Ei­ni­gung zwi­schen USA und BP

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - MG

US-Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma hat sich durch­ge­setzt: Der bri­ti­sche Ener­gie­kon­zern BP wil­ligt ein, zur Be­wäl­ti­gung der Öl­ka­ta­stro­phe im Golf von Me­xi­ko ei­nen mit vo­r­erst 20 Mrd.$ do­tier­ten Fonds ein­zu­rich­ten. Aus ihm sol­len die Kos­ten der Säu­be­rungs­ar­bei­ten so­wie die Scha­den­er­satz­an­sprü­che von Ge­mein­we­sen, Un­ter­neh­men und Per­so­nen be­zahlt wer­den. Zu­dem ver­zich­tet BP wäh­rend min­des­tens drei­er Quar­ta­le auf die Aus­rich­tung ei­ner Di­vi­den­de an die Ak­tio­nä­re. Die Aus­schüt­tung für das ers­te Quar­tal, die am 21. Ju­ni hät­te er­fol­gen sol­len, ent­fällt so­mit.

Die An­le­ger re­agier­ten mit spür­ba­rer Er­leich­te­rung auf die Ei­ni­gung zwi­schen den USA und dem Öl-und Gas­mul­ti. Der Kurs der BP-Ak­ti­en schnell­te am Don­ners­tag­mor­gen um mehr als 9% in die Hö­he und schloss am Abend mit ei­nem Ta­ges­ge­winn von 6,7%. Am Frei­tag leg­ten die Ti­tel bis am Nach­mit­tag noch­mals 2,4% zu. Grund für die Er­leich­te­rung ist, dass mit der Ei­ni­gung erst­mals sicht­bar wird, für wel­che Kos­ten BP nach An­sicht der US- Re­gie­rung auf­kom­men muss und wie teu­er die Öl­ka­ta­stro­phe den Kon­zern zu ste­hen kom­men könn­te, auch wenn der Be­trag kei­ne ab­so­lu­te Ober­gren­ze dar­stellt und Bus­sen nicht mit ein­ge­rech­net sind. Im­mer­hin scheint jetzt aber klar zu sein, dass BP nicht auch noch die Per­so­nen ent­schä­di­gen muss, die durch das von der US-Re­gie­rung ver­häng­te Öl­bohr­mo­ra­to­ri­um und Fisch­fang­ver­bot im Golf von Me­xi­ko ar­beits­los ge­wor­den sind.

Der Fonds soll von ei­nem un­ab­hän­gi­gen Ver­wal­ter ge­führt und über die nächs­ten drei­ein­halb Jah­re ge­äuf­net wer­den. Die mit dem vor­über­ge­hen­den Ver­zicht auf Di­vi­den­den­zah­lun­gen ge­spar­ten Gel­der sol­len in den Fonds flies­sen. BP schüt­te­te im ver­gan­ge­nen Jahr ins­ge­samt 10,4 Mrd.$ an die Ak­tio­nä­re aus. Wei­ter sol­len zur Ali­men­tie­rung des Fonds die In­ves­ti­tio­nen um 10% ge­kürzt wer­den. Die­se be­lau­fen sich zur­zeit auf rund 20 Mrd.$ pro Jahr. Zu­dem sol­len in den nächs­ten zwölf Mo­na­ten Ver­mö­gens­tei­le in der Hö­he von 10 Mrd.$ ver­kauft wer­den.

Trotz der Ei­ni­gung ist das Ri­si­ko ei­ner An­la­ge in BP nach wie vor gross. Bis das le­cke Bohr­loch im Golf von Me­xi­ko ge­schlos­sen ist, soll­te vom Kauf von BP-Ak­ti­en ab­ge­se­hen wer­den.

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