In Schaff­ner steckt viel Zug­kraft

AKTIENEXPOSÉ Der Her­stel­ler von Elek­tro­fil­tern lässt die Re­zes­si­on hin­ter sich – Kurs­rück­schlä­ge bie­ten Ein­stiegs­chan­cen – Ge­winn­pro­gno­se er­höht

Finanz und Wirtschaft - - KAPITALANLAGEN - CHRIS­TOPH GISIGER

Wäh­rend den meis­ten Un­ter­neh­men die Re­zes­si­on noch in den Kno­chen steckt, hat Schaff­ner die Kon­junk­tur­del­le be­reits aus­ge­bü­gelt. Vor al­lem der Trend zum ef­fi­zi­en­te­ren Um­gang mit Ener­gie gibt dem Spe­zia­lis­ten für elek­tro­ma­gne­ti­sche Ver­träg­lich­keit und Strom­qua­li­tät Schwung. Die Chan­cen ste­hen gut, dass die Un­ter­neh­mens­pro­gno­se für das lau­fen­de Jahr über­trof­fen wird.

Schlüs­sel­markt Chi­na

Im Ge­gen­satz zu Eu­ro­pa und den USA brummt in Asi­en der Kon­junk­tur­mo­tor. Das hilft Schaff­ner, ist Chi­na nach Deutsch­land doch zum wich­tigs­ten Markt der klein­ka­pi­ta­li­sier­ten Ge­sell­schaft avan­ciert. An­nä­hernd ein Drit­tel der Ein­nah­men ent­fal­len be­reits auf Asi­en, wo­bei Chi­na al­lein für 19% auf­kommt. An­ders als vie­le auf den Ex­port aus­ge­rich­te­te west­li­che Ge­sell­schaf­ten ver­steht sich Schaff­ner in Chi­na je­doch pri­mär als lo­ka­ler An­bie­ter. Am Fer­ti­gungs­stand­ort Schang­hai wird denn auch zu rund 80% für den chi­ne­si­schen Markt pro­du­ziert, was mit Blick auf zu­neh­mend schär­fe­re Ar­beits­ge­set­ze und stei­gen­de Lohn­kos­ten ein gros­ser Vor­teil ist.

Zum En­ga­ge­ment in Asi­en passt die in­dus­tri­el­le Aus­rich­tung des Un­ter­neh­mens. Gröss­tes Ab­satz­seg­ment ist der Bah­nen­markt, wo Schaff­ner von enor­men In­ves­ti­tio­nen in die In­fra­struk­tur pro­fi­tiert. Pe­king bei­spiels­wei­se will jähr­lich rund 100 Mrd. Fr. in die Er­neue­rung des chi­ne­si­schen Fern-und Nah­ver­kehrs pum­pen. Ein klei­nes, aber ge­mes­sen an der Un­ter­neh­mens­grös­se nicht un­be­deu­ten­des Stück fällt da­bei für Schaff­ner ab: Zum Pro­dukt­sor­ti­ment zäh­len un­ter an­de­rem in­te­grier­te Bau­tei­le von Um­rich­tern, die den Strom aus dem Netz für den An­triebs­mo­tor in den Lo­ko­mo­ti­ven nutz­bar ma­chen. Er rech­ne da­mit, dass die glo­ba­le Bahn­in­dus­trie noch bis 2015 kräf­tig wei- ter wach­sen und sich dann auf sta­bi­lem Ni­veau hal­ten wer­de, sag­te CEO Alexander Ha­ge­mann die­se Wo­che wäh­rend ei­ner gut be­such­ten Un­ter­neh­mens­prä­sen­ta­ti­on für In­ves­to­ren in Zü­rich.

Schub durch Er­neu­er­ba­re

Gu­te Aus­sich­ten er­öff­nen sich auch im Be­reich er­neu­er­ba­re Ener­gi­en. Da­mit sich der Strom aus Wind und Son­ne stö­rungs­frei ins Über­tra­gungs­netz ein­spei­sen lässt, set­zen Kun­den wie Ves­tas, Sput­nik oder Sungrow auf Wech­sel­rich­ter mit elek­tro­ma­gne­ti­schen Ver­träg­lich­keits­fil­tern von Schaff­ner. Auch mit Fil­tern für die Steue­rung von Elek­tro­mo­to­ren er­wächst dem Un­ter­neh­men Wachs­tums­po­ten­zi­al, zu­mal bis­lang le­dig­lich et­was mehr als 10% al­ler elek­tri­schen An­trie­be in der In­dus­trie en­er­gie­ef­fi­zi­ent ar­bei­ten. Noch kaum Ab­schät­zen las­sen sich die Ab­satz­mög­lich­kei­ten durch das Auf­kom­men von Hy­bridund Elek­tro­au­tos, wo die Si­cher­stel­lung der elek­tro­ma­gne­ti­schen Ver­träg­lich­keit für die stö­rungs­freie Fahrt ei­ne ent­schei­den­de Rol­le spielt.

Schaff­ner hat im ers­ten Se­mes­ter des Ge­schäfts­jahrs per En­de Sep­tem­ber ei­nen ein­drück­li­chen Tur­naround hin­ge­legt. Be­stel­lun­gen so­wie Ein­nah­men er­rei­chen be­reits wie­der Vor­re­zes­si­ons­ni­veau und mit 6,6% Ebit-Mar­ge ist die Er­trags­kraft grös­ser als im ers­ten Halb­jahr 2007/08, als die Wirt­schaft boom­te. Das prall ge­füll­te Or­der­buch und die Er­fah­rung, dass Schaff­ner im zwei­ten Halb­jahr je­weils bes­ser ab­schnei­det, lässt die Pro­gno­se des Ma­nage­ments von 160 bis 180 Mio. Fr. Um­satz und 5 bis 7% Ebit-Mar­ge (zu) kon­ser­va­tiv wir­ken. Auch ist der deut­sche So­lar­markt ent­ge­gen vie­ler Be­fürch­tun­gen nicht ein­ge­bro­chen und die glo­bal ab­ge­stütz­te Pro­duk­ti­on bie­tet na­tür­li­chen Schutz ge­gen Wech­sel­kurs­schwan­kun­gen.

Für das lau­fen­de Ge­schäfts­jahr rech­nen wir neu mit na­he­zu 8 Mio. Fr. Ge­winn und he­ben die Schät­zung von 11.80 auf 13 Fr. pro Ak­tie an. Nach­dem die Va­lo­ren die­se Wo­che an­nä­hernd 10% vor­ge­rückt sind, trau­en wir ih­nen wei­te­re Avan­cen zu. Zeit­wei­li­ge Kur­stau­cher im Um­feld ge­ne­rel­ler Ve­r­un­si­che­run­gen am Ge­samt­markt bie­ten Ge­le­gen­heit zum Ein­stieg.

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