Na­no­tech­no­lo­gie ex­pan­diert ra­sant

Um­satz wächst über 20% jähr­lich – Kommt ein neu­er In­no­va­tions-Su­per­zy­klus? – Zahl­rei­che span­nen­de An­la­ge­mög­lich­kei­ten

Finanz und Wirtschaft - - PODIUM - MAR­TIN GOLLMER

Die Na­no­tech­no­lo­gie be­flü­gelt die An­le­ger­fan­ta­sie. Dem Ein­satz kleins­ter Teil­chen zur Ver­bes­se­rung phy­si­ka­li­scher und che­mi­scher Ei­gen­schaf­ten von Ma­te­ria­li­en wird ei­ne gros­se Zu­kunft vor­aus­ge­sagt. Cre­dit Suis­se et­wa schreibt in ei­ner Stu­die, dass die Na­no­tech­no­lo­gie zu­sam­men mit an­de­ren dy­na­mi­schen Seg­men­ten wie Li­fe Sci­en­ces, sau­be­re Ener­gie, Mo­bi­li­tät und Kom­mu­ni­ka­ti­on ei­nen neu­en, meh­re­re Jahr­zehn­te dau­ern­den In­no­va­tions-Su­per­zy­klus be­grün­den wer­de.

Zah­len be­le­gen im­mer­hin, dass die Na­no­tech­no­lo­gie wirt­schaft­lich be­trach­tet kei­ne klei­ne Sa­che mehr ist. So ha­ben Re­gie­run­gen die wis­sen­schaft­li­che und in­dus­tri­el­le Ak­ti­vi­tät in dem Be­reich seit 2008 mit glo­bal über 28 Mrd.$ ge­för­dert– das wa­ren 50% mehr als in den drei Jah­ren zu­vor. Un­ter­neh­men ste­cken die­ses Jahr schät­zungs­wei­se 36 Mrd.$ in die na­no­tech­no­lo­gi­sche For­schung und Ent­wick­lung – fast zwei­mal mehr als 2009. Die Märk­te wach­sen ra­sant. Der Um­satz mit Na­noma­te­ria­li­en (vgl. Box un­ten) ex­pan­diert Jahr für Jahr um über 30% und soll 2012 ei­nen Um­fang von 25 Mrd.$ er­rei­chen. Und der Ver­kauf na­no­ba­sier­ter Pro­duk­te nimmt jähr­lich mit über 20% zu; er dürf­te sich 2012 auf 256 Mrd.$ be­lau­fen.

Noch klei­ne­re Halb­lei­ter

Grund für die Ent­wick­lung ist, dass Na­no­tech­no­lo­gie die Ma­te­ria­li­en grund­le­gend ver­än­dern kann und so die Ent­wick­lung neu­er tech­no­lo­gi­scher An­wen­dun­gen er­laubt. Auf Na­noma­te­ria­li­en ba­sie­ren­de Pro­duk­te ver­spre­chen «mehr für we­ni­ger» – al­so et­wa bil­li­ge­re, schnel­le­re und leich­te­re Ap­pli­ka­tio­nen mit bes­se­rer Funk­tio­na­li­tät bei gleich­zei­tig ge­rin­ge­rem Roh­ma­te­ri­al-und Ener­gie­ver­brauch.

Be­reits sind zahl­rei­che Un­ter­neh­men in der Tech­no­lo­gie ak­tiv. Un­ter­schie­den wer­den kön­nen Na­no­ma­te­ri­al­pro­du­zen­ten, An­la­ge-und Ge­rä­te­bau­er, Pro­dukt­in­no­va­to­ren und so­ge­nann­te Road­map-Er­wei­te­rer. Als Pro­du­zen­ten gel­ten Na­no- ma­te­ri­al­ent­wick­ler wie BASF, Ko­nin­k­li­jke DSM, Sig­ma-Ald­rich, Tei­jin und Tor­ay In­dus­tries. Sig­ma bei­spiels­wei­se pro­du­ziert un­ter an­de­rem Na­no­pul­ver und Na­no­par­ti­kel so­wie ein-und mehr­wan­di­ge Koh­len­stoff-Nano­röhr­chen.

Zur Grup­pe der An­la­ge-und Ge­rä­te­bau­er zäh­len Agi­lent Tech­no­lo­gies, ASML, FEI, Hit­a­chi High Tech oder Vee­co In­stru­ments. Agi­lent et­wa baut Mess­an­la­gen für die Be­rei­che Kom­mu­ni­ka­ti­on, Elek­tro­nik, Li­fe Sci­en­ces und che­mi­sche Ana­ly­se. Zum Pro­dukt­port­fo­lio ge­hö­ren Ras­ter­kraft­mi­kro­sko­pe und na­nos­ka­li­ge Po­si­tio­nie­rungs­ein­rich­tun­gen. ASML wie­der­um stellt höchst ge­naue Li­tho­gra­fie­fer­ti­gungs­sys­te­me für die Halb­lei­ter­bran­che her. Die­se Pro­duk­te spie­len ei­ne Schlüs­sel­rol­le in der Be­sei­ti­gung der Eng­päs­se, die bei

Mi­ni-Klär­an­la­ge für den de­zen­tra­len Ein­satz der Ent­wick­lung von Com­pu­ter­chips mit Struk­tu­ren von we­ni­ger als 50 bis 60 Na­no­me­tern be­ste­hen.

Wirk­sa­me­re Me­di­ka­men­te

Pro­dukt­in­no­va­to­ren sind Un­ter­neh­men mit ei­nem star­ken Port­fo­lio an selbst­ent­wi­ckel­ten na­no­ba­sier­ten Pro­duk­ten. Zu er­wäh­nen sind Do­nald­son, Elan, Emcore, Ener­gy Con­ver­si­on De­vices, Fer­ro, First So­lar, Li­fe Tech­no­lo­gies, Samsung SDI, So­ny oder To­shi­ba. Do­nald­son hat ei­ne auf der Na­no­fa­ser Ul­tra­web ba­sie­ren­de Fil­tra­ti­ons­tech­no­lo­gie ent­wi­ckelt, die ei­ne deut­li­che Re­duk­ti­on der Un­ter­halts­kos­ten er­mög­licht. Elans Na­no­crys­tal-Tech­no­lo­gie er­laubt in der Phar­ma­zeu­tik die For­mu­lie­rung von nur schlecht was­ser­lös­li- chen Me­di­ka­men­ten und ver­bes­sert da­mit die Me­di­ka­men­ten­auf­nah­me so­wie ih­re bio­lo­gi­sche Wir­kung. Samsung SDI kon­zen­triert sich auf die Her­stel­lung von Dis­plays mit or­ga­ni­schen Leucht­di­oden. Da­zu kom­men wie­der­auf­lad­ba­re Bat­te­ri­en so­wie Brenn­stoff-und So­lar­zel­len.

Road­map-Er­wei­te­rer schliess­lich set­zen na­nos­ka­li­ge An­wen­dun­gen zur Ver­brei­te­rung ih­rer Tech­no­lo­gie­pa­let­te ein. In die­se Ka­te­go­rie fal­len vor­wie­gend Chip­her­stel­ler wie In­tel oder Tai­wan Se­mi­con­duc­tor Ma­nu­fac­tu­ring.

An­le­ger ha­ben das The­ma Na­no­tech­no­lo­gie schon ent­deckt. Da­von zeu­gen die teil­wei­se re­spek­ta­blen Be­wer­tun­gen von Na­no­tech-Ak­ti­en (vgl. Ta­bel­le). Als güns­ti­ge Ti­tel mit Po­ten­zi­al ste­chen die Pa­pie­re von ASML her­aus.

Na­no­tech­no­lo­gisch be­schich­te­te Fil­ter ma­chen es mög­lich:

in ab­ge­le­ge­nen Ge­bie­ten.

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