Reis­hau­er hält sich gut

Schleif­ma­schi­nen­bau­er ar­bei­tet pro­fi­ta­bel – Di­vi­den­de ge­kürzt

Finanz und Wirtschaft - - SCHWEIZ - CG

Die Au­to­mo­bil­in­dus­trie ist noch nicht über den Berg. Auch wenn sich die La­ge seit Som­mer 2009 ge­bes­sert hat und wie­der ver­mehrt An­fra­gen für Of­fer­ten ein­ge­hen, bleibt der Bran­chen­aus­rüs­ter Reis­hau­er vor­sich­tig. Vor al­lem in den USA und in Eu­ro­pa lie­gen wei­ter­hin bis zu 40% der Ka­pa­zi­tät brach, was den Her­stel­ler von hoch­prä­zi­sen Wälz­schleif­ma­schi­nen für Ge­trie­be­zahn­rä­der auch im lau­fen­den Jahr auf Tr­ab hal­ten wird. Im­mer­hin blin­ken Hoff­nungs­schim­mer in In­di­en so­wie in Chi­na auf, das 2010 deut­lich mehr als 12 Mio. Fahr­zeu­ge pro­du­zie­ren und sei­ne Po­si­ti­on als welt­gröss­ter Au­to­her­stel­ler da­mit wei­ter aus­bau­en wird.

Reis­hau­er rech­net ope­ra­tiv er­neut mit ei­nem an­spruchs­vol­len Jahr. Weil sich das Ge­schäft mit Zahn­rad­schleif­ma­schi­nen eher spät­zy­klisch ver­hält und sich neue Auf­trä­ge in der Re­gel erst an­dert­halb bis zwei Jah­re ver­zö­gert im Um­satz nie­der­schla­gen, er­war­tet Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent Mar­kus Wehr­le, dass der Ge­winn 2010 ge­rin­ger aus­fal­len wird als im Vor­jahr. Auch ma­chen der ver­schärf­te Wett­be­werb und der zum Eu­ro fes­te­re Fran­ken Druck auf Prei­se und Mar­gen, wes­halb ein ge­nau­es Au­gen­merk den Kos­ten gilt.

Ver­gli­chen mit vie­len Bran­chen­nach­barn, die 2009 tief in die ro­ten Zah­len ge­rutscht sind, ver­kraf­tet Reis­hau­er die Kri­se im Au­to­mo­bil­sek­tor bes­ser. Zwar nahm der Auf­trags­ein­gang 46% ab, dank des so­li­den Be­stands per En­de 2008 ver­rin­ger­te sich der Um­satz je­doch «nur» 26% auf knapp 144 Mio. Fr. Der Ge­winn sank deut­lich von rund 27 auf 12 Mio. Fr. Ent­spre­chend wird die Aus­schüt­tung an­ge­passt. Der Ge­ne­ral­ver­samm­lung vom 24. Ju­ni sind 290 Fr. Di­vi­den­de be­an­tragt, nach­dem es im Vor­jahr 515 Fr. wa­ren. Die ver­ein­zelt aus­ser­börs­lich ge­han­del­ten Spe­zia­li­tä­ten­wer­te Reis­hau­er sind der­zeit 33200 Fr. Geld und 42000 Fr. Brief ge­stellt. Zum im April letzt­ge­zahl­ten Kurs von 32000 Fr. ren­tie­ren sie Fr. 0,9%.

Ein gros­ser Vor­teil im rau­en Um­feld ist die kern­ge­sun­de Bi­lanz. Reis­hau­er hat kei­ne Schul­den und hat die Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te im ver­gan­ge­nen Jahr auf 64% er­höht. Das ver­schafft dem Un­ter­neh­men bei den Kun­den Glaub­wür­dig­keit und be­freit es da­von, In­ves­ti­tio­nen für For­schung und Ent­wick­lung zu kür­zen. Mit der RZ1260 kommt die­ser Ta­ge ei­ne neue An­la­ge zur Markt­rei­fe, die Werk­stü­cke mit bis zu 1,2 m Durch­mes­ser und 2,5 t Ge­wicht be­ar­bei­ten kann. Zu­dem tüf­teln die In­ge­nieu­re und Tech­ni­ker am Un­ter­neh­mens­sitz im zür­che­ri­schen Wal­li­sel­len ge­gen­wär­tig an ei­ner ei­ge­nen Pro­duk­ti­ons­li­nie für Schleif­schei­ben so­wie an spe­zi­fi­schen Zu­satz­stof­fen für Schmier­öl, was den Kun­den ei­nen op­ti­mier­ten Be­trieb der Schleif­ma­schi­nen ga­ran­tiert und Reis­hau­er zu­sätz­lich zum Pro­jekt­ge­schäft ste­ti­ge Ein­nah­men bringt.

Nach wie vor ver­här­tet sind die Fron­ten zwi­schen den bei­den Ak­tio­närs­blö­cken um die Fa­mi­lie Bod­mer und der von Adri­an Gas­ser prä­si­dier­ten Lor­ze-Grup­pe, die nach ei­nem tief­grei­fen­den Um­bau nur noch aus der kapp 47%igen Be­tei­li­gung an Reis­hau­er be­steht. Gas­ser sucht seit Som­mer 2009 nach In­ves­to­ren, hat ge­mäss der letz­ten öf­fent­li­chen Mel­dung bis­lang aber kei­ne In­ter­es­sen­ten ge­fun­den.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.