Dax kon­ti­nu­ier­lich hö­her

FRANK­FURT Um­feld für Ak­ti­en ent­spannt sich et­was – Trü­ge­ri­sche Ru­he? – Bank­va­lo­ren ge­fragt

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN EUROPA - BA

Schritt für Schritt und mal ganz oh­ne grös­se­re Bles­su­ren ging es in der ab­ge­lau­fe­nen Wo­che mit dem deut­schen Ak­ti­en­markt auf­wärts. Die eher be­ru­hi­gen­den Ein­fluss­fak­to­ren über­wo­gen. So ist Spa­ni­en zum Bei­spiel die Pla­zie­rung von Staats­an­lei­hen gut ge­lun­gen, und USKon­junk­tur­da­ten zur Wo­chen­mit­te sorg­ten eben­falls für Zu­ver­sicht. Die US-Ein­fuhr­prei­se san­ken im Mai; das wird da­hin­ge­hend in­ter­pre­tiert, dass die In­fla­ti­on wei­ter­hin ein­ge­dämmt ist und die Zin­sen nied­rig blei­ben. Auch ge­gen Wo­chen­schluss über­wo­gen in Über­see eher freund­li­che Ten­den­zen.

Der Frei­tag stand im Zei­chen des Ver­fall­ter­mins. Der Dax ge­wann so in der Wo­che ku­mu­liert 2,8% auf 6217. Auf die­sem Ni­veau macht sich aber auch viel Skep­sis breit. All­zu wi­der­stands­fä­hig ge­gen ne­ga­ti­ve Über­ra­schun­gen dürf­te der Ak­ti­en­markt wei­ter­hin nicht sein.

Für Ge­sprächs­stoff sorg­te der Ent­schluss der EU, die Er­geb­nis­se von Stress­tests für eu­ro­päi­sche Gross­ban­ken zu pu­bli­zie­ren (vgl. Sei­te 32). Die Zu­ver­sicht, dass da­mit wohl kei­ne Pro­ble­me ver­bun­den sein wer­den, half den Ak­ti­en der Deut­schen Bank (+5% auf 50.43 €). Eher zu be­fürch­ten ist, dass die Deut­sche Post­bank zu Ka­pi­tal­mass­nah­men ge­zwun­gen sein könn­te, ist am Markt zu hö­ren. Die im MDax ent­hal­te­nen Wer­te über­tra­fen aber den Markt und zo­gen 3,7% auf 25.48 € an. Com­merz­bank, die staat­lich ge­stützt sind, ge­wan­nen 6% auf 6.13 €.

In­fi­ne­on (+9% auf 5.24 €) wa­ren die Dax-Ge­win­ner der Wo­che. Sie pro­fi­tier­ten von der Fan­ta­sie, der Halb­lei­ter­her­stel­ler wer­de sei­ne Han­dy­chip-Spar­te ver­kau­fen. Die Ak­ti­en des ehe­ma­li­gen Mut­ter­kon­zerns Sie­mens zo­gen 3,9% auf 77.26 € an. Den Ti­teln half die Grund­stim­mung und die Mel­dung, der Kon­zern wol­le mit dem rus­si­schen Ener­gie­rie­sen Gaz­prom in der Erd­gas­ver­flüs­si­gung zu­sam­men­ar­bei­ten.

Der Bau-und In­fra­struk­tur­kon­zern Hoch­tief mel­de­te ei­nen Auf­trag sei­ner aus­tra­li­schen Toch­ter Leigh­ton für 1,1 Mrd. aus­tr. $ für den Be­trieb der Koh­le­mi­ne MSJ in In­do­ne­si­en. An­ge­sichts ei­nes Auf­trags­be­stands von zu­letzt 36 Mrd.€ hat­te das aber kaum Re­le­vanz auf dem Par­kett, die Ti­tel stie­gen 3,1% auf 53.81 €. Die Va­lo­ren des Kon­kur­ren­ten Bil­fin­ger Ber­ger ent­wi­ckeln sich mit +2,8% auf 49.38 € im Wo­chen­ver­gleich in et­wa ver­gleich­bar.

Zu­ver­sicht zur Kon­junk­tur las­sen Merck Finck die Ak­ti­en von Hen­kel po­si­tiv er­schei­nen. Die Ana­lys­ten stuf­ten die Ti­tel von «Ver­kau­fen» auf «Kau­fen» her­auf, da ei­ne gu­te kon­junk­tu­rel­le Ent­wick­lung vor al­lem im Kleb­stoff­ge­schäft die Er­geb­nis­se deut­lich ver­bes­sern soll­te. Hen­kel Vz ge­wan­nen die­se Wo­che 2,6% auf 41.53 €. Bei­ers­dorf da­ge­gen blie­ben zu­rück mit +0,8% auf 46.02 €. Der Han­dels­rie­se Me­tro will sein deut­sches Gross­han­dels­ge­schäft auf hö­he­re Mar­gen trim­men. Vier Stand­or­te sol­len ge­schlos­sen und 900 Stel­len ge­stri­chen wer­den. Die Ak­ti­en leg­ten mit 2,9% auf 44.50 € in et­wa wie der Dax zu.

BASF kün­dig­te wei­te­re Preis­er­hö­hun­gen an. Be­trof­fen sind Vor­pro­duk­te (DMAPA) zur Her­stel­lung von Kör­per­pfle­ge­pro­duk­ten so­wie Was­ser­be­hand­lungs­und Pflan­zen­schutz­mit­teln. Be­grün­det wur­de der Schritt mit ge­stie­ge­nen Roh­stoff­prei­sen. Aus­ser­dem wer­den die Ab­satz­prei­se für Amei­sen­säu­re in Eu­ro­pa an­ge­ho­ben (ein­ge­setzt zum Bei­spiel in der Phar­ma-und Pflan­zen­schutz-und Rei­ni­gungs­mit­tel­in­dus­trie). Die Ak­ti­en be­weg­ten sich mit +3% auf 46,22% ex­akt im Da­xMit­tel­feld.

Deut­lich zu­ge­legt ha­ben TUI (+11,6% auf 7.97 €). Wett­be­wer­ber Tho­mas Cook, des­sen Ak­ti­en in London ko­tiert sind, er­klär­te, auf der Jagd nach Zu­käu­fen in Deutsch­land, Russ­land und Chi­na zu sein. Im Tec-Dax fie­len Drä­ger­werk auf (+3% auf 50.50 €). Das Un­ter­neh­men er­höh­te zu­nächst die Pro­gno­sen und kün­dig­te kurz spä­ter ei­ne Ka­pi­tal­er­hö­hung an.

Am Obli­markt ent­spann­te sich die La­ge, die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger Staats­an­lei­hen stieg von 2,57 auf 2,73%.

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