MGM Mi­ra­ge

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN ÜBERSEE - FISCH AS­SET MA­NAGE­MENT

Nach dem Rück­schlag um 15% von En­de April und der fol­gen­den Ge­gen­be­we­gung seit zwei Wo­chen – mit der die Hälf­te der Kurs­ver­lus­te auf­ge­holt wur­den – stellt sich für vie­le An­le­ger die Fra­ge, ob jetzt ein Wie­der­ein­stieg oder ein Auf­sto­cken be­ste­hen­der Ak­ti­en­po­si­tio­nen sinn­voll ist. Ein ana­ly­ti­sches Hilfs­in­stru­ment, das seit bei­na­he hun­dert Jah­ren zu Ra­te ge­zo­gen wird und auf dem vie­le mo­der­ne tech­ni­sche An­sät­ze be­ru­hen, ist die Dow-Theo­rie. Ge­mäss die­ser Theo­rie wer­den die lang­fris­ti­gen Pri­mär­trends re­gel­mäs­sig von Kor­rek­tur­pha­sen ab­ge­löst, die ge­wöhn­lich zwi­schen zwei Wo­chen und drei Mo­na­ten dau­ern. Der ak­tu­ell ab­wärts­ge­rich­te­te Se­kun­där­trend des Dow Jo­nes In­dus­tri­al In­dex und des Trans­port In­dex hat die Tief­punk­te der Kor­rek­tur vom Fe­bru­ar die­ses Jah­res nicht un­ter­schrit­ten. Folg­lich ist der auf­wärts­ge­rich­te­te lang­fris­ti­ge Pri­mär­trend noch in­takt. Die Dow-Theo­rie in ih­rer Gr­und­aus­sa­ge äus­sert sich aus­schliess­lich zu In­de­xent­wick­lun­gen, nicht zu Ein­zel­ti­teln. Es ist je­doch klar, dass ein stei­gen­der Ge­samt­markt för­der­lich für die Kurs­ent­wick­lung vie­ler Ein­zel­ti­tel ist – ganz nach dem Mot­to: Ei­ne Flut lässt al­le Boo­te stei­gen.

Auf Ein­zel­ti­tel-Ebe­ne ist un­ter der An­nah­me ei­nes in­tak­ten Bul­len­mark­tes MGM Mi­ra­ge in­ter­es­sant. Das US-Un­ter­neh­men ist der welt­weit zweit­gröss­te Ca­si­no­be­trei­ber mit dem Haupt­teil an Be­trie­ben am be­rühm­ten Las Ve­gas Bou­le­vard Strip. Zu den be­kann­te­ren Ca­si­nos ge­hö­ren un­ter an­de­rem MGM Grand Ho­tel, New York New York, Bel­lagio, Man­da­lay, Lu­xor und Excalibur. Wei­te­re Be­tei­li­gun­gen be­ste­hen an Ca­si­no-und Ho­tel­kom­ple­xen in At­lan­tic Ci­ty so­wie Ma­cau. MGM Mi­ra­ge sind ei­ne hoch ris­kan­te An­la­ge, wie die Vo­la­ti­li­tät der Ak­ti­en­ent­wick­lung zeigt: Nach ei­nem kon­stan­ten An­stieg von 20$ im Jah­re 2004 auf 100 $ En­de 2007 war der Ein­bruch im Rah­men der Fi­nanz­kri­se auf 2$ im März 2009 mas­siv. Stei­gen­de Be­su­cher­vo­lu­men und Ho­tel­aus­las­tungs­zif­fern ha­ben die Kon­kurs­ge­fahr ak­tu­ell in den Hin­ter­grund ge­drängt. So­wohl die vo­la­ti­len Cash­flows wie auch der ho­he Ver­schul­dungs­grad sind je­doch der Grund für das tie­fe Ra­ting CCC+ von Stan­dard & Poor’s bzw. Caa1 von Moo­dy’s. Die am 15. April aus­ge­ge­be­ne Wan­del­an­lei­he (Isin: US552953BR13) mit Ver­fall in fünf Jah­ren und ei­nem Cou­pon von 41⁄ 4% um­fasst ein Vo­lu­men von 1,15 Mrd. $. Beim ak­tu­el­len Preis von 92 re­sul­tiert ei­ne – in An­be­tracht der tie­fen Bo­ni­tät – ma­ge­re Ren­di­te von 6,2%. Trotz ei­ner Prä­mie von 40% re­agiert die Wan­del­an­lei­he mit ei­nem Del­ta von über 70 kräf­tig auf die Kurs­be­we­gun­gen der un­ter­lie­gen­den Ak­tie. Ei­ne Di­rekt­in­ves­ti­ti­on ist mit ei­nem sol­chen Pa­pier un­ab­ding­bar mit ei­nem gros­sen Über­wa­chungs­be­darf ver­bun­den.

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