Ger­an­gel um Ge­no­lier hält an

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - EB

Der Macht­kampf um die Spi­tal­grup­pe Ge­no­lier geht wei­ter und könn­te schon bald auf ju­ris­ti­scher Ebe­ne aus­ge­tra­gen wer­den. Nach dem Rück­tritt des Vi­ze­prä­si­den­ten ist der Ver­wal­tungs­rat auf zwei Mit­glie­der ge­schrumpft.

Das spär­lich be­setz­te Gre­mi­um will die vom ver­gan­ge­ne Wo­che ab­ge­setz­ten CEO und Ver­wal­tungs­rats­mit­glied An­toi­ne Hu­bert ge­for­der­te aus­ser­or­dent­li­che Ge­ne­ral­ver­samm­lung vo­r­erst nicht ein­be­ru­fen. Als Grund nennt die Ge­no­lier-Spit­ze ei­ne lau­fen­de in­ter­ne Un­ter­su­chung. Sie soll die Ge­schäfts­füh­rung von Hu­bert un­ter die Lu­pe neh­men. Erst sol­len die Er­geb­nis­se ab­ge­war­tet wer­den. Ei­nen Zeit­rah­men woll­te Ge­no­lier nicht nen­nen. Hu­bert, der zu­sam­men mit sei­ner Frau in­klu­si­ve Op­tio­nen über ein Vier­tel an Ge­no­lier hält und die al­ten Macht­ver­hält­nis­se wie­der­her­stel­len will, prüft nun recht­li­che Schrit­te, um die Ak­tio­närs­ver­samm­lung frü­her durch­zu­set­zen.

Neu­er CEO er­nannt

Das Ger­an­gel be­gann ver­gan­ge­ne Wo­che, als an der Ge­ne­ral­ver­samm­lung meh­re­re Gross­ak­tio­nä­re Prä­si­dent Ray­mond Lo­re­tan und die VR-Mit­glie­der An­toi­ne Koh­ler so­wie An­toi­ne Hu­bert ab­setz­ten. Die Wahl zu­sätz­li­cher Ver­wal­tungs­rä­te miss­lang we­gen ei­nes fal­schen Stimm­zet­tels. Zum Prä­si­den­ten er­nannt wur­de nun Han­sRein­hard Zer­kow­ski, und CEO wird Spi­tal­ma­na­ger François Brot. Die neue Un­ter­neh­mens­lei­tung will Sy­ner­gi­en in­ner­halb der Spi­tal­grup­pe bes­ser nut­zen und das me­di­zi­ni­sche Ni­veau ver­bes­sern.

Ge­gen die Per­so­nal­ent­schei­de war Vi­ze­prä­si­dent Ro­bert Pen­no­ne. Er wur­de zwar an der Ge­ne­ral­ver­samm­lung wie­der­ge­wählt, ist nun aber zu­rück­ge­tre­ten. «Ich bin mit den jüngs­ten Er­eig­nis­sen nicht ein­ver­stan­den und war auch ge­gen die Wahl von Hans-Rein­hard Zer­kow­ski und François Brot in ih­re jet­zi­gen Äm­ter. Mein Rück­tritt ist die Kon­se­quenz», sag­te Pen­no­ne zu «Fi­nanz und Wirt­schaft».

Sta­tu­ten wer­den ver­letzt

Mit nur noch zwei Mit­glie­dern ver­letzt die Zu­sam­men­set­zung des Ver­wal­tungs­rats die Sta­tu­ten, die min­des­tens drei Köp­fe im Gre­mi­um vor­schrei­ben. Die zü­gi­ge Ein­be­ru­fung ei­ner aus­ser­or­dent­li­chen Ge­ne­ral­ver­samm­lung scheint un­aus­weich­lich. Das Ehe­paar Hu­bert will dem­nächst Op­tio­nen aus­üben, wo­mit der An­teil an Ge­no­lier auf knapp 27% zu­neh­men wird. Da­mit stei­gen Hu­berts Chan­cen, die al­ten Füh­rungs­struk­tu­ren wie­der­her­zu­stel­len. Ihm steht je­doch ei­ne Ak­tio­närs­grup­pe ge­gen­über, der Lin­coln Va­le, Alain Fa­ba­rez und Jai­me Ro­sell an­ge­hö­ren, die ab­züg­lich der Ver­kaufs­op­tio­nen an Hu­bert 14,9% hal­ten. Auch Michael Schro­eder hat­te mit 13,3% die von Lin­coln Va­le vor­ge­brach­ten Än­de­run­gen im Ver­wal­tungs­rat un­ter­stützt.

Ein En­de der Que­re­len um die Füh­rung von Ge­no­lier zeich­net sich noch nicht ab. Das sorgt für Ve­r­un­si­che­rung im Un­ter­neh­men. Dau­ert der Macht­kampf lan­ge an, könn­te das Image der ein­zel­nen Kli­ni­ken lei­den. Ge­no­lier be­treibt fünf Spi­tä­ler in der West­schweiz und ei­ne Kli­nik in Zü­rich. Von ei­nem Kauf der we­nig li­qui­den Ak­ti­en ra­ten wir ab. Ne­ben den Wir­ren an der Un­ter­neh­mens­spit­ze er­schwert der re­la­tiv kur­ze Leis­tungs­aus­weis der Grup­pe ei­ne Beur­tei­lung der Va­lo­ren.

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