Zu­rich Fi­nan­ci­al blei­ben Ren­di­te­per­len

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSE SCHWEIZ - AS

Von den gross­ka­pi­ta­li­sier­ten Ver­si­che­rungs­wer­ten ha­ben Zu­rich Fi­nan­ci­al Ser­vices (ZFS) die­ses Jahr mit ei­nem Kurs­fort­schritt von 11% am bes­ten ab­ge­schnit­ten. Der ers­te Auf­tritt von CEO Mar­tin Senn am In­ves­to­ren­tag dürf­te den Ak­tio­nä­ren Ge­wiss­heit ver­mit­telt ha­ben, dass sie dem Un­ter­neh­men treu blei­ben soll­ten.

Senn, vor­her An­la­ge­chef (Chief In­vest­ment Of­fi­cer) der ZFS, ist seit ei­nem hal­ben Jahr im Amt und hat da­bei je­de der drei Spar­ten auf Pro­fi­ta­bi­li­tät und Wachs­tums­chan­cen durch­leuch­tet. Auf ei­nen kur­zen Nen­ner ge­bracht: Die Stra­te­gie stim­me, sag­te Senn, doch sei es in der nächs­ten Pha­se mög­lich, ra­scher zu wach­sen (frei­lich oh­ne Mar­gen­kom­pro­mis­se) und ef­fi­zi­en­ter zu wer­den.

Un­ter der Füh­rung von Senns Vor­gän­ger Ja­mes Schi­ro hat Zu­rich seit An­fang 2004 den Ak­tio­nä­ren ei­nen über­durch­schnitt­li­chen To­tal Re­turn (Kurs­ge­winn plus Di­vi­den­de) be­schert. Die Grup­pe kam in der Fi­nanz­kri­se dank dis­zi­pli­nier­ter Ge­schäfts-und An­la­ge­tä­tig­keit ver­gleichs­wei­se gut über die Run­den. Die Er­fol­ge will Senn auf kei­nen Fall aufs Spiel set­zen. Er ist aber über­zeugt, aus der glo­ba­len Prä­senz – Zu­rich ist der ein­zi­ge Schwei­zer Di­rekt­ver­si­che­rer mit Schwerpunkt aus­ser­halb des Heim­markts – bzw. aus ei­ner «In­dus­tria­li­sie­rung» der Ak­ti­vi­tä­ten mehr Ka­pi­tal schla­gen zu kön­nen. Grup­pen­wei­te Funk­tio­nen wie IT und Be­schaf­fung sol­len kon­zen­triert und durch er­höh­te Ef­fi­zi­enz Kos­ten ge­spart wer­den. Im Ge­gen­zug kön­nen sich die ope­ra­ti­ven Li­ni­en ver­mehrt auf das Ge­schäft und die Be­treu­ung der Kun­den kon­zen­trie­ren.

Am Ziel ei­ner Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­te von 16% (bis 2007: 12) rüt­telt Zu­rich nicht. Im ge­gen­wär­ti­gen Um­feld nied­ri­ger Zin­sen und ho­her Un­si­cher­heit an den Ka­pi­tal­märk­ten ist es am­bi­tio­niert ge­nug. Im ers­ten Quar­tal blieb der Kon­zern mit 13,5% deut­lich dar­un­ter, doch kos­te­te al­lein das Erd­be­ben in Chi­le fast zwei Pro­zent­punk­te. Das Ziel gilt «über den Zy­klus hin­weg», was mit­tel­fris­tig bzw. über min­des­tens drei Jah­re be­deu­tet.

Un­ge­ach­tet wei­te­rer Ak­qui­si­tio­nen und stren­ge­rer Ka­pi­tal­vor­schrif­ten un­ter dem Sol­vency-II-Re­gime will Zu­rich ei­ne «sta­bi­le und at­trak­ti­ve» Di­vi­den­de aus­schüt­ten. Der­zeit deu­tet al­les dar­auf hin, dass die Aus­schüt­tung bei­be­hal­ten wird – das hies­se der­zeit ei­ne Ren­di­te von über 6%. Die Qua­li­tät der Ak­ti­en spie­gelt sich in ei­nem bran­chen­weit ho­hen Kurs-Buch­wert-Ver­hält­nis von 1,2.

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