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Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN NEW YORK - FH

Mo­bi­li­tät und Kon­nek­ti­vi­tät sind ge­fragt: Im­mer mehr por­ta­ble Elek­tro­nik­ge­rä­te er­lau­ben den Zu­griff auf das In­ter­net und den draht­lo­sen Da­ten­aus­tausch über Ra­dio­wel­len – ein gu­tes Ge­schäft für Halb­lei­ter­kon­zer­ne, die sich auf RF-Chips-Sät­ze (Ra­dio Fre­quen­cy) spe­zia­li­siert ha­ben.

Mit ei­nem Markt­an­teil von bei­na­he 30% zählt Sky­works So­lu­ti­ons (Nas­daq SWKS, 17.49 $ am Mon­tag, 3,1 Mrd. $ Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung) zu den wich­tigs­ten In­dus­trie­ver­tre­tern. Das in Wo­burn im US-Bun­des­staat Mas­sa­chu­setts do­mi­zi­lier­te Un­ter­neh­men ent­stand im Jahr 2002 aus der Fu­si­on von Al­pha In­dus­tries und dem Wi­re­less-Seg­ment von Con­exant.

Sky­works ent­wirft und pro­du­ziert so­wohl ana­lo­ge wie auch Mi­xed-Si­gnalChips. Letz­te­res be­zeich­net Halb­lei­ter, die ana­lo­ge und di­gi­ta­le so­wie hoch-und nie­der­vol­ti­ge Kom­po­nen­ten auf­wei­sen. Über 70% des Um­sat­zes er­zielt die Ge­sell­schaft im Mo­bil­funk­markt: Zur Pro­dukt­pa­let­te ge­hö­ren bei­spiels­wei­se Si­gnal­ver­stär­ker (Po­wer Am­pli­fiers) oder kom­plet­te Front­End-Mo­du­le (FEM). Sky­works pro­fi­tiert da­bei nicht nur vom an­hal­ten­den Wachs­tum des Han­dy­markts. Der Trend hin zu tech­no­lo­gisch kom­ple­xe­ren Mo­bil­te­le­fo­nen dürf­te den Kos­ten­an­teil der RFKom­po­nen­ten von durch­schnitt­lich 1 bis 2$ auf 3 bis 4$ pro Ge­rät stei­gern.

Kun­den­stamm di­ver­si­fi­ziert

Zu den Stär­ken des Un­ter­neh­mens zählt der di­ver­si­fi­zier­te Kun­den­stamm. Zwar sind Samsung und So­ny Erics­son ge­mein­sam für rund 40% des Um­sat­zes ver­ant­wort­lich. Dar­über hin­aus hat Sky­works aber auch Lie­fer­ver­trä­ge mit Mo­to­ro­la, Re­se­arch In Mo­ti­on, LG oder App­le ge­schlos­sen. Dies kon­tras­tiert zum Ri­va­len RF Mi­cro De­vices, des­sen Kon­zen­tra­ti­on auf den schwä­cheln­den fin­ni­schen Mo­bil­funk­rie­sen No­kia der­zeit Pro­ble­me be­rei­tet. Par­al­lel da­zu be­lie­fert Sky­works auch an­de­re Halb­lei­ter­kon­zer­ne wie Qual­comm oder Broad­com, die die Chips an­schlies­send in ei­ge­nen Ba­sis­band­kom­plett­lö­sun­gen wei­ter­ver­ar­bei­ten.

Zu­sätz­li­che Wachs­tums­fan­ta­sie birgt das Li­ne­ar-Seg­ment, das rund ein Vier­tel zu den Kon­zern­ein­nah­men bei­steu­ert. Grund ist die Ex­plo­si­on des Wachs­tums von mo­bi­len Da­ten: 2009 lag der glo­ba­le Da­ten­trans­fer bei rund 85 Pe­ta­bytes pro Mo­nat (ein Pe­ta­byte ent­spricht ei­ner Mio. Gi­ga­bytes). Bis 2013 dürf­te die­ser Wert auf 2200 Pe­ta­bytes schnel­len. Doch be­reits jetzt stösst die In­fra­struk­tur an ih­re Gren­zen. Um die Flut zu be­wäl­ti­gen, müs­sen die Netz­werk­be­trei­ber in neue Ba­sis­sta­tio­nen und Rou­ter in­ves­tie­ren – Be­rei­che, in de­nen Sky­works-Chips gut ver­tre­ten sind.

Hoff­nung auf Smart Grids

Auch von staat­li­chen In­ves­ti­ti­ons­pro­gram­men zur För­de­rung von Smart Grids (in­tel­li­gen­te Strom­net­ze) dürf­te Sky­works pro­fi­tie­ren: Ge­mäss Kon­zern­schät­zun­gen sind von den 3 Mrd. welt­weit in­stal­lier­ten Strom­zäh­lern nur rund 8% au­to­ma­ti­siert. Bis 2012 könn­ten da­von min­des­tens 150 Mio. mit RF-be­stück­ten Ge­rä­ten er­setzt wer­den. Sky­works ar­bei­tet hier mit be­deu­ten­den In­dus­trie­ver­tre­tern wie Itron oder Lan­dis + Gyr zu­sam­men.

Für 2010 er­war­ten die Ana­lys­ten im Schnitt ei­nen Ge­winn pro Ak­tie von 1.13 $. Nächs­tes Jahr soll der Über­schuss auf 1.34 $ stei­gen – ein Wachs­tum, das durch­aus rea­lis­tisch scheint. Mit ei­nem Kurs­Ge­winn-Ver­hält­nis (KGV) von 15 (2010) re­spek­ti­ve 13 (2011) sind die Ak­ti­en mo­de­rat be­wer­tet. En­de letz­tes Quar­tal ver­füg­te Sky­works zu­dem über ei­ne Net­to­li­qui­di­tät von 319 Mio.$, was ei­nem Be­trag von rund 1.85 $ pro Va­lor ent­spricht.

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