In­ter­es­sens­kon­flikt

Finanz und Wirtschaft - - AUSLAND - CP

Wäh­rend der Fi­nanz­kri­se ha­ben die In­ter­es­sen­kon­flik­te von Ban­ken viel zu Re­den ge­ge­ben. Jetzt be­fin­det sich der Staat als Ei­g­ner von sub­stan­zi­el­len An­tei­len an Roy­al Bank of Scot­land (RBS) und Lloyds Ban­king selbst in die­ser Si­tua­ti­on.

Als Ak­tio­när ist er dar­an in­ter­es­siert, dass sich die Ban­ken sta­bi­li­sie­ren und in die Ge­winn­zo­ne zu­rück­keh­ren. Fi­nan­zi­ell ge­se­hen wür­de es sich der­zeit nicht loh­nen, die An­tei­le zu ver­kau­fen. Die 84%-Be­tei­li­gung an RBS kos­te­te 49,9 p pro Ak­tie, am Frei­tag no­tier­ten die Ti­tel zur Mit­tags­zeit auf 46,8 p. An Lloyds Ban­king ist der Staat zu 41% be­tei­ligt, was ihn 63,2 p je Ak­tie kos­te­te; die Ti­tel wer­den zu 56,9 p ge­han­delt. Nort­hern Rock und ein Teil von Brad­ford & Bingley be­fin­den sich eben­falls in Staats­be­sitz.

Ein­zel­hei­ten zur ge­plan­ten Bank­steu­er sind nicht be­kannt. De­ren Ein­füh­rung wür­de aber den Wert der Be­tei­li­gun­gen ver­rin­gern. Ge­mäss Be­rech­nung von J. P. Mor­gan, wür­de ei­ne Ab­ga­be von 0,15% auf den Ver­pflich­tun­gen, die die Kun­den­ein­la­gen über­tref­fen, den er­war­te­ten Ver­lust von RBS für 2010 um die Hälf­te stei­gern. Lloyds fie­le eben­falls in die Ver­lust­zo­ne zu­rück.

Der Schatz­kanz­ler wird sich des­halb über­le­gen müs­sen, wann er die Steu­er ein­füh­ren will. Für die Re­duk­ti­on des Haus­halt­de­fi­zits wä­ren die Steu­er­ein­nah­men er­wünscht, ge­nau wie ein Ver­kaufs­er­lös der Bank­be­tei­li­gun­gen. Dem Ver­neh­men nach will die Re­gie­rung je­doch an den Ak­ti­en fest­hal­ten, bis die Ban­king Com­mis­si­on (vgl. Haupt­text) ih­ren Schluss­be­richt vor­legt.

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