Yuan-Feu­er­werk rasch ab­ge­brannt

TOKIO Ma­schi­nen- und Stahl­ak­ti­en ge­fragt – Re­gie­rung rech­net mit hö­he­rem Wachs­tum von 2,6%

Finanz und Wirtschaft - - BÖRSEN ÜBERSEE - DA­NI­EL ZBIN­DEN

Die ja­pa­ni­schen Bör­sen sind mit kräf­ti­gen Ge­win­nen in die neue Wo­che ge­star­tet. Zu­vor hat­te die Peop­les Bank of Chi­na in­di­rekt ei­ne Auf­wer­tung des chi­ne­si­schen Yu­ans in Aus­sicht ge­stellt (vgl. Sei­te 28). Vor al­lem die In­dus­trie­staa­ten hat­ten in der Ver­gan­gen­heit ei­ne Auf­wer­tung des Yu­ans ge­for­dert, um die Chan­cen für den Ex­port ins Reich der Mit­te zu ver­bes­sern.

Ei­ni­ge Markt­be­ob­ach­ter wa­ren der Mei­nung, dass der Zeit­punkt der An­kün­di­gung vor dem G-20-Gip­fel vom kom­men­den Wo­che­n­en­de per­fekt war. Da­mit wer­de den Kri­ti­kern ei­ni­ges an Wind aus den Se­geln ge­nom­men. Der Nik­kei-225In­dex schoss am Mon­tag 2,4% in die Hö­he auf 10238.01. Der markt­brei­te­re To­pix-In­dex ge­wann 2% auf 902.49.

Die Ge­win­ne zo­gen sich quer durch al­le Bran­chen. Nur ge­ra­de die Ver­si­che­rungs­und Ver­sor­gungs­wer­te muss­ten klei­ne Ab­schlä­ge hin­neh­men. Die Va­lo­ren von Ma­schi­nen­her­stel­ler mit ei­nem ho­hen Ex­port­an­teil nach Chi­na wa­ren von Be­ginn an ge­fragt. Die Ti­tel von Ko­matsu, welt­weit der zweit­gröss­te Pro­du­zent von schwe­ren Bau­ma­schi­nen, stie­gen 4,6% auf 1782 Yen. Die Ak­ti­en des klei­ne­ren Ri­va­len Hit­a­chi Con­struc­tion Ma­chine­ry ver­teu­er­ten sich 6,7% auf 1873 Yen. Bei­de Wer­te pro­fi­tier­ten auch von den gu­ten Zah­len des Markt­füh­rers aus den USA, Ca­ter­pil­lar, vom Frei­tag.

Auch im Elek­tro­nik­sek­tor herrsch­te Freu­de. Die An­tei­le des Vi­deo­spie­le­her­stel­lers Nin­ten­do knüpf­ten an die Ge­win­ne der Vor­ta­ge an und schlos­sen 2,6% im Plus auf 29280 Yen. Da­ne­ben zo­gen So­ny und Canon je 2,8%, Pa­na­so­nic 3% und Ni­kon 4,2% an. Wie der welt­weit zweit­gröss­te Her­stel­ler von di­gi­ta­len Spie­gel­re- flex­ka­me­ras vor dem Wo­che­n­en­de be­kannt­gab, will er in den kom­men­den Jah­ren kräf­tig wach­sen. Dem­zu­fol­ge sol­len die Er­lö­se im Fis­kal­jahr 2012/13 (En­de März) auf 1,1 Bio. Yen (12,1 Mrd. $) ge­stei­gert wer­den. Der Net­to­ge­winn soll sich auf 65 Mrd. Yen be­lau­fen. Im ab­ge­lau­fe­nen Fis­kal­jahr sank der Um­satz um 11% auf 785,5 Mrd. Yen, und es wur­de ein Ver­lust von 12,6 Mrd. Yen aus­ge­wie­sen.

Po­si­tiv setz­ten sich auch die Stahl­ak­ti­en in Sze­ne. Die Pa­pie­re des Stahl­ko­chers Nip­pon Steel avan­cier­ten 2,9% auf 321 Yen. Su­mi­to­mo Me­tal rück­ten 5,6%, JFE Hol­dings und Ko­be Steel 3,7 resp. 3,3% vor. Die Ti­tel des Han­dels­hau­ses Mitsu­bi­shi Corp. mach­ten ei­nen Kurs­sprung von 6,6%; für Bran­chen­nach­bar Mitsui & Co. ging es 5,9% in die Hö­he.

Am Di­ens­tag mach­te sich je­doch wie­der Er­nüch­te­rung breit. Grund wa­ren der schwa­chen Eu­ro und die Her­ab­stu­fung des spa­ni­schen Wirt­schafts­wachs­tums durch Stan­dard & Poor’s. Die Ra­ting­agen­tur ist der Mei­nung, dass Spa­ni­ens Wirt­schaft bis zum Jahr 2016 durch­schnitt­lich nur 0,7% wach­sen wer­de. Frü­he­re Be­rech­nun­gen gin­gen von 1% aus.

Der Eu­ro fiel ge­gen­über dem Yen auf 111.61 nach 113.01 Yen/€ am Vor­tag. Auch ge­gen den Dol­lar fes­tig­te sich die ja­pa­ni­sche Va­lu­ta: Der Dol­lar kos­te­te am Di­ens­tag 90.71 nach 91.30 Yen am Vor­tag.

Die Ak­ti­en von Un­ter­neh­men mit ho­hem Ex­port­an­teil im Eu­ro­land wa­ren dem­zu­fol­ge die Leid­tra­gen­den. Canon (welt­weit gröss­ter Her­stel­ler von Di­gi­tal­ka­me­ras mit ei­nem Eu­ro­pa-Ex­port­an­teil von 31%) fie­len 2,7% auf 3780 Yen. Die Ti­tel von Nin­ten­do mit ei­nem Um­satz von rund 35% in Eu­ro­pa ver­bil­lig­ten sich 3,4% auf 28300 Yen. Fa­nuc (Pro­du­zent von In­dus­trie­ro­bo­tern) er­lit­ten ei­nen Kurs­rück­schlag von 3,3% auf 10990 Yen.

Nach­dem die Öl­prei­se an den Roh­stoff­bör­sen 1,1% tie­fer han­del­ten, wur­den In­pex, die Va­lo­ren von Ja­pans gröss­tem Öl-und Gas­för­de­rer, 2,8% zu­rück­ge­stuft.

Die Re­gie­rung rech­net mit ei­nem deut­lich hö­he­ren Wirt­schafts­wachs­tum als bis­her an­ge­nom­men. An­ge­sichts star­ker Ex­por­te nach Chi­na und hö­he­rer Bin­nen­nach­fra­ge will sie laut Me­dien­be­rich­ten ih­re Wachs­tums­pro­gno­se für das bis März 2011 lau­fen­de Ge­schäfts­jahr von 1,4 auf 2,6% an­he­ben. Es wä­re das ers­te Mal seit drei Jah­ren, dass die zweit­gröss­te Volks­wirt­schaft der Welt ei­nen An­stieg des Brut­to­in­land­pro­dukts von mehr als 2% er­zielt. (Zu den Haus­halt­plä­nen vgl. Sei­te 31.)

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