Kaf­fee wird teu­rer

ROH­STOF­FE Roh­öl avan­ciert – Zu­cker­preis bleibt trotz ra­schem An­stieg deut­lich un­ter dem Re­kord von An­fang Jahr

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - MICHAEL PEY­ER

An den Roh­stoff­märk­ten bleibt das Ge­sche­hen span­nend, aber un­ein­heit­lich. Der Kon­junk­tur­op­ti­mis­mus hat En­de ver­gan­ge­ne Wo­che wie­der et­was zu­ge­nom­men.

Die freund­li­che­re Stim­mung an den Fi­nanz­märk­ten be­flü­gel­te auch Roh­öl. Dort wur­den die Ver­lus­te der Vor­wo­che mehr als wett­ge­macht, die Prei­se ten­dier­ten nach oben. Am Don­ners­tag stieg der Fu­tures auf Roh­öl der ame­ri­ka­ni­schen Sor­te West Te­xas In­ter­me­dia­te ( WTI) mit Lie­fer­ter­min im Ju­li an der New York Mer­can­ti­le Ex­ch­an­ge (Nymex) auf 76.30 $ pro Fass (1 Fass ent­spricht 159 Li­ter), das ist der höchs­te Preis seit ei­nem Mo­nat. Am Mon­tag zu­vor hat­te der Kon­trakt auf 69.51 $ ge­han­delt, um dann in drei Han­dels­ta­gen 10% zu avan­cie­ren. Nach den hef­ti­gen Kurs­ver­lus­ten vom Mai von knapp 90 auf un­ter 68$ neh­men chart­tech­ni­sche Ana­lys­ten ei­ne Kor­rek­tur von 50% auf 78.40 $ als nächs­tes Ziel ins Vi­sier.

Zum Wo­chen­auf­takt hielt der Trend an. Am Mon­tag­abend kos­te­te das Fass 75,12 $ und da­mit 5% mehr als ei­ne Wo­che zu­vor. Bis zum Di­ens­tag­mit­tag blieb der Kon­trakt un­ter 76$. We­gen des leicht schwä- che­ren Dol­lars war aber er­neut ei­ne fes­te­re Ten­denz zu er­ken­nen.

Die Über­flie­ger der Wo­che wa­ren un­ter den Ge­nuss­mit­teln zu fin­den. Be­son­ders Kaf­fee ist in den ver­gan­ge­nen Ta­gen mar­kant teu­rer ge­wor­den. Fu­tures auf Kaf­fee der Sor­te Ara­bi­ca avan­cier­te am Mon­tag am New York Bo­ard of Tra­de (Ny­bot), ei­ner Toch­ter der In­ter­con­ti­nen­tal Ex­ch­an­ge (ICE), auf das Zwei-Jah­res-Höchst von 152,45 Ct./lb. Das Han­dels­vo­lu­men war re­kord­hoch. Der Kon­trakt ver­teu­er­te sich in ei­ner Wo­che um mehr als 17 Ct. resp. 13%. Ein solch ho­hes Preis­ni­veau hat­te Kaf­fee zu­letzt im De­zem­ber 2009 und zu­vor im Ju­ni 2008 er­reicht.

Am Mon­tag­abend schloss der Kon­trakt auf 150,95 Ct./lb., das ist ein 23-Mo­na­te-

Die wich­tigs­ten Fu­tures auf Roh­stof­fe und Edel­me­tal­le Hoch. Noch vor ei­ner Wo­che hat­te er um 133 Ct./lb. no­tiert. Be­flü­gelt wur­de der hef­ti­ge Preis­an­stieg durch Ein­de­ckun­gen von Ver­kaufs­po­si­tio­nen und spe­ku­la­ti­ven Käu­fen von Fonds. Preis­un­ter­stüt­zung ver­ur­sach­ten auch Be­den­ken, zu viel Feuch­tig­keit in Mit­tel­ame­ri­ka könn­te die Ara­bi­ca-Pro­duk­ti­on emp­find­lich tref­fen, so­wie ein fal­len­der La­ger­be­stand.

Fu­tures auf Kaf­fee der Sor­te Ro­bus­ta, die an der Lon­do­ner Liffe ge­han­delt wer­den, stie­gen im sel­ben Zei­t­raum so­gar um 17% auf 1578 $ pro Ton­ne, das ist so hoch wie zu­letzt im April 2009. Die Eu­ro­päi­sche Kaf­fee­ver­ei­ni­gung mel­de­te jüngst für En­de April ei­ne Ver­rin­ge­rung des La­ger­be­stands um 4,7% ge­gen­über dem Vor­mo­nat. Die rück­läu­fi­gen Ex­por­te des gröss­ten Ro­bus­ta-Pro­du­zen­ten Viet­nam ver­un­si­chern die Markt­teil­neh­mer. Die In­ter­na­tio­na­le Kaf­fee­or­ga­ni­sa­ti­on (ICO) hat ih­re Schät­zung für den Rück­gang der welt­wei­ten Pro­duk­ti­on zu­letzt auf 6% im Ern­te­jahr 2009/2010 nach oben re­vi­diert. Nach drei De­fi­zit­jah­ren in Fol­ge sol­len An­ge­bot und Nach­fra­ge erst 2010/2011 un­ge­fähr aus­ge­gli­chen sein.

Auch eu­ro­päi­scher Weiss­zu­cker mit Lie­fe­rung im Au­gust stieg zum Wo­chen­start. Der Kon­trakt klet­ter­te an der Liffe im Wo­chen­ver­gleich 12% auf das Sie­ben-Wo­chen-Hoch von 527.50 $ pro Ton­ne. Ein An­ge­bots­eng­pass un­ter­stütz­te auch dort. Fu­tures auf US-Roh­zu­cker Nr. 11 kos­te­ten am Mon­tag an der Ny­bot 16,05 Ct./lb. – so viel wie zu­letzt Mit­te April.

Trotz der ra­schen Auf­wärts­be­we­gung be­fin­den sich die Kon­trak­te wei­ter­hin in ei­ner Art Nie­mands­land. Die 29-Jah­reHöchst vom Ja­nu­ar und Fe­bru­ar auf 760 $ und 30,40 Ct. schei­nen in ei­nem an­de­ren Le­ben ge­sche­hen zu sein.

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