Swiss Li­fe ru­dert ge­gen den Zin­s­trend

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - TH

Vie­les geht in ei­ne gu­te Rich­tung im Fi­nanz­dienst­leis­ter Swiss Li­fe. Im Heim­markt wird ei­ne be­wuss­te Schrump­fung, auch in dem von po­li­ti­scher Ein­fluss­nah­me be­las­te­ten Pen­si­ons­kas­sen­ge­schäft, her­bei­ge­führt; im ers­ten Quar­tal gleich um 4%. Pro­fit­stei­ge­rung geht vor. In Frank­reich und Deutsch­land hin­ge­gen wird kräf­tig aus­ge­baut. Im ers­ten Jah­res­vier­tel stie­gen die Ein­nah­men um 18 bzw. 9%. Der Vor­sor­ge­be­darf der Be­völ­ke­rung sorgt für Nach­fra­ge nach ge­eig­ne­ten Ver­si­che­rungs­lö­sun­gen.

Be­deut­sam ist zu­dem, dass die Ge­ne­sung des Fi­nanz­ver­triebs AWD vor­an­kommt, wie Kon­zern­chef Bru­no Pfis­ter im In­ter­view be­tont. Die aus Deutsch­land ge­führ­te Mul­tiAn­bie­ter-Ver­triebs­or­ga­ni­sa­ti­on, die in meh­re­ren wei­te­ren Län­dern, et­wa auch in der Schweiz ak­tiv ist, hat sich wie­der über die Ge­winn­schwel­le hoch­ge­ar­bei­tet – die Re­struk­tu­rie­rung scheint ge­lun­gen.

Die Auf­stel­lung, für die sich die Ver­ant­wort­li­chen ent­schie­den ha­ben, müss­te Swiss Li­fe so­mit ins Spiel kom­men las­sen. Die Grup­pe ist auf den we­sent­li­chen Po­si­tio­nen gut be­setzt. Al­ler­dings hat sie ge­gen ei­nen kräf­ti­gen «Geg­ner» an­zu­tre­ten. Die Zin­sen sind auf ei­nem Mehr­jah­res­tief, wes­halb es zu­neh­mend schwie­rig wird, die auf Vor­sor­ge­pro­duk­ten ge­währ­ten Ver­zin­sungs­ga­ran­ti­en zu er­fül­len und zu­dem noch Re­ser­ven an­zu­le­gen. Da­zu kommt das zu­neh­men­de Ge­wicht der Ak­ti­vi­tä­ten im Eu­ro­raum. Die Fran­ken­stär­ke min­dert den Ge­winn aus dem Deutsch­land-und Frank­reich­ge­schäft, und sie trimmt eben­so den Er­folg des Fremd­wäh­rungs­teils des rund 110 Mrd. Fr. um­fas­sen­den Ver­si­che­rungs­ver­mö­gens.

Aus Vor­sichts­grün­den ist die noch zu Jah­res­be­ginn ge­heg­te Ge­winn­erwar­tung et­was zu­rück­zu­neh­men. So no­tie­ren die Ak­ti­en trotz ei­ner Kurs­ab­fla­chung um 15% im bis­he­ri­gen Jah­res­ver­lauf noch im­mer auf dem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 9. Das zeigt ei­ne lang­jäh­rig durch­schnitt­li­che Be­wer­tungs­hö­he an. Dass die Va­lo­ren das vor­han­de­ne Po­ten­zi­al auch kurz­fris­tig ab­ru­fen kön­nen, ist eher un­wahr­schein­lich.

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