Axel Sprin­ger ent­wi­ckelt sich ziem­lich ro­bust

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - DM

Der Axel-Sprin­ger-Ver­lag, ge­grün­det 1946, ver­legt rund 170 Ti­tel in 36 Län­dern. Un­ter dem Ma­nage­ment von Ma­thi­as Döpf­ner, der 2002 mit dem Pla­zet von Sprin­ger-Er­bin und Mehr­heits­ak­tio­nä­rin Frie­de Sprin­ger Vor­stands­chef wur­de, ent­wi­ckelt sich die Grup­pe ro­bust, auch dank ri­go­ro­sem Kos­ten­ma­nage­ment im re­dak­tio­nel­len Be­reich. Im schwie­ri­gen Jahr 2009 kam Sprin­ger auf ei­ne Ebit­da-Mar­ge von 12,8% (FuW-Ei­g­ne­rin Ta­me­dia er­reich­te 12%).

Sprin­ger hat das Kunst­stück ge­schafft, den Auf­la­gen­rück­gang in der Kern­pu­bli­ka­ti­on «Bild» durch di­ver­se neue Pro­duk­te («Au­to­bild», «Sport­bild» usw.) aus­zu­glei­chen. Miss­glückt ist da­ge­gen der Aus­flug ins Brief­ge­schäft (Pin Group, 2007). Zu­dem hat das Bun­des­kar­tell­amt die 2005 an­ge­stos­se­ne Über­nah­me der TV-Ket­te Prosie­ben Sat.1 ab­ge­blockt. Ein Re­kurs ge­gen den Ent­scheid ist vor ei­ner Wo­che letzt­in­stanz­lich ab­ge­wie­sen wor­den. Da­mit dürf­te Sprin­ger in Deutsch­land kaum mehr ex­pan­die­ren kön­nen. Fol­ge­rich­tig ist da­her die Ver­la­ge­rung auf die be­reits lan­ge lau­fen­de, bis­her mäs­sig er­folg­rei­che Aus­land­stra­te­gie. Durch den Kauf der Ver­lags­grup­pe Han­dels­zei­tung (1999) und den Je­an-Frey-Ver­lag (2006, oh­ne «Welt- wo­che») kam Sprin­ger in der Schweiz et­wa an «Bi­lanz», «Be­ob­ach­ter» und «Han­dels­zei­tung». Das 50:50-Jo­int-Ven­ture mit Rin­ger in Ost­eu­ro­pa – an­geb­lich soll Sprin­ger rund 200 Mio. Fr. in bar be­zahlt ha­ben – ist ein wei­te­rer Schritt. Die Ost­eu­ro­paak­ti­vi­tä­ten wer­den mass­geb­lich von Zü­rich aus ge­steu­ert. VRPrä­si­dent des Jo­int Ven­ture wird Ralph Büchi (Ex-Ver­le­ger der «Han­dels­zei­tung»). Axel Sprin­ger for­ciert zu­dem den weit ge­die­he­nen Auf­bau ei­nes di­gi­ta­len Stand­beins (auch mit nicht­re­dak­tio­nel­len Di­ens­ten). Di­gi­tal ist Trumpf: Döpf­ner selbst be­zeich­net das iPad von App­le als Start ei­ner neu­en Ära.

«His­to­ri­scher Kern» der Grup­pe sind die Seg­men­te Zei­tun­gen Na­tio­nal und Zeit­schrif­ten Na­tio­nal. Print In­ter­na­tio­nal bün­delt das Zei­tungs-und Zeit­schrif­ten­ge­schäft aus­ser­halb Deutsch­lands. Di­gi­ta­le Me­di­en um­fasst On­line-und Broad­cas­ting­ak­ti­vi­tä­ten, so die 25%-Be­tei­li­gung am tür­ki­schen Sen­der Do­gan TV. Mar­ke­ting-, Lo­gis­tik-und Dru­cke­rei­ak­ti­vi­tä­ten sind im Seg­ment Ser­vices an­ge­sie­delt. Die Ak­ti­en sind güns­tig und zäh­len zu den so­li­des­ten Me­dien­ti­teln.

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