Spiel mit den Lauf­zei­ten

Finanz und Wirtschaft - - PODIUM - RO­LAND VOGT

Der Kurs von Bu­cher In­dus­tries be­wegt sich seit sechs Wo­chen seit­wärts. Im Chart bil­de­te sich ein drei­eck­för­mi­ges Mus­ter (B) aus. Der Nut­zen sol­cher Kurs­mus­ter ist um­strit­ten. Wir ver­fol­gen da­her ei­nen prag­ma­ti­schen An­satz: Wir nut­zen und hin­ter­fra­gen sie gleich­zei­tig.

Prag­ma­ti­scher An­satz

Bu­cher wur­den in die­ser Ko­lum­ne letzt­mals am 13. März be­spro­chen. Mid Caps wa­ren da­mals en vo­gue, und die Kur­se stie­gen zu­letzt steil und keil­för­mig (A). Keil­struk­tu­ren ent­ste­hen aus­schliess­lich im letz­ten Teil ei­nes Trends. Kon­klu­si­on war, dass die Ak­tie vor ei­ner Um­wäl­zung ste­he. Die bis zu je­nem Zeit­punkt op­ti­mis­ti­sche Ein­schät­zung zu Bu­cher wur­de zu­rück­ge­nom­men. Meist ist der Aus­falls­win­kel aus ei­ner Wedge sehr steil; die Trend­wen­de spielt sich äus­serst rasch ab. Das für Vor­aus­den­ker at­trak­ti­ve Chan­cen-Ri­si­ko-Ver­hält­nis kippt dar­um wäh­rend der Ent­wick­lung ei­ner Wedge.

Keil­struk­tu­ren sind das Bes­te, was der Markt ei­nem Markt­tech­ni­ker bie­ten kann. Die Be­we­gun­gen im Nach­feld ei­ner sol­chen fal­len meist äus­serst strin­gent aus. Bei ei­nem Drei­eck ist dies nicht in glei­chem Mass der Fall. Bei Bu­cher dürf­te man da­her, nach­dem sich die Kur­se dem Apex des Drei­ecks an­ge­nä­hert und be­ru­higt ha­ben, bald wie­der sin­ken­de No­tie­run­gen se­hen.

Drei­ecke ent­ste­hen näm­lich in sehr we­ni­gen Fäl­len am En­de ei­nes Trends. Häu­fi­ger bil­den sie sich vor sei­ner Ak­ze­le­ra­ti­ons­pha­se. Bu­cher-Na­men wä­re dann in kur­zer Zeit wie­der auf glei­chem Ni­veau wie im No­vem­ber oder Ju­li 2009 zu ha­ben. So viel lässt die Lo­gik auch schon ver­mu­ten: Wahr­schein­lich wä­re sie dann für Käu­fer wie­der in­ter­es­sant. Dass ei­ne Ak­tie zu ge­stie­ge­nen Prei­sen ei­ne bes­se­re Per­spek­ti­ve hat als nach ge­sun­ke­nen, ist ein durch die Pra­xis un­be­stä­tig­tes Ge­rücht.

Trend­ver­lauf

Je­des Fi­nanz­in­stru­ment bil­det Trends ver­schie­de­ner Lauf­zei­ten. Adec­co Na­men be­fin­den sich seit En­de April in ei­nem mehr­wö­chi­gen Ab­wärts­trend, gleich­zei­tig auch in ei­nem län­ger­fris­ti­gen, im März 2009 bei 35 Fr. ge­star­te­ten Auf­wärts­trend. Im Ide­al­fall soll­ten bei­de Trends nach dem Kauf ein­heit­lich nach oben zei­gen. Gilt das auch für Adec­co?

Wäh­rend der letz­ten Wo­chen hat sich ein Drei­ecks­mus­ter aus­ge­bil­det. Zwar von ge­rin­ge­rer Grös­se, aber mit grund­sätz­lich glei­cher Wirk­kraft bis et­wa 49.50/50.00 Fr. Eben­falls fällt die re­la­ti­ve Per­for­mance ge­gen­über dem Sto­xx 600. So­mit ist die Fra­ge nach ei­nem neu­en kurz­fris­ti­gen Auf­wärts­trend hy­po­the­tisch. Selbst in die­sem eher un­wahr­schein­li­chen, po­si­ti­ven Fall wä­ren An­le­ger mit ei­nem In­dex-ETF wahr­schein­lich bes­ser be­dient als mit Adec­co.

Auf tie­fe­ren Kur­sen wie­der ei­ne Über­prü­fung wert, müs­sen wir uns zur­zeit kei­ne Ge­dan­ken um den Fort­be­stand der Auf­wärts­trend­li­nie ma­chen. Im Ge­gen­teil: Wir könn­ten uns den zu­sätz­li­chen Dis­tri­bu­ti­ons­druck, den der Ver­lust ei­ner vi­su­ell so gut sicht­ba­ren Trend­li­nie üb­li­cher­wei­se zur Fol­ge hat, zu­nut­ze ma­chen. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit je­ner der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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