Zu kom­plex?

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - AS

«Die Schweiz bleibt ver­wund­bar», hielt SNB-Vi­ze­prä­si­dent Tho­mas Jor­dan mit Blick auf die Too-big-to-fail-Pro­ble­ma­tik ( TBTF) der Gross­ban­ken fest. Zwar hät­ten UBS und Cre­dit Suis­se Ver­bind­lich­kei­ten mas­siv re­du­ziert, doch ih­re Markt­an­tei­le in der Schweiz sei­en un­ver­än­dert gross. Mass­nah­men für ei­ne hö­he­re Kri­sen­re­sis­tenz wur­den ge­trof­fen. En­de Ju­ni tritt ein neu­es Li­qui­di­täts­re­gime in Kraft; es schafft ein «Pols­ter » von dreis­sig Ta­gen, um re­agie­ren zu kön­nen. Zwei­tens sind En­de 2008 die Ei­gen­mit­tel­vor­schrif­ten ver­schärft wor­den ( Ver­schul­dungs­gren­ze und mehr ri­si­ko­ge­wich­te­tes Ei­gen­ka­pi­tal). Wie die SNB be­tont, be­rück­sich­tig­ten die Vor­schrif­ten da­mals al­ler­dings nur die zu ge­rin­ge Un­ter­le­gung der Ri­si­ken mit Ei­gen­ka­pi­tal. Sie er­ach­tet es als un­er­läss­lich, für die bei­den Gross­ban­ken ei­nen grös­se­ren Puf­fer zu schaf­fen, die Ka­pi­tal­an­for­de­run­gen wei­ter zu ver­schär­fen und sie pro­gres­siv zu ge­stal­ten ( je sys­tem­re­le­van­ter die Bank, des­to stren­ger die Vor­schrift). Als gröss­te Knack­nuss er­weist sich die drit­te Kern­mass­nah­me, die auch im Rah­men der vom Bund ein­ge­setz­ten TBTF-Ex­per­ten­grup­pe hit­zig dis­ku­tiert wird. Die Gross­ban­ken sol­len sich so or­ga­ni­sie­ren, dass im Not­fall die ge­ord­ne­te Li­qui­da­ti­on und die Wei­ter­füh­rung sys­tem­re­le­van­ter Funk­tio­nen mög­lich sind. Das ist mit Blick auf die sehr kom­ple­xe Or­ga­ni­sa­ti­on von UBS und CS ge­mäss Jor­dan «zwei­fel­los nicht ein­fach zu er­rei­chen» (vgl. da­zu Sei­te 15).

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