BP im Fo­kus der An­le­ger

EU­RO­PA

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN EUROPA - VN

Durch­zo­ge­ne Vor­ga­ben be­ein­fluss­ten das Ge­sche­hen an den eu­ro­päi­schen Bör­sen, ins­ge­samt stand die ver­gan­ge­ne Wo­che aber im Zei­chen der Er­ho­lung. Am Frei­tag zwang der He­xen­sab­bat die Märk­te im Spät­han­del in die Knie. Am drei­fa­chen Ver­falls­tag lie­fen an der Ter­min­bör­se Eur­ex ei­ne Rei­he von In­dex-und Ak­ti­en­op­tio­nen aus. Der DJ Sto­xx 50 stieg im Wo­chen­ver­gleich 2% auf 2468,7.

Reich­lich Be­we­gung gab es im Sek­tor­index DJ Sto­xx Öl und Gas (+0,4% auf 295,1). Der Fo­kus der An­le­ger rich­te­te sich da­bei auf BP (–8,8% auf 357 p). Auf Druck der US-Re­gie­rung hat­te sich der Öl­kon­zern am Mitt­woch be­reit er­klärt, ei­nen Fonds über 20 Mrd.$ zu er­rich­ten, der die Op­fer der Öl­ka­ta­stro­phe im Golf von Me­xi­ko ent­schä­di­gen soll (vgl. Sei­te 29). Zu­gleich setzt BP die Aus­schüt­tung ei­ner Di­vi­den­de für drei Quar­ta­le aus. Am Don­ners­tag stand CEO To­ny Hay­ward erst­mals ei­nem Aus­schuss des US-Kon­gres­ses Red und Ant­wort. Wäh­rend des sechs­stün­di­gen Kreuz­ver­hörs zeig­ten sich die Be­fra­ger mehr­heit­lich un­zu­frie­den mit sei­ner Aus­kunfts­be­reit­schaft. Ein häu­fi­ger Vor­wurf lau­te­te, der Bri­te wol­le sich aus der Af­fä­re zie­hen. US-Po­li­ti­ker mo­nier­ten, Hay­ward ha­be Fra­gen aus­wei­chend be­ant­wor­tet und An­ga­ben zu den Ur­sa­chen des Un­glücks ver­mie­den.

Die Bör­se aber quit­tier­te sei­nen Auf­tritt mit Kurs­auf­schlä­gen: BP zo­gen am Don­ners­tag 6,7% an. Ana­lys­ten er­klär­ten den Kurs­sprung da­mit, dass der Fonds mehr Klar­heit in die Fra­ge brin­ge, wel­chen Ver­pflich­tun­gen sich BP zu stel­len ha­be. Seit dem Un­glück hat sich der Bör­sen­wert des Öl­kon­zerns 40% re­du­ziert. Am Frei­tag hat die Ra­ting­agen­tur Stan­dard & Poor’s die Kre­dit­wür­dig­keit von BP um zwei No­ten auf AA– her­un­ter­ge­stuft.

In der Öl­bran­che er­reg­ten Dis­kus­sio­nen über ein glo­ba­les Mo­ra­to­ri­um für Tief­see­boh­run­gen die Ge­mü­ter. Die In­ter­na­tio­na­le Ener­gie­agen­tur IEA rech­net da­mit, dass ein sol­cher Be­schluss die täg­li­che Öl­för­der­quo­te bis im Jahr 2015 welt­weit um bis zu 900 000 Fass re­du­zie­ren könn­te. Die da­mit ein­her­ge­hen­de Öl­preis­er­hö­hung stel­le aus­ser­dem ei­ne Ge­fahr für das glo­ba­le Wachs­tum dar. Im Golf von Me­xi­ko be­schert das auf sechs Mo­na­te ver­län­ger­te Mo­ra­to­ri­um für Tief­see­boh­run­gen vie­len Öl­kon­zer­nen Ver­zö­ge­run­gen. Über ge­wich­ti­ge Ak­ti­va in der Re­gi­on ver­fü­gen un­ter an­de­rem Roy­al Dutch Shell (+1,8% auf 21.97 €), Eni (+4,2% auf 16 €) und Sta­toil (+1,3% auf 136.20 nKr.).

Sai­pem (+6,2% auf 26.91 €) ten­dier­ten fest. Von ei­nem Rück­gang der In­ge­nieur­sund Kon­struk­ti­ons­ar­bei­ten nach dem Un­glück im Golf von Me­xi­ko sei­en die Öl­dienst­leis­ter Sai­pem und Pe­tro­f­ac (–1,6% auf 1242 p) we­ni­ger be­trof­fen als ih­re Kon­kur­ren­ten Tech­nip (+3,5% auf 51.42 €) und John Wood (+1,9% auf 321p), schrie­ben Ana­lys­ten der Deut­schen Bank in ei­ner Bran­chen­stu­die. Die Stu­die be­wer­tet die Öl­ser­vice­bran­che mit «Neu­tral» und zählt Sai­pem zu ih­ren Top Picks, weil sich die Ge­winn­ent­wick­lung der Ita­lie­ner dank des ho­hen Auf­trags­be­stands sehr gut vor­aus­be­rech­nen lies­se. Ti­tel wei­te­rer Öl­dienst­leis­ter wie Fu­g­ro (+4,4% auf 42.85 €), SBM Off­s­hore (+1,5% auf 12.88 €) und Vallourec (+7,1% auf 153.10 €) ver­teu­er­ten sich al­le­samt.

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