No­kia ver­är­gert die An­le­ger

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - OP

Der welt­gröss­te Han­dy­her­stel­ler No­kia lei­det im Smart­pho­ne-Be­reich (an­spruchs­vol­le in­ter­net­fä­hi­ge Mo­bil­te­le­fo­ne) stär­ker un­ter der Kon­kur­renz als das Ma­nage­ment an­ti­zi­piert hat­te. Zu schaf­fen macht den Fin­nen be­son­ders das iPho­ne von App­le so­wie die auf der of­fe­nen Be­triebs­sys­tem­und Soft­ware-Platt­form An­dro­id (Goog­le) ba­sie­ren­den Ge­rä­te. Auch im Mas­sen­seg­ment ist No­kia ei­nem sich ver­schär­fen­den Wett­be­werb und Preis­druck aus­ge­setzt, was auf die Mar­gen drückt.

Das Un­ter­neh­men muss­te des­halb die Pro­gno­sen zum zwei­ten Mal in die­sem Jahr zu­rück­neh­men. Für das zwei­te Quar­tal er­war­tet es nun ei­nen Um­satz im Han­dy­ge­schäft im un­te­ren Be­reich der frü­her in Aus­sicht ge­stell­ten Band­brei­te von 6,7 bis 7,2 ( Vor­jahr: knapp 6,6) Mrd.€ oder gar dar­un­ter. Das glei­che gilt für die ope­ra­ti­ve Mar­ge im Drei­mo­nats­zeit­raum per En­de Ju­ni (Pro­gno­se von 9 bis 12%; Vor­jahr 12,2%) wie auch im Ge­samt­jahr. No­kia hat­te das Be­triebs­mar­gen­ziel für 2010 be­reits nach dem ers­ten Quar­tal, in dem die Um­satz­ren­di­te 12,1% be­tra­gen hat­te, auf 11 bis 13% (zu­vor 12 bis 14%) ge­senkt (vgl. FuW Nr. 32 vom 24. April). Der Se­mes­ter­aus­weis und mehr De­tails zum Jah­res­aus­blick wer­den am 22. Ju­li ver­öf­fent­licht.

An der Bör­se wur­de der Be­richt mit ei­nem wei­te­ren Kurs­rück­schlag von über 10% quit­tiert, ob­wohl be­kannt war, dass 2010 für No­kia ein schwie­ri­ges Über­gangs­jahr wird. Die Lan­cie­rung neu­er Hig­hend Smart­pho­nes, mit de­nen dem Vor­marsch der Kon­kur­renz­pro­duk­te Ein­halt ge­bo­ten wer­den soll, lässt – wie schon frü­her an­ge­kün­digt – bis min­des­tens En­de des drit­ten Quar­tals auf sich war­ten.

Die aus­ge­präg­te Kurs­schwä­che (vgl. Gra­fik) bie­tet für lang­fris­tig dis­po­nie­ren­de An­le­ger mit gu­ten Ner­ven ei­ne Ein­stiegs­ge­le­gen­heit. Die Ge­schäfts­per­spek­ti­ven von No­kia sind kei­nes­wegs so düs­ter wie die er­neu­te Tal­fahrt der Ak­ti­en sug­ge­riert. Der mit ei­nem Welt­markt­an­teil von an­nä­hernd 40% mit Ab­stand gröss­te Han­dy­her­stel­ler ver­fügt über ei­ne so­li­de Bi­lanz (Li­qui­di­täts­pols­ter von 9,7 Mrd.€ per En­de März) und wird am Bran­chen­wachs­tum wei­ter­hin par­ti­zi­pie­ren. Die Ti­tel sind auf Ba­sis der ge­senk­ten Ge­winn­schät­zun­gen mit ei­nem mo­de­ra­ten KGV 2010 von 13 und 2011 von 10 be­wer­tet.

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