ist, da­von müs­sen auch nächs­te Ge­ne­ra­tio­nen le­ben kön­nen. Al­les an­de­re wä­re ver­ant­wor­tungs­los. Nur, das Volk möch­te kla­re Wor­te hö­ren, kla­re Ver­hält­nis­se. Aber in der Po­li­tik ist es gleich wie in der Fa­mi­lie: Wie sag ich es mei­nem Kin­de.

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