Nik­kei pen­delt um 10000

TOKIO In­ter­es­se aus Eu­ro­pa– Fu­jit­su und To­shi­ba fu­sio­nie­ren Han­dy-Spar­te – Soft­bank im Hoch

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN ÜBERSEE - MARC- AN­TOI­NE HAU­DEN­SCHILD

Der Nik­kei-225-In­dex schloss am Frei­tag na­he­zu un­ver­än­dert (–0,04%) auf 9995,02. Auf Wo­chen­sicht ver­buch­te der In­dex ei­nen Auf­schlag von knapp 3%. Das war der gröss­te Wo­chen­an­stieg seit drei Mo­na­ten. Der brei­ter ge­fass­te To­pix ver­lor zum Wo­chen­schluss 0,3% auf 884,64. Markt­teil­neh­mern zu­fol­ge hat die Ri­si­ko­scheu der An­le­ger ab­ge­nom­men. So sol­len ei­ni­ge eu­ro­päi­sche An­le­ger wie­der am ja­pa­ni­schen Ak­ti­en­markt zu­ge­grif­fen ha­ben. Un­ter ih­nen hat sich die Sor­gen um die Schul­den­kri­se in Eu­ro­pa nach den er­folg­rei­chen Ver­käu­fen spa­ni­scher An­lei­hen ge­legt.

Der Han­del war am Frei­tag ru­hig, ab­zu­le­sen am tie­fen Vo­lu­men von 1,5 Mrd. Ak­ti­en. Der Fi­nanz­sek­tor ge­hör­te zu den schwächs­ten Per­for­mern, an­ge­führt von den Ti­teln von Klein­kre­dit­un­ter­neh­men. No­mu­ra schätzt, dass die vier gröss­ten der Bran­che in den kom­men­den zwei Jah­re ge­samt­haft Ver­lus­te von 503 Mrd. Yen (6,2 Mrd. Fr.) ein­fah­ren. Die Grün­de sind die Ein­füh­rung ei­ner neu­en ge­setz­li­chen Höchst­li­mi­te für Klein­kre­dit­zin­sen von 20% so­wie die Be­schrän­kung für Neu­kre­dit­ver­ga­ben an Kun­den mit be­reits aus­ste­hen­den Klein­kre­di­ten auf ma­xi­mal ei­nen Drit­tel ih­res Jah­res­ein­kom­mens. Take­fu­ji ver­lo­ren zum Wo­che­n­en­de 7,6%, Pro­mi­se 6,1, Acom 5,6 und Ai­ful 5,2%.

Un­ter den Ban­ken lit­ten be­son­ders Shin­sei Bank (–2,2%) und Su­mi­to­mo Mitsui Fi­nan­ci­al Group (–1,7%). Die Stim­mung im Ban­ken­sek­tor litt am Frei­tag zu­dem un­ter ei­nem Be­richt in der «Nik­kei»-Zei­tung, wo­nach Ja­pan Air­lines sei­ne Gläu­bi­ger­ban­ken um zu­sätz­li­che Un­ter­stüt­zung bit­ten könn­te.

Nach­dem bei Hon­da Mo­tor (–1,7%) die Tä­tig­keit in den chi­ne­si­schen Pro­duk- ti­ons­stät­ten mehr oder we­ni­ger zur Nor­ma­li­tät zu­rück­ge­fun­den hat, be­rich­tet nun ei­ne Toch­ter von To­yo­ta Mo­tor (–1,7%), To­yo­da Go­s­ei (–0,4%), von Streiks. Die Tur­bu­len­zen im Zu­sam­men­hang mit Ar­beits­be­din­gun­gen und tie­fen Sa­lä­ren in Chi­na schei­nen sich wei­ter aus­zu­brei­ten. Das hat in­di­rekt po­si­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf kon­sum­ori­en­tier­te Ti­tel von Un­ter­neh­men mit grös­se­ren Ge­schäfts­ak­ti­vi­tä­ten in Chi­na, so et­wa die des Kos­me­ti­k­rie­sen Shisei­do (+1,65%), der rund 20% sei­nes ra­pid wach­sen­den Ge­schäfts­er­trags in Chi­na er­zielt. Shisei­do wird viel­fach als Nutz­nies­se­rin des wach­sen­den Pri­vat­kon­sums in Chi­na er­wähnt, was si­cher­lich zum Ral­ly ih­ren Ti­teln in den ver­gan­ge­nen zwei Wo­chen bei­ge­tra­gen hat, seit ei­ne Wel­le von Lohn­an­pas­sun­gen in Chi­nas Pro­duk­ti­ons­zweig mög­lich ist und ver­mehrt dis­ku­tiert wird.

To­yo­ta Mo­tor will die Prei­se ih­rer Au­tos bis 2013 bis zu 30% sen­ken, wie Reuters mit Be­ru­fung auf ein In­ter­view mit ei­nem Top­ma­na­ger des Au­to­bau­ers mel­det. Zahl­rei­che Tei­le sol­len künf­tig mo­dell­über­grei­fend statt wie bis­her fahr­zeug­spe­zi­fisch ent­wi­ckelt wer­den.

Ge­fragt wa­ren Frei­tag Nin­ten­do (+2%); sie pro­fi­tier­ten von der Be­geis­te­rung an der Com­pu­ter­spiel­mes­se E3 in Los An­ge­les. Ein wei­te­rer Fak­tor ist Nin­ten­dos neue Spiel­kon­so­le 3DS, die drei­di­men­sio­na­le vi­su­el­le Ef­fek­te er­mög­licht. High-TechGad­gets sorg­ten auch für Auf­schwung in Soft­bank (+2,7%), hier im Zu­sam­men­hang mit dem App­le iPho­ne 4. Soft­bank ist Ex­klu­si­v­an­bie­te­rin in Ja­pan und ver­lau­te­te, man kön­ne we­gen der gros­sen Nach­fra­ge vor­der­hand kei­ne Be­stel­lun­gen mehr ent­ge­gen­neh­men.

Un­ter den Han­dy­her­stel­lern be­kommt Ja­pan ein neu­es Schwer­ge­wicht. Fu­jit­su und To­shi­ba wol­len im Ok­to­ber ih­re Ge­schäf­te fu­sio­nie­ren. Fu­jit­su soll die Mehr­heit an dem neu­en Jo­int Ven­ture hal­ten. Es wird mit ei­nem Um­satz von von rund 300 Mrd. Yen (2,5 Mrd. Fr.) ge­rech­net. Ei­ne ernst­haf­te Kon­kur­renz für die Welt­lea­der wie No­kia (vgl. Sei­te 29) und Samsung Elec­tro­nics ist das nicht. Ein­ge­spart wer­den sol­len vor al­lem Ent­wick­lungs­kos­ten.

De­fen­si­ve Sek­to­ren zähl­ten zu den Kurs­ge­win­nern vor dem Wo­che­n­en­de. Soft­banks Stei­ge­rung ver­half dem Tele­com­in­dex im To­pix zur Spit­zen­po­si­ti­on (+0,9%), ge­folgt vom Kon­sum, den Me­di­zi­nal-und Phar­ma­ti­teln. Der Yen ten­dier­te zum Dol­lar leicht zur Stär­ke (90.85 Yen), zum Eu­ro han­del­te er et­was schwä­cher (112.65 Yen). 10-jäh­ri­ge Staats­an­lei­hen ren­tier­ten zu­letzt 1,210%, 0,2 Ba­sis­punk­te tie­fer als am Vor­tag. Zu den Wachs­tums­plä­nen der Re­gie­rung vgl. Sei­te 34.

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