SNB be­ur­teilt La­ge mit Zu­ver­sicht

Das Aus für Dol­lar-Bills – Wö­chi­ge Re­ver­se Re­pos statt Fran­ken-Bills – Trans­pa­ren­te­re Re­ser­ven

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - PK,

Die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank (SNB) rühr­te am Don­ners­tag in ih­rer im Wes­ten des Wäh­rungs­raums vor­ge­nom­me­nen geld­po­li­ti­schen La­ge­be­ur­tei­lung er­war­tungs­ge­mäss we­der am Zins­band noch am Ziel­wert (vgl. Gra­fik). Die ex­pan­si­ve Geld­po­li­tik wird noch wei­ter­ge­führt; noch, weil das Di­rek­to­ri­um ei­nen be­ding­ten Ver­zicht auf wei­te­re De­vi­sen­käu­fe aus­sprach, al­so aus der im März 2009 ein­ge­lei­te­ten un­kon­ven­tio­nel­len Lo­cke­rung aus­stei­gen will. Be­dingt ist der Ver­zicht, weil sich die SNB vor­be­hält, er­neut De­vi­sen zu kau­fen, wenn sich Ab­wärts­ri­si­ken v. a. im Zu­sam­men­hang mit der Staats­schul­den­kri­se rea­li­sie­ren und über ei­ne Fran­ken­auf­wer­tung er­neut De­fla­ti­ons­ge­fahr droht.

Die In­fla­ti­ons­pro­gno­se (vgl. Ta­bel­le) si­gna­li­siert an­de­ren Hand­lungs­be­darf. Zu­dem zog sich ein vor­sich­ti­ger Op­ti­mis­mus wie ein ro­ter Fa­den durch die Aus­füh­run­gen des Prä­si­den­ten: Die Wachs­tums­pro­gno­se 2010 wur­de von 1,5 auf 2% er­höht. Für die Welt­wirt­schaft ge­be es nicht nur Ab­wärts-, son­dern auch Auf­wärts­ri­si­ken, wie ei­ne über­ra­schend kräf­ti­ge Bin­nen­nach­fra­ge in den USA oder den auf­stre­ben­den Län­dern. Am Ar­beits­markt wer­de sich die La­ge suk­zes­si­ve ver­bes­sern. Der han­dels­ge­wich­te­te Aus­sen­wert des Fran­kens ha­be seit März nur leicht zu­ge­legt. Es ge­be kei­ne An­zei­chen ei­ner Kre­dit­klem­me, stell­te Phil­ipp Hil­de­brand fest.

Dass der SNB am Hy­po­thekar­markt eher das Ge­gen­teil Kum­mer be­rei­tet, leg­te Vi­ze Tho­mas Jor­dan dar (vgl. Sei­te 21). Kre­dit-und Zins­ri­si­ken der in­lan­d­ori­en­tier­ten Ban­ken sei­en ge­stie­gen – schon im Sta­bi­li­täts­be­richt 2009 hat­te die SNB ein re­kord­ho­hes Zins­ri­si­ko der Kan­to­nal­ban­ken mo­niert. Ob sich Fi­nanz­in­sti­tu­te nun ver­mehrt über An­lei­hen zu his­to­risch sehr güns­ti­gen Kon­di­tio­nen lang­fris­tig re­fi­nan­zie­ren und da­mit das Zins­ri­si­ko in der Bi­lanz ver­min­dern? St­ab­fund, 2008 zur Stüt­zung der UBS ein­ge­rich­tet, wird durch Ver­fäl­le und Ver­käu­fe von Ak­ti­ven her­un­ter­ge­fah­ren: Der­zeit be­trägt der Um­fang 20 Mrd.$, das Dar­le­hen der SNB 16 Mrd. Jor­dan be­kräf­tig­te, die SNB ver­kau­fe St­ab­fund nicht an UBS zu­rück, be­schei­nig­te ihr aber ei­ne her­vor­ra­gen­de Zu­sam­men­ar­beit in der St­ab­fund-Ver­wal­tung.

An­ge­sichts der ho­hen De­vi­sen­re­ser­ven un­ter­strich Di­rek­to­ri­ums­mit­glied Je­anPier­re Dan­t­hi­ne, die An­la­ge­po­li­tik sei auf Si­cher­heit, Li­qui­di­tät und Er­trag aus­ge­rich­tet. Die SNB ver­fol­ge ei­ne Di­ver­si­fi­ka­ti­ons­stra­te­gie (Hil­de­brand kon­ze­dier­te in­des ei­ne Schuld­ner­kon­zen­tra­ti­on, vgl. Sei­te 2). Die Aus­ga­be von Dol­lar-Bills wird ein­ge­stellt, weil sich St­ab­fund mit den Dol­lars re­fi­nan­zie­ren lässt, die in den In­ter­ven­tio­nen er­wor­ben wur­den. Um den Li­qui­di­täts­über­schuss im Fi­nanz­sys­tem ab­zu­schöp­fen, setzt die SNB neu auf Re­ver­se Re­pos. Sie er­set­zen im wö­chi­gen Be­reich Fran­ken-Bills. Wohl nicht zu­letzt weil das Bun­des­amt für Sta­tis­tik De­vi­sen­re­ser­ven­zah­len bis­her zu­erst pu­bli­zier­te, ver­öf­fent­licht die Na­tio­nal­bank neu An­ga­ben da­zu je­weils An­fang Mo­nat.

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