Zum­to­bel baut auf LED

Der neue CEO des ös­ter­rei­chi­schen Leuch­ten­her­stel­lers über Phi­lips und das End­kun­den­ge­schäft

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - Eva- Ma­ria Be­nisch,

Der Schwei­zer Fach­han­del bie­tet sie be­reits an: die Le­don Lamp. Mit die­ser Re­tro­fit-Glüh­bir­ne auf Ba­sis der LED-Tech­no­lo­gie steigt die ös­ter­rei­chi­sche Zum­to­bel, der eu­ro­päi­sche Markt­füh­rer für pro­fes­sio­nel­le Be­leuch­tung, erst­mals ins End­kun­den­ge­schäft ein und for­dert da­mit Kon­kur­ren­ten wie Phi­lips oder Os­ram her­aus.

Ha­rald Som­me­rer, seit An­fang Mai CEO der Zum­to­bel-Grup­pe, geht die Her­aus­for­de­rung sport­lich an: «Un­se­re Licht­qua­li­tät und un­ser Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis sind kom­pe­ti­tiv. Ein Vor­teil ist, dass wir kei­ne ei­ge­nen Ener­gie­spar­lam­pen ver­tei­di­gen müs­sen». Zum­to­bel be­schäf­tigt sich seit fast zehn Jah­ren mit der Zu­kunfts­tech­no­lo­gie LED und gilt als ei­ner der ­In­no­va­ti­ons­füh­rer in der Licht­in­dus­trie. «Mit dem im Vor­jahr ver­ein­bar­ten um­fas­sen­den Pa­ten­taus­tausch­ver­trag ste­hen wir mit Phi­lips auf Au­gen­hö­he», froh­lockt Som­me­rer.

So­fort auf 100% Leis­tung

LED bringt ei­ne neue Di­men­si­on in die künst­li­che Be­leuch­tung. Hoch­wer­ti­ge LED-Lam­pen sen­ken den Ener­gie­ver­brauch um 85% ge­gen­über her­kömm­li­chen Glüh­lam­pen und um ein Drit­tel ge­gen­über Ener­gie­spar­lam­pen. Da­zu kom­men wei­te­re Vor­tei­le: Die Le­bens­dau­er ist 25-mal so gross wie von tra­di­tio­nel­len Glüh­bir­nen, LED-Lam­pen sind queck­sil­ber­frei, oh­ne schäd­li­che UVS­trah­lung und leuch­ten in ei­ner für das Au­ge an­ge­neh­men warm­weis­sen Licht­far­be. Im Ge­gen­satz zu Ener­gie­spar­lam­pen kön­nen sie ver­schleiss­frei ein- und aus­ge­schal­tet wer­den und ge­ben ­so­fort nach dem Ein­schal­ten 100% Licht­strom, wäh­rend Ener­gie­spar­lam­pen ih­re vol­le Leucht­kraft erst nach ein bis zwei Mi­nu­ten er­rei­chen.

Nach Be­rech­nun­gen von Zum­to­bel amor­ti­siert sich ei­ne LED-Lam­pe ge­gen­über der klas­si­schen Glüh­bir­ne, die we­gen des schritt­wei­sen EU-Ver­bots oh­ne­hin ein Aus­laufmo­dell ist, in­ner­halb von zwei bis drei Jah­ren. Der gros­se Durch­bruch der en­er­gie­spa­ren­den und um­welt­freund­li­chen Tech­no­lo­gie wird für Mit­te des Jahr­zehnts er­war­tet. Markt­schät­zun­gen ge­hen da­von aus, dass LED-Lam­pen bis da­hin die Ener­gie­spar­lam­pe weit­ge­hend ver­drängt ha­ben und ei­nen An­teil von 50% des Ge­samt­mark­tes er­rei­chen wer­den. Von die­sem Trend will Zum­to­bel pro­fi­tie­ren. Der LED-Um­satz­an­teil soll bis da­hin von rund 6 auf rund 50% stei­gen.

«Ei­ner der Wachs­tums­trei­ber der nächs­ten Jah­re ist das The­ma Ener­gie­ef­fi­zi­enz», ist Som­me­rer über­zeugt. Zum­to­bel sieht sich da­für als An­bie­ter von pro­fes­sio­nel­len, ganz­heit­li­chen Licht­lö­sun­gen, Leuch­ten, Licht­ma­nage­ment (Zum­to­bel und Thorn) und Licht­kom­po­nen­ten ( Tri­do­nic und Le­don) für An­wen­dun­gen im In­nen-und Aus­sen­be­reich gut ge­rüs­tet. Denn durch gu­tes Licht­ma­nage­ment wie ta­ges­licht­ab­hän­gi­ge Steue­rung oder An­we­sen­heits­de­tek­to­ren wür­den sich vier Fünf­tel der Ener­gie ein­spa­ren las­sen.

Nach­hol­be­darf in Chi­na

Der neue CEO will künf­tig mehr Ge­schäft in Märk­ten wie Asi­en, ins­be­son­de­re Chi­na und In­di­en, Ost-und Süd­ost­eu­ro­pa so­wie im Na­hen Os­ten an Land zie­hen, wo die Wachs­tums­aus­sich­ten we­sent­lich bes­ser sind als in Eu­ro­pa. Der­zeit ent­fal­len rund 80% des Kon­zern­um­sat­zes auf Eu­ro­pa, wo das Markt­um­feld an­hal­tend schwie­rig ist. Das Schlimms­te scheint zwar über­stan­den, aber die Bau­tä­tig­keit ist noch nicht an­ge­sprun­gen. Die Nach­fra­ge nach dem spät­zy­kli­schen Leuch­ten­ge­schäft bleibt da­her ge­dämpft. «Des­halb wol­len wir uns jetzt mit neu­en Tech­no­lo­gi­en und Märk­ten für den Auf­schwung po­si­tio­nie­ren», be­tont Som­me­rer.

Die Bi­lanz für das per En­de April ab­ge­lau­fe­ne Ge­schäfts­jahr, die am 28. Ju­ni prä­sen­tiert wird, dürf­te we­nig er­freu­lich aus­fal­len. Der Um­satz wird mit vor­aus­sicht­lich 1,11 Mrd. € 5% ge­rin­ger und das Net­to­er­geb­nis we­gen ei­ner Fir­men­wert­ab­schrei­bung von 69 Mio. € ne­ga­tiv aus­fal­len. Ob den­noch ei­ne sym­bo­li­sche Di­vi­den­de aus­ge­schüt­tet wird, da der Ver­lust nicht cash­wirk­sam ist, will Som­me­rer mit den In­ves­to­ren dis­ku­tie­ren.

Zum­to­bel ist trotz des Rück­gangs der Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te von 43,3 auf rund 35% fi­nan­zi­ell so­li­de auf­ge­stellt. Die Ak­ti­en sind mit ei­nem KGV 2010/11 von 15 im Bran­chen­ver­gleich zwar nicht güns­tig, soll­ten aber an­ge­sichts der Chan­cen im LED-Ge­schäft trotz­dem im Au­ge be­hal­ten wer­den.

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