Er­leich­te­rung macht sich breit

Finanz und Wirtschaft - - IN KÜRZE - PM

Am Don­ners­tag konn­te nicht nur die UBS auf­schnau­fen, auch der Bun­des­rat zeig­te sich sehr er­leich­tert. So­zu­sa­gen in letz­ter Mi­nu­te hat­te das Par­la­ment den Staats­ver­trag mit den USA in Sa­chen UBS ge­neh­migt. Da­für war al­ler­dings noch ei­ne Ei­ni­gungs­kon­fe­renz zwi­schen Na­tio­nalund Stän­de­rat nö­tig. Nach­dem sich bei­de Kam­mern nach ei­nem mü­he­vol­len Hin und Her und et­li­chen Schwen­kern der SVP auf ein Ja zum Ver­trag ge­ei­nigt hat­ten, wur­de in der Fra­ge, ob der Ver­trag dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum zu un­ter­stel­len sei, doch noch ei­ne Dif­fe­renz ge­schaf­fen.

Im Na­tio­nal­rat mach­te die SVP zu­nächst er­neut mit der Lin­ken ge­mein­sa­me Sa­che und un­ter­stütz­te das Re­fe­ren­dum – gleich­zei­tig si­gna­li­sier­te sie, den Ver­trag aber nicht dar­an schei­tern zu las­sen. Ob­wohl die Sa­che so ge­se­hen klar war, muss­te sich den­noch ei­ne Ei­ni­gungs­kon­fe­renz be­mü­hen. Ihr Vor­schlag, den Ver­trag nicht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum zu un­ter­stel­len, ob­sieg­te in bei­den Rä­ten. Im Na­tio­nal­rat konn­te sich die SVP er­neut nicht zu ei­ner kla­ren Hal­tung durch­rin­gen, sie ver­half der Lö­sung mit Stimm­ent­hal­tung zum Durch­bruch.

Da­mit konn­te end­lich ein Schluss­strich un­ter ei­ne un­rühm­li­che par­la­men­ta­ri­sche De­bat­te (vgl. FuW Nr. 46 vom 16. Ju­ni) ge­zo­gen wer­den. Die Aus­ein­an­der­set­zung war ge­kenn­zeich­net durch ein ver­such­tes Po­wer­play der gros­sen Par­tei­en zur Lin­ken und zur Rech­ten, durch Er­pres­sungs­ver­su­che und Kurs­wech­sel. Ein Nein zum Staats­ver­trag hät­te nicht nur für die UBS gra­vie­ren­de Kon­se­quen­zen ge­habt, son­dern für die gan­ze Schwei­zer Wirt­schaft. Zu­dem hät­te es im Ver­hält­nis zwi­schen den USA und der Schweiz zu er­heb­li­chen Pro­ble­men ge­führt. So lag wäh­rend der gan­zen Aus­ein­an­der­set­zung das neue Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men in den USA auf Eis. Es soll­te vom Se­nat nun rasch ge­neh­migt wer­den. Da das Par­la­ment auch dar­auf ver­zich­tet hat, ei­ne par­la­men­ta­ri­sche Un­ter­su­chungs­kom­mis­si­on in der Sa­che ein­zu­set­zen, ist die An­ge­le­gen­heit für die Po­li­tik nun ab­ge­schlos­sen.

Nach dem par­la­men­ta­ri­schen Ent­scheid kann der Ver­trag de­fi­ni­tiv um­ge­setzt wer­den. Er wird seit dem 31. März vor­läu­fig an­ge­wen­det. Das heisst, die eid­ge­nös­si­sche Steu­er­ver­wal­tung hat die ein­zel­nen Fäl­le des Amts­hil­fe­ge­suchs wei­ter be­ar­bei­tet, aber oh­ne Ein­wil­li­gung der Be­trof­fe­nen noch kei­ne Kun­den­da­ten an die USA her­aus­ge­ge­ben. Ins­ge­samt konn­ten bis da­to rund 3000 der 4450 Fäl­le von der Steu­er­ver­wal­tung be­ar­bei­tet wer­den. Die ver­blei­ben­de Zeit bis En­de Au­gust wird aus­rei­chen, um al­le Fäl­le zu be­ar­bei­ten. Da­bei ist klar, dass die Ver­fah­rens­rech­te in je­dem ein­zel­nen Fall ge­wahrt sind, die Be­schwer­de­mög­lich­keit an das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ist of­fen. Da­mit kommt die Schweiz ih­ren ver­trag­li­chen Ver­pflich­tun­gen nach. Um­ge­kehrt wer­den die USA das De­fer­red Pro­se­cu­ti­on Agree­ment, die Grund­la­ge für das an­ge­droh­te Straf­ver­fah­ren ge­gen die UBS, bis spä­tes­tens 18. Sep­tem­ber zu­rück­zie­hen.

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