Ist die Tal­fahrt zu En­de?

EUR­EX Vo­la­ti­li­tät und Ri­si­ko­prä­mi­en sind ge­sun­ken – Aus­fall in BP-Di­vi­den­den be­fürch­tet

Finanz und Wirtschaft - - WARRANTS/EUREX - BNP PA­RI­BAS,

Von Me­di­ka­men­ten weiss man um die ver­zö­ger­te Zeit der Wir­kungs­ent­fal­tung. Für das Ret­tungs­pa­ket der Eu­ro­päi­schen Uni­on (EU) für Grie­chen­land scheint das Glei­che zu gel­ten: Nach­dem an­fäng­lich die Ner­vo­si­tät an den Bond-und den Ak­ti­en­märk­ten eher noch ge­stie­gen war, ist der VSMI, der die Vo­la­ti­li­tät der SMI-Op­tio­nen er­fasst, zu Wo­chen­be­ginn wie­der deut­lich un­ter 20% ge­fal­len. Nicht ein­mal die er­neu­te Her­ab­stu­fung des Ra­tings Grie­chen­lands und Spa­ni­ens konn­te die De­ri­vat­märk­te nach­hal­tig er­schüt­tern, ob­wohl Spa­ni­en als «too big to fail» für die EU ins­ge­samt gilt. Im­mer­hin konn­ten die Pro­blem­län­der in den letz­ten Ta­gen grös­se­re Sum­men zu an­spre­chen­den Kon­di­tio­nen auf­neh­men. Le­dig­lich für klei­ne­re Ban­ken aus Spa­ni­en ist der eu­ro­päi­sche Ka­pi­tal­markt ge­schlos­sen.

Im Ein­klang mit den Kre­dit­märk­ten be­ru­hig­ten sich auch der De­ri­vat-und der Kas­sa­markt. Der Haupt­han­del kon­zen­trier­te sich wei­ter­hin auf Eu­ro-Sto­xx-50Fu­tures und Ter­min­kon­trak­te. Dax-und SMI-Fu­tures ver­zeich­ne­ten un­gleich tiefere Vo­lu­men. Un­ter­schied­li­che Si­gna­le kom­men von den In­dex­op­tio­nen. Beim Eu­ro Sto­xx über­wie­gen die Puts, im SMI und im Dax die Calls. An­le­ger und Ana­lys­ten deu­ten das als leicht po­si­ti­ves Si­gnal.

Ne­ga­ti­ve Im­pul­se kom­men wei­ter­hin aus dem Golf von Me­xi­ko. So­lan­ge das Bohr­loch vor dem Mis­sis­sip­pi-Del­ta nicht ge­stopft ist, wird sich auch die Dis­kus­si­on über die mög­li­che Plei­te von BP bzw. ei­ne Über­nah­me nicht le­gen. Am hier­zu nicht all­zu aus­sa­ge­kräf­ti­gen Eur­ex-Op­ti­ons­han­del – der Lon­do­ner Ter­min­markt ist dort die Re­fe­renz – über­wo­gen zu Wo­chen­be­ginn die Calls auf BP die Puts leicht. Bei den Open In­te­rests, den (noch) nicht ab­ge­schlos­se­nen Auf­trä­gen, la­gen hin­ge­gen die Puts deut­lich vor­ne. Ge­ne­rell ist der Öl­sek­tor zur Bran­che ge­wor­den, in der jetzt die Ge­schäfts­mo­del­le und die Fol­gen für die Um­welt dis­ku­tiert wer­den, wie einst für Ban­ken, Ver­si­che­run­gen und Au­to­her­stel­ler. Der Raf­fi­ne­rie­be­trei­ber Pe- trop­lus z. B., der eben­falls kein sor­gen­frei­es Fi­nanz­le­ben führt, ver­zeich­net mehr Puts als Calls. Eben­so geht es dem fran­zö­si­schen To­tal-Kon­zern. Le­dig­lich Roy­al Dutch Shell, hin und wie­der als mög­li­cher Käu­fer von BP im Ge­spräch, weist zu Wo­chen­be­ginn ein po­si­ti­ves Call-Put-Ver­hält­nis auf. Tran­so­ce­an-De­ri­va­te wer­den an der Eur­ex noch nicht ge­han­delt.

Roh­öl­kon­zer­ne gel­ten als gu­te Di­vi­den­den­zah­ler – und hier be­fürch­ten et­li­che

Im­pli­zi­te Vo­la­ti­li­tät An­le­ger ei­nen Aus­fall bei BP. Für bri­ti­sche Pen­si­ons­kas­sen mach­ten BP-Di­vi­den­den bis 12% der ge­sam­ten Aus­schüt­tun­gen aus. In den Di­vi­den­den-Fu­tures an der Eur­ex blieb es bis­her noch ru­hig – le­dig­lich auf Air-Li­qui­de-und GDF-Di­vi­den­den wur­den ei­ni­ge tau­send Kon­trak­te um­ge­setzt. Die gröss­te An­zahl of­fe­ner Kon­tak­te ha­ben die Ver­si­che­rung Axa so­wie die spa­ni­sche Te­le­fó­ni­ca.

Eur­ex-Um­satz auf Schwei­zer Ba­sis­wer­te

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