Es reg­net Neu­emis­sio­nen

IN­TER­NA­TIO­NA­LE AN­LEI­HEN Der chi­ne­si­sche Ka­pi­tal­markt strebt Zu­sam­men­ar­beit und Ef­fi­zi­enz an

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN/DEVISEN - JEAN­NE RICHENBERGER

Ei­nen Schub dürf­ten die lo­ka­len asia­ti­schen Bond­märk­te von der am Wo­che­n­en­de an­ge­kün­dig­ten Ren­min­bi­auf­wer­tung er­hal­ten (vgl. Text un­ten). Aber auch die fun­da­men­tal vor­teil­haf­te­re wirt­schaft­li­che Ver­fas­sung der Schwel­len­län­der Asi­ens ver­spricht bes­se­re Aus­sich­ten in die­ser Re­gi­on (vgl. Text­kas­ten rechts). Chi­na hat be­reits ei­nen ers­ten Schritt in Rich­tung of­fe­ne­re Ka­pi­tal­märk­te un­ter­nom­men: Am Di­ens­tag ha­ben die Chi­ne­se Na­tio­nal As­so­cia­ti­on of Fi­nan­ci­al Mar­ket In­sti­tu­tio­nal In­ves­tors (NAFMII) und die In­ter­na­tio­nal Ca­pi­tal Mar­ket As­so­cia­ti­on (Icma) ein Ver­ein­ba­rung un­ter­zeich­net, in der sie ih­re Be­reit­schaft zur Zu­sam­men­ar­beit in den Be­rei­chen ge­setz­li­che Re­gu­lie­rung, Markt­struk­tur so­wie pro­fes­sio­nel­le Aus­bil­dung be­kräf­ti­gen. Die Ef­fi­zi­enz des Ka­pi­tal­mark­tes soll auf die­se Wei­se er­höht wer­den.

Neu­es In­stru­ment CCT-eu

Un­ter den Mit­glie­dern der Eu­ro­zo­ne ist Ita­li­en der gröss­te Emit­tent von Staats­an­lei­hen – mit ei­nem Ver­schul­dungs­grad von über 100% des Brut­to­in­land­pro­dukts ist das auch nicht ver­wun­der­lich. Um für An­le­ger ei­nen An­reiz zu schaf­fen, hat das ita­lie­ni­sche Schatz­amt ein neu­es In­stru­ment lan­ciert: CCT-eu. Hier­bei han­delt es sich um ei­nen Floa­ter. Die Ver­zin­sung des Pa­piers ist an den Sechs­mo­nats­satz Eu­ri­bor ge­kop­pelt. Die stan­dar­di­sier­te Lauf­zeit be­trägt sie­ben Jah­re. Als «wich­ti­ge und stra­te­gi­sche Ent­schei­dung» be­zeich­nen die Ex­per­ten von Uni­credit das neue In­stru­ment. Mit der va­ria­blen Ver­zin­sung si­gna­li­sie­re das Schatz­amt, dass es sich den ge­än­der­ten Markt­kon­di­tio­nen an­pas­se. Haupt­vor­teil des neu­en Bonds sei die Ver­bin­dung zum Eu­ri­bor, ei­nem Schlüs­sel­pa­ra­me­ter des Geld­mark­tes der Eu­ro­zo­ne. Das In­stru­ment wer­de des­halb ei­ne brei­te In­ves­to­ren­ba­sis an­spre­chen und An­le­gern die Mög­lich­keit bie­ten, be­ste­hen­de Eu­ri­bor-Ver­pflich­tun­gen ab­zu­si­chern. Uni­credit er­war­tet in Kür­ze den ers­ten CCT-eu – der an­fangs wahr­schein­lich mit Hil­fe ei­nes Syn­di­kats lan­ciert wer­de, da­nach mit mo­nat­li­chen Auk­tio­nen. Cer­ti­fi­ca­ti di Cre­di­to del Tesoro (CCT) exis­tie­ren schon seit län­ge­rem, ih­re Cou­pons sind je­doch mit sechs­mo­na­ti­gen Buo­ni Or­di­na­ri del Tesoro (BOT), ita­lie­ni­schen Staats­an­lei­hen, ver­bun­den. Da­mit re­prä­sen­tiert die Ver­zin­sung le­dig­lich den Heim­markt.

In der lau­fen­den Wo­che emit­tiert Deutsch­land mit Ab­stand das gröss­te Vo­lu­men. Das Schwer­ge­wicht der Eu­ro­zo­ne auk­tio­nier­te ei­ne zwei­jäh­ri­ge Bun­des­schatz­an­wei­sung über 13 Mrd. € mit ei­nem Cou­pon von 1⁄2%. Eben­falls ak­tiv sind die Nie­der­lan­de, Spa­ni­en, Bel­gi­en und Frank­reich. Sie sto­cken mehr­heit­lich be­ste­hen­de An­lei­hen und Geld­markt­pa­pie­re auf. Ge­samt­haft wird für die kom­men­den Ta­ge ein Neu­emis­si­ons­vo­lu­men von 6,1 Mrd.€ er­war­tet.

Ne­ben Staa­ten emit­tier­ten auch Un­ter­neh­men fleis­sig. Co­ve­r­ed Bonds, be­si­cher­te An­lei­hen, be­gab Ab­bey Na­tio­nal Tre­a­su­ry Ser­vices. Mit den zu 31⁄ 8% ver­zins­ten Pa­pie­ren hat die bri­ti­sche Hy­po­the­ken­bank 750 Mio. € auf­ge­nom­men. Sie zahl­te ei­ne Prä­mie von 196 Ba­sis­punk­ten (Bp) zu deut­schen Staats­pa­pie­ren. Tri­pleA-Pfand­brie­fe über 1 Mrd.€ bot Baye­ri­sche Lan­des­bank an. Der Cou­pon der 2014 fäl­li­gen Pa­pie­re wur­de auf 17⁄ 8% fest­ge­setzt, die Prä­mie auf 89 Bp. Ih­ren Re­fi­nan­zie­rungs­be­darf ge­deckt ha­ben auch zwei Au­to­her­stel­ler: Peu­geot und Volks­wa­gen. Das fran­zö­si­sche Un­ter­neh­men of­fe­rier­te fünf­jäh­ri­ge Bonds über 500 Mio. € mit ei­ner Ver­zin­sung von 55⁄ 8%. Mit dem Ra­ting Baa3 von Moo­dy’s bzw. BB+ von Stan­dard & Poor’s (S&P) ist die Emis­si­on dem High-Yield-Be­reich zu­zu­ord­nen. Volks­wa­gen, mit der No­te A2 (Moo­dy’s) bzw. A– (S&P) in der An­la­ge­qua­li­tät po­si­tio­niert, nahm 1 Mrd.€ auf. Die 2013 fäl­li­gen Pa­pie­re of­fe­rie­ren ei­nen Cou­pon von 23⁄ 8% und ei­ne Prä­mie von 168 Bp.

Ca­jas ver­lie­ren Bo­ni­tät

Hö­he­re Kre­dit­aus­fäl­le und ein ge­rin­ge­res Wirt­schafts­wachs­tum Spa­ni­ens – die­se un­vor­teil­haf­te Pro­gno­se­än­de­rung der Ra­ting­agen­tur S&P hat Kon­se­quen­zen für die Bo­ni­täts­no­ten von sie­ben spa­ni­schen Fi­nanz­in­sti­tu­ten. Her­ab­ge­stuft wird Ca­ja de Ahor­ros y Monte de Pie­dad de Gi­puz­koa y San Sebastian (Ku­t­xa). S&P re­du­ziert von A+ auf A ne­ga­tiv. Be­stä­tigt wird die Bo­ni­tät der lang­fris­ti­gen Schul­den von Ca­ja de Ahor­ros y Monte de Pie­dad de Ma­drid (Ca­ja Ma­drid) mit A, wäh­rend die hy­bri­den Ka­pi­tal­in­stru­men­te von B auf BB her­ab­ge­setzt wer­den. Eben­falls be­stä­tigt wird das Emit­ten­ten­ra­ting des Ban­co Po­pu­lar Es­pa­nol (Po­pu­lar) so­wie des Ban­co de Sa­ba­dell, bei­de A, je­doch wer­den die hy­bri­den In­stru­men­te neu mit BB+ be­no­tet. Zu­dem blei­ben sämt­li­che Bo­ni­täts­no­ten von Sa­ba­dell auf Cre­ditwatch ne­ga­tiv. Von ne­ga­tiv auf sta­bil hat S&P die Aus­sich­ten von Ca­ja de Ahor­ros y Monte de Pie­dad de Za­ra­go­za, Ara­gón y Rio­ja (Iber­ca­ja) kor­ri­giert. Das Ra­ting A wird be­stä­tigt. Eben­falls nicht ver­än­dert wer­den AA– ne­ga­tiv der Ca­ja de Ahor­ros y Pen­sio­nes de Bar­ce­lo­na (La Caixa) und A sta­bil von Bank­in­ter.

Das spa­ni­sche Ban­ken­sys­tem ist zwei­ge­teilt: Auf der ei­nen Sei­te ste­hen die an­ge­schla­ge­nen Spar­kas­sen (Ca­jas), die eng an den Im­mo­bi­li­en­markt ge­kop­pelt sind. Ih­nen ste­hen die gros­sen, sta­bi­le­ren Fi­nanz­in­sti­tu­te ge­gen­über. Bei­de Sei­ten hat­ten in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten mit Fi­nan­zie­rungs­schwie­rig­keit zu kämp­fen. Mit Blick auf die ge­plan­te Ver­öf­fent­li­chung der Er­geb­nis­se der Ban­kens­tress­tests könn­ten spa­ni­sche Ban­ken pro­fi­tie­ren. Denn die Re­sul­ta­te soll­ten Ver­trau­en schaf­fen und könn­ten den In­sti­tu­ten ei­ne güns­ti­ge­re Re­fi­nan­zie­rung er­mög­li­chen.

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